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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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am Grunde meist gleichseitig, abgerundet oder herzförmig, ungleich grob gesägt, derb, ober-seits dunkelgrün, durch angedrückte Haare rauh, unterseits dicht weichhaarig, 9 bis 15 cmlang und 7 bis 13 (15) cm breit (vgl. auch Einleitung, Fig. 193). Männliche Blütenstände länglich,walzlich, die weiblichen eiförmig, fast sitzend oder kurz gestielt (Stiel 1 cm lang, stets vielkürzer als der Fruchtstand). Blütenhüllblätter rauhhaarig (Fig. 501h). Narben lang rauh-haarig (Fig. 501 i), so lang als der Fruchtknoten. Fruchtstand gewimpert. Maulbeereglänzend purpurschwarz, angenehm säuerlich-süss schmeckend, fast doppelt so gross(2 bis 2,5 cm lang) wie bei der vorigen Art (Fig. 501 g). V.

Vielfach in Gärten, bei Gehöften, in Höfen meist der Früchte wegen, seltenerals Alleebaum kultiviert. Im Wallis (Staldenried) noch bei 1000 m beobachtet. Seltenfast verwildert (Südtirol: am Ritten, bei Kastelruth, Völs, Bozen, am Ritten).

Der schwarze Maulbeerbaum ist wahrscheinlich ursprünglich in Persien einheimisch, kam aber sehrfrühe (bedeutend früher als M. alba) nach Europa. Er war bereits Theophrast und Plinius bekannt; auchHoraz (Satyren 2), Martial, Vergil (Ecl. 6, 22) und Columella erwähnen ihn. Elephanten, denen vor der Schlachtdie Rüssel mit Maulbeeren bestrichen wurde, sollten dadurch (offenbar wegen der Aehnlichkeit des Saftes mitdem Blute!) kampfgierig werden (zit. bei Victor Hehn). Die wohlschmeckenden, etwas schleimigen Beeren,aus denen vielerorts ein Syrup (Syrüpus murorum) hergestellt wird, enthalten 9 bis 10°/» Zucker, 1,86 °/o Säuren(Zitronen- und Apfelsäure), 0,36 °/o Eiweiss, 2,03 °/o Pektin, 0,35 °/° Pektose, 0,66 °/o mineralische Stoffe und86,71 °/o Wasser. Wie bereits bei den alten Griechen, so dienen sie heute noch gelegentlich zum Färben desWeines. Im Mittelalter bereitete man aus den Maulbeeren (wie aus den Brombeeren) einen Wein (vfnum mo-rätum, mhd. morät), welcher besonders in Klöstern vielfach getrunken wurde. Die scharfe, bittere Wurzel-rinde benutzte man gegen Bandwürmer sowie als Abführmittel. Wegen der Behaarung der Blätter eignet sichM. nigra schlecht als Seidenraupenfutter. Bei den Griechen war der Baum dem Pan geheiligt und galt als Symbolder Klugheit. M. nigra ist in der Grösse, Form und Teilung der Blätter noch bedeutend veränderlicher alsM. alba. An demselben Zweige können äusserst verschieden geformte Blätter vorkommen (vgl. Fig. 501 f, gund Einleitung pag. CIX, Fig. 193). Die Scheinfrüchte werden wie bei M. alba durch Vögel verbreitet.

CCXX. Hümulus 1 ) L. Hopfen.

Die Gattung weist nur 2 Arten auf, ausser nr. 793 noch H. Japonicus Sieb. et. Zucc. Letztere Art,welche in China, Japan sowie auf den benachbarten Inseln beheimatet ist, besitzt keine Lupulindrüsen. Sieist 1-jährig und wird bei uns wegen ihres schnellen Wachstums gern in Gärten (auch panaschiert) kultiviert.Daraus gelegentlich auch verwildert (bei Levico in Südtirol nach Murr fast eingebürgert); ferner beiBerlin (vorübergehend zwischen Rixdorf und Britz [1891], Friedenau [1888]), bei Nürnberg (beim neuenWaisenhaus), München-Sendling, Mannheim, Hardau-Zürich etc. beobachtet.

793. Humulus LÜpulus 2 ) L. Hopfen. Franz.: Houblon, h. vulgaire, h. a la biere,vigne du Nord; engl.: Hop; ital.: Luppolo. Taf. 87, Fig. 3, Fig. 502 und Fig. 503.

Das Wort Hopfen ist erst in spät-althochdeutscher Zeit (11.12. Jahrhundert) als hopfo (mhd.hopfe) nachgewiesen. Sein Ursprung ist noch nicht sicher festgestellt; Grimm weist auf eine möglicheVerwandtschaft mit ahd. hiufo =Dornstrauch" hin. Im Niederdeutschen lautet der Name Hoppe,Hoppen. Im romanischen und italienischen Sprachgebiet der Schweiz heisst der Hopfen revertis, cäpöi,capui, lavertis. Viel Schnee in der Christnacht deutet nach dem Volksglauben auf eine gute Hopfen-ernte im kommenden Jahre:Fallen in der Christnacht Flocken der Hopfen wird sich gut bestocken".Hopfen bzw. Hopfenranken finden sich in den Wappen der Geschlechter von Mellenthin, von Höpfner (Preussen)und von Hoppenrade (Brandenburg).

Ausdauerndes, 3 bis 6 m langes, krautartiges Schlinggewächs, mit (rechts) windendem,durch zweispitze, ambossähnliche Klimmhaare (vgl. Einleitung, Fig. 21k) rauhem, bisfederkieldickem Stengel. Laubblätter gegenständig (an den weiblichen Blütenzweigen 2-zeilig

*) Ein mittellateinisches Wort, das aus dem slavischen chmeli (= Hopfen) stammt.

2 ) Wie humulus ein mittellateinisches Wort, das aus dem ital. lupulo, der Vulgärbezeichnung desHopfens, stammt. Plinius nennt in seinerHist. nat." (XXI, 86) eine Pflanze lupus salictarius (ein imWeidengebüsch wachsender Wolf), worauf vielleicht die italienische Bezeichnung zurückgeht.