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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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wird bei uns in Anlagen gelegentlich M. rubra L. aus Nordamerika angetroffen. Tracht von M. nigra.Fruchtstände anfangs rot, später schwarzpurpurn. Die Früchte sind in Amerika sehr beliebt. M. rubra erträgtbei uns den Winter besser als M. nigra.

Bereits im Althochdeutschen wurde das lat. morum (vgl. Anm. pag. 127) durch mörperi, mürperi (vgl.Lorbeer) verständlicher gemacht. In der mittelhochdeutschen Bezeichnungmülber" wurde das erste ,,r'' zueinem ,,1" dissimiliert. Die Benennung Maulbeere hat also mitMaul" (= Mund) absolut nichts zu schaffen.Auch hiess der Baum im Mittelhochdeutschen meist mulbaum, murbaum; erst gegen Ende des 15. Jahrhundertsbegegnet uns mülber-baum (vgl. ahd. lör-baum = nhd. Lorbeer-baum). Noch heutzutage heisst übrigens unserBaum bei Bozen Mür-bam (sein Laub: Mür-lab). Die Früchte nennt man in Tirol Muren, Mürelen, inder Schweiz Mülberi.

1. Laubblätter meist ungeteilt, dünn, beiderseits ziemlich kahl. Sammelfrucht gestielt, meist weisslich.Narben kurz behaart, ungefähr halbsolang als die kahle weibliche Blüte (Fig. 501b) . . . M. alba nr. 791.

1 *. Laubblätter ungeteilt oder gelappt, derb, oberseits rauhaarig. Sammelfrucht sitzend, gewöhnlich schwarz-purpurn. Narbe lang behaart, so lang als die ebenfalls stark behaarte weibliche Blüte (Fig. 501 h). M. nigra nr. 792

791. Mortis albaL. Weisser Maulbeerbaum. Franz.: Mürier blanc; engl.: White mulberry;ital.: Gelso, moro; im Dialekt (Tessin): Moron. Tat 87, Fig. 2, Fig. 500 und 501a bis e.

Strauch oder meist bis 10 (12) m hoher Baum. Krone rundlich, sparrig, meist schlankerund lockerer als bei nr. 792 (durch regelmässiges a Kappen' : zuweilen den Kopfweiden nichtunähnlich). Rinde hellgraubraun, ziemlich glatt, später in eine längsrissige Borke über-gehend. Junge Zweige an der Spitze etwas behaart, + grauolivbraun. Laubblätter gestielt(Stiel flaumig, deutlich rinnig), sehr vielgestaltig, rundlich-eiförmig, ungeteilt oder durchstumpfe Buchten 3- bis 5-lappig (bezw. 3- bis 5-spaltig), spitz oder zugespitzt, am Grundeetwas ungleich herzförmig (die unteren Blätter kaum, die oberen deutlich herzförmig), amRande ungleich grob-sägezähnig, papierartig dünn, oberseits glatt, kahl, etwas glänzend,unterseits spärlich kurzhaarig. Männliche Blütenstände länglich-walzlich, gestielt (Fig. 501a),weibliche eiförmig-länglich, ungefähr so lang als ihr Stiel. Blütenhülle am Rande kahl odersparsam kurzhaarig (Taf. 87, Fig. 2 a). Narben von kurzen Haaren rauh (Fig. 501b, d).Fruchtstand (Maulbeere) weiss, auf der einen Seite nicht selten etwas rötlich, seltener ganzschwarz, süsslich-fad schmeckend. Samen hellbraun, 2 mm lang. V.

Stellenweise (namentlich im Süden) kultiviert, zuweilen auch an Zäunen, Hecken oderin Wäldern halbverwildert (Vorarlberg, Südtirol) oder als Anlage- und Alleebaum kultiviert.

Als Heimat des weissenMaulbeerbaumes ist mit Wahr-scheinlichkeit Indien und Zentral-Asien (var. Indica [L.] Bureauwild im Panjab und in Sikkim,var. serräta und cuspidäta Bureauin Nordindien, var. MongdlicaBureau in der Mongolei) anzu-sehen. In Asien wird er seit denältesten Zeiten, in Europa un-gefähr seit dem 12. Jahrhundert(namentlich im Mittelmeergebiet)kultiviert. In Pompeji ist M. albanicht abgebildet, dagegen M.nigra. Die Zweige und die Blätterliefern das Futtermaterial für dieSeidenraupen (bachi da seta). Zudiesem Zwecke wird M. alba imsüdlichen Europa (vielfach auchin den südalpinen Tälern, wieFlg. 500. Pflanzung von Monis alba L., bei Capolago im Tessin. Phot. Dr. G. Hegi. Tessin und Südtirol) bis ca. 800 m