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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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auch das alte Testament erwähnt den Hanf nirgends. Von den römischen Schriftstellern wird er zuerst vondem Satiriker Lucilius um das Jahr 100 vor Christi genannt (Hehn). Nach Nordeuropa kam er wahrscheinlich vorder Auswanderung der Angelsachsen. Inden Pfahlbauten ist der Hanf (im Gegen-satz zum Lein) nirgends aufgefunden wor-den. Als Faserpflanze wird im allge-meinen die männliche Pflanze vorgezogen.Die Länge der Fasern beträgt 10 bis20 mm, die Breite 0,10 bis 0,28 mm. Umdie Fasern zu erhalten, werden die Pflan-zen im Herbst direkt über dem Bodenmit der Sichel abgeschnitten und dannzwei bis drei Tage auf dem Felde ausge-breitet Hegen gelassen. Nachdem danndie Blätter entfernt worden sind, werdendie Stengel der Länge nach sortiert inBündel gebunden und dann einem Röstpro-zess (Verwesungsprozess) unterworfen.Dabei wendet man wie beim Flachs dieWasser- oder die Tauröste an; d. h. mansetzt die Leitbündelje nach der Witte-rung zwei bis vier Wochen der Einwir-kung des Taues, Regens oder der Luftaus. Der Zweck dieses sogenannten Röst-prozesses besteht darin, einmal die Bast-fasern aus dem umgebenden Gewebeauszulösen, andrerseits aber sollen alleStoffe, welche nicht Zellulose sind, ent-fernt werden. Dieses beruht auf Ferment-

Fig. 505. Cannabis sativft L. a Schnitt durch ein Laubblatt mit Mittelnerven(schematisiert. / = Palisadengewebe, seh = Schwammparenchym, j>h = Phlocm,x = Xylem, m = mechanisches Gewebe), b Ein Teil desselben vergrössert. c Trag-blattspitze einer weibrichen Blüte, d Drüsen desselben vergrössert. e Grundrissdes weiblichen Blütenstandes, in der Mitte der beblätterte Laubspross (nachEichler), f bis / Verschiedene Keimungsstadien.

TZer Un M \TT: Mikr0 ° r ^ iSme " (nachBehrends ein Amvlobacter oder Schimmelpilze,

und bedi l l T- J t0 '° mfer) Sind " Sokhe Mikroorganismen sind jedenfalls im Boden weit verbreitet«heizten St b "nr, ** ^^ ^ P ektil K ^es. Hernach wird dergerottete" Hanf indannd TT ^ A" " getr ° Cknet Durch Klo P f mittelst Holzleisten wird er gebrochen, worauf

zu Sei, Z ' ^ TrennEn ^ WdSSen Re!nhanf Und Werg foI 6t- Die Hanf-Fasern werden namentlich

HnflZ1 «t i I aUen ' SegeItUch ' frÜher auch Leinenzeug verarbeitet. Stäbchen von Hanf werden inkreiseWAK , 1 b6nUtZt - DaS 6rSte HanfUnd is *R"^>and, wo der Hanf bis in die Nähe des Polar-

FrnrT f^^ S edeiht - In Deutschland wird heute besonders im Schwarzwald, Württemberg, Baden (Kork,Ernmendmgen), Rheinbayern, Thüringen, im Donau- und IHergebiet Hanf gebaut, in Italien namentlich am unteren Po21 ,K f dOPPElte Mannshöhe )- Für die Entwicklung beansprucht der Hanf nur 90 bis 105 Tage,

^ innn ? "S c° W6it " aCh N ° rden kultivieren läs ^- Als mittleren Ertrag rechnet man in Baden auf 1 ha,' . " kg Als Sorten werden rheinischer, badischer, russischer (Faser sehr haltbar), chinesischer (sehr fein),tinn A 7 f ( V ° n 0dhuela ' «"terschieden. Aus den Früchten wird durch Pressen oder besser durch Extrak-,30h-7^o,To T° SSer!) ei " grÜnlich S elbes oder bräunliches, leicht eintrocknendes und leicht ranzig werdendes, fettes6 bis 70/ a ? f WOnnen - Ausserdem enthalten die Samen noch 25»/ Eiweissstoffe, 0,3/. Harz, 1,5 «/ Glykose undseifen ve,;!^" 6116 - ^ Ha " fÖ1 ^ der Technik ZU Firnissen od " zur Herstellung von grünen Schmier-sekretion ,i w -l eIgnEt " SlCh weni S er - In d er Veterinärpraxis wird es bei einer übermässigen Milch-Fasten alltem mrei , U " g ! mittel benÜtzt In Russland dient das Hanföl während der langen und strengen griechischenFrutto di c" NahningSmittel ( Heh ")- Offizinell ist der Hanfsame (Früctus cannabis), Graine de chanvre,Leiden der Uro" 36 Tf^ ^ SchWe ' Z ' WO er gelegentlich zu reizmildernden Emulsionen, Umschlägen oder beifutter. Die in * e ta . lwerkzeu 6 e Anwendung findet. Allgemein verbreitet ist die Hanffrucht (Fig. 504 f) als Vogel-(var. i ndica l^ 1 " ', SpeZIeU ln Ne P a1 ' Kaschgar, Herat, Bengalen und Bombay kultivierte weibliche HanfpflanzeBhang), welches in 1 d n ^^ B1Mern ein narkotisch wirkendes Harz (Haschisch, Ganja, Oharas, Momeka,bekannt ist. Di eser o t '!?' Chma ' Persien etc - schon lan S e als ein beliebtes Genuss- und Berauschungsmittelfast gänzlich. Mornh 1 W6lCher VOrzu S sweis e zum Rauchen dient, fehlt der Pflanze in den kälteren Klimatensich also wie beld ° r ° g ' SCh UnterScheidet sich die ya r. Indica von unserer Pflanze in keiner Weise. Es handeltgetrockneten, blühenden lttere " Mandel um eine sog ' »Physiologische Varietät". Offizinell sind nur dieOstindien kultivierten w 'hr ^ gr ° SSeren Blättern und Stengeln befreiten Spitzen des Blütenstandes der inüblichen Pflanze. Die verschiedenen Teile des Blütenstandes besitzen auf der Unter-