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Seite (namentlich die Tragblätter) zahlreiche gestielte Drüsenschuppen, welche die einzelnen Zweige miteinandervollständig verkleben (Fig 505 c, d). Haschisch enthält 28 bis 37°/o Harz und ätherisches Oel. Der wirk-samste Bestandteil ist das Cannabinol. Die Laubblätter tragen beiderseits einzellige, gekrümmte, grössere undkleinere, am Grunde bauchig angeschwollene, an der Oberfläche warzige Haare, welche vom Mittelnerven nachauswärts gerichtet sind (Fig. 505a, b). Alle Haare führen je einen kugelförmigen, traubigen Cystolithen auskohlensaurem Kalk. Die Droge Herba Cannabis indicae (summitdtes cännabis), Indischer Hanf, Chanvreindien, Canape indiana (Pharm. Austr., Helv.) wird in der Medizin als Hypnotikum, Sedativum, Narcotikum,Diuretikum, Soporifikum (bei Kinderkrankheiten), bei Lungenaffektion, Keuchhusten, Migräne, Verdauungs-störung, Kolik der Tiere sowie in der Zahnheilkunde als örtliches Anästhetikum verwendet. Bei den mohame-danischen, asiatischen und afrikanischen Völkern steht das Kraut noch heute als berauschendes Genussmittel inhohem Ansehen; es wird teils geraucht, teils gekaut oder im Abguss getrunken. — C. sativa ist ein zwei-häusiger Windblüter. Monoecische Formen sind jedoch nicht allzu selten. Wird die weibliche Pflanze isoliertangebaut, so bleibt sie unfruchtbar. Der der Pflanze eigentümliche narkotische Geruch wirkt wohl u. a. auchals Schutzmittel gegen Tierfrass. In trockenen, heissen Sommern (z. B. im Jahre 1842) bleibt der Hanf sehr niedrig.Auch im Gebirge bleibt er an Grösse hinter dem Hanf der Ebene stark zurück. An den Keimpflanzen findetman nicht selten 3 (oder gar 4) Keimblätter, welche durch Spaltung entstanden sind.
Ausserdem werden bei uns von Moraceengelegentlich gepflanzt und manchmal verwildert an-getroffen: 1. Broussonetia papyrffera L'Her.(= Papyrius Japonica Poir). Papier-Maulbeerbaum.Franz.: Papyrier, engl.: Paper mulberry. Fig. 506.Heimat: Ostasien (wahrscheinlich Japan); in Südeuropaund Nordamerika alte Kulturpflanze. In der Heimatbis 10 m hoher Baum, bei uns meist strauchartig.Zweige weichhaarig, fast filzig. Laubblätter breiteiförmig, einfach oder tief 2- bis 3-lappig (Fig. 506a, b) r .oberseits tiefgrün, rauh, unterseits graugrün, weich- Hflhaarig, 8 bis 20 cm lang und 5 bis 15 cm breit. Blüten f2 - häusig. Männliche Blüten in gestielten Scheinähren ;(Fig. 506g), weibliche in kugeligen, gestielten Köpf chenXMännliche Blüte mit 4-teiliger Blütenhülle und, rtjjr?4 Staubblättern (Fig. 506h). Weibliche Blüten^yoneigentümlichen Stützschuppen (Brakteen) umjjjoen''(Fig. 506d). Blütenhülle unscheinbar, ellipsoidis.ch-röhrig, sehr kurz, später fleischig werdend. Frucht- ■knoten gestielt, mit seitlichem Griffel, der in einelange, fadenförmige Narbe übergeht. Scheinfrucht;orangerot. Jede Frucht auf einem langen, kegel-förmigen Stiele stehend, welcher mit dem fleischigenExokarp in Verbindung steht (Fig. 506 f). Endokarpkugelig, runzelig. Keimling gekrümmt. Wird beiuns — allerdings mehr im Süden (erfriert in Münchenfast alljährlich) — in Gärten und Anlagen gepflanzt. Hieund da auch verwildert, so im südlichen Tirol vonMeran abwärts, mehrfach um Bozen (bei Klobensteinbei 1210 m), Coltura bei Tione, bei Trient (verwildert),,bei Fersina, Ledrotal, in Niederösterreich (mehrfach), in der Südschweiz (an der Tessin-Korrektion zwischenBellinzona und Magadino verwildert, 1907), im Rheingebiet (bei Mannheim etc. angepflanzt). — 2. B. Kazi-nöki Sieb. (= B. Sieböldii Bl.), aus Japan und Korea. Selten angepflanzt. — 3. Maclüra aurantfaca Nutt.(= Jöxylon pomi'ferum Raf.). Apfelfrüchtiger "Osagedorn. Engl.: Osage orange. Heimat: Nordamerika (MissourVund Kansas bis Texas). Dorniger Strauch, mit abwechselnden, ganzen Blättern. Scheinfrucht gross, kugelig,,runzelig, gelbgrün (orangen-ähnlich). In Europa seit 1818 in Kultur. Wird stellenweise (mehrfach im italienischenTirol; am rechten Etschufer bei Calliano [Murr] in Menge verwildert) zu lebenden Zäunen angepflanzt.
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Fig. 506. Broussonetia papyrifera L'Her. a, h Zweige mitweiblichen Blüten und verschiedenen Blattformen, c WeiblicherBlütenstand durchschnitten, d Details desselben: 2 Blüten und4 Brakteen. e Fruchtstand. / Schnitt durch eine Teilfrucht.g Zweigstück mit männlichen Blütenständen, h Männliche Blüte.i Unreifes Staubblatt.
39. Farn. Urticäceae. Nesselgewächse.Ein- oder mehrjährige Kräuter oder Halbsträucher, seltener Sträucher oder Bäume,ohne Milchsaft, mit weichem Holz, langen Bastfasern und oft mit Brennhaaren. Laub-