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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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blätter gegen- oder wechselständig, ungeteilt, seltener in 4-gliedrigen Quirlen. Neben-blätter meist vorhanden, verschieden gestaltet. Blüten in Trugdöldchen (sehr selten einzeln),stets zu beiden Seiten und am Grunde eines Achselsprosses (Fig. 507 rn, n ); die einzelnensehr oft verkürzt und Knäuel, Scheinköpfchen oder Scheinähren bildend, meist + voll-kommen eingeschlechtig, seltener zwitterig, 1- oder 2-häusig. Blütenhülle einfach, 4- oder5-blätterig. Staubblätter 4, vor den Perianthblättern stehend, in der Knospenlage nacheinwärts gekrümmt, später oft elastisch zurückschnellend. Fruchtknoten oberständig,1-fächerig, mit einer grundständigen, geradläufigen (orthotropen) Samenanlage. Letzteremit 1 oder 2 Integumenten (Fig. 507 i, 510 e bis g) versehen. Griffel 1, oft kurz. Narben sehr ver-schieden gestaltet, oft kopfförmig, nicht selten pinsel- oder sprengwedelförmig (Fig. 507 i, p)-Frucht eine Schliess- oder Steinfrucht, häufig von der Blütenhülle eingeschlossen und mitderselben vereinigt. Samen mit dünner, brauner Schale, meist reich an öligem Nährgewebe(Endosperm). Keimling gerade (Fig. 507 k), mit fleischigen Keimblättern (Fig. 507 h).

Die Urticaceen sind namentlich in den Tropen beheimatet (hier die Gattungen Urera, Laportea,Fleiirya, Pi'lea [mit über 100 Arten], Pelliönia, Elatostema, Pröcris, Boehmeria, Piptvirus, Debregeäsia etc.);ausserhalb der Tropen sind sie nur schwach vertreten. Den Polen nähern sich U. urens und U. AustralisHook. (Aukland-Inseln) am meisten, während U. hyperbdrea Jacq. im Himalaya und U. Andi'cola Wedd. in denAnden bis 4500 m hinaufsteigen. Mehrere Urticaceen sind wertvolle Gespinst- und Faserpflanzen, so in ersterLinie die Ramie oder das Chinagras (Boehmeria ni'vea [L.] Hook, et Arn., welche in Ostindien, China,Japan etc. seit undenklichen Zeiten kultiviert wird [versuchsweise wurde sie auch in Baden, bei Montpellier inSüdfrankreich, in Ungarn etc. angebaut!), ferner Piptürus argenteus Wedd. (liefert auf den Inseln des StillenOzeans die sog.Roä-Fasern"), Laportea Canadensis Gaudich. (Nordamerika), die Nilghirrie-Nessel(Giradinia h e terophylla Decne. aus dem Himalaya, Sikkim), Urtica cannabi'naL. (gemässigtes Sibirien,Persien) und U. diccca (vgl. pag. 139). Mehrere Arten werden bei uns in Warmhäusern kultiviert, somehrere Arten der Gattung Pi'lea oderBombardierpflanzen", welche beim Oeffnen ihrer Blüte den Pollenin Form kleiner Wölkchen fortschleudern (P. muscösa Lindl. aus dem tropischen Amerika wurde im Hafenvon Mannheim adventiv beobachtet), Laportea moroi'des Wedd. (mit himbeerähnlichen Früchten. Perikarpfleischig), Pelliönia Daveauana N. E. Br. aus Cochinchina mit bronzefarbig-olivgrünen Blättern, Elatostemasessile Forst, (als Stecklingspflanze für Bodenbepflanzungen) etc.

1. Laubblätter gegenständig, meist gesägt, in der Regel mit Brennhaaren (Fig. 507 o) Urtica CCXX1I.

1*. Laubblätter wechselständig, ganzrandig, stets ohne Brennhaare .... Parietaria CCXXIII.

CCXXII. Urtfca 1 ) L. Nessel. Franz.: Ortie; engl.: Nettle; ital.: Ortica.Ein - oder mehrjährige, mit Brennhaaren besetzte Kräuter. Laubblätter gegen-ständig, gestielt, grob-gesägt oder seltener ganzrandig, meist (3-) 5- bis 7-nervig. Neben-blätter frei oder verwachsen. Blüten eingeschlechtig, axillär, 1- oder 2-häusig, grünlich,in zu Scheinähren vereinigten, knäuelförmigen Trugdolden (Fig. 507 m). Männliche Blüten mitgleichmässig 4-teiliger Blütenhülle, mit 4 in der Knospe eingebogenen (Taf. 88, Fig. 2 c),vor den Perianthblättern stehenden Staubblättern und in der Mitte mit einem knöpf- oderetwas becherförmigen Fruchtknotenrudiment (Taf. 88, Fig. 2a, 2c). Weibliche Blüten mit4 ungleichgrossen Perigonblättern (die beiden äussern kleiner, die beiden innern grösser undspäter die Fruchteinschliessend). Fruchtknoten oberständig, 1-fächerig, 1-sämig (Fig. 507 k, i).(jriffel S ehr kurz, unscheinbar oder fehlend. Narbe gross, kopfig, pinselförmig-behaart(rig. 507 p, i). Frucht eine 1-samige Nuss. Keimling im Nährgewebe gerade (Fig. 507 k).

Gattung umfasst etwa 30 Arten, welche in den gemässigten Regionen der östlichen und westlichen

e vork °mmen-----Adventiv (zuweilen aus Gärten verwildert) wird bei uns gelegentlich U. piluli'fera L.

, ig. 507a) aus dem Mittelmeergebiet, England, Belgien, Holland und Südasien angetroffen. Einjährig. Blätter

ang tch-eiformig, zugespitzt. Blüten 1-häusig. Weibliche Blütenstände kugelförmig, gestielt, einzeln oder zu wenigen

in en Blattachseln. Perigonblätter ungleich gross, mit Borstenhaaren besetzt (Fig. 507 c, d). Mehrfach in Nord-

schland, im Harzgebiet und Thüringen (spärlich in Windenhausen, Schloss Mansfeld, Artern, Quedlinburg;

nchund Heringen durch Pastor Steiger ursprünglich angepflanzt), im Hafen von Mannheim, in Böhmen (früher

' on atein - urere r= brennen; particioium praesentis: urens = brennend.Hegi, Flora Bd. III. 53