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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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787. Ulmus montäna With. (= U. scäbra Mill., = U. gläbra Huds, = U. latifölia Moench,= U excelsa Borkh.). Berg-Ulme. Franz.: Orme commun, o. blanc, o. des montagnes;' engl.: Scotch, wych oder mountain elm; ital.: Olmo montano. Fig. 495a bis n.

10 bis 30 (40) m hoher Baum, ohne Wurzelbrut. Stamm gewöhnlich schlank.Borke meist längsrissig, dünner und härter alsbei nr. 786. Junge Zweige meist dicht borstig-behaart, olivgrün oder rotbraun, äusserst selten mit ,Korkleisten oder Korkflügeln. Knospen borstig-behaart. Laubblätter sehr kurz gestielt, breit-ellip-tisch bis verkehrt-eiförmig, grösser, aber kürzergestielt als bei nr. 786 (Stiel höchstens bis 1 cmlang, zuerst behaart, von der längeren Blatthälftemeist verdeckt), bis 14 (16) cm lang und bis gegen7 (11) cm breit, über der Mitte am breitesten, deutlichzugespitzt, scharf doppelt gesägt, oberseits durchangedrückte Borsten rauh (Fig. 495 d), dunkelgrün,nur wenig glänzend, unterseits behaart und in denNervenwinkeln bärtig, fiedernervig (Seitennervenjederseits 13 bis 20). Blüten fast sitzend, in kugeligenBüscheln (Fig. 495 a). Perigonzipfel mit rostfarbenenWimpern, 3 bis 3,5 mm lang. Staubblätter 5 oder 6.Früchte kreisrund oder rundlich, kahl, ringsum breit-geflügelt, grösser (bis 3 cm lang und bis 2 cm breit)und länger grün bleibend als bei nr. 786. Samenin der Mitte der Frucht liegend. Griffelkanal ge-wöhnlich so lang als der Same (Fig. 495 n). Narbenrot, behaart. III, IV.

Ziemlich verbreitet in Wäldern (namentlichin der Bergregion), an Waldrändern, an buschigenAbhängen, in Auen, Schluchten, bis in die Voralpen;vereinzelt bis ca. 1300 m (am Solstein ob Innsbruck1330 m, Azarina im Bergell 1350 m, Bärschis imKanton St. Gallen 1400 m). Ausserdem vielfach angepflanzt. Im nordwestdeutschenTiefland selten (fehlt in Oldenburg und um Bremen: jedoch in Hannover [am Ith, Hohnsteinbei Rüdigsdorf, bei Neustadt, Plesse] und in Schleswig-Holstein).

Allgemeine Verbreitung: Süd- (im Süden nur im Gebirge) und Mitteleuropa(nördlich bis Norwegen [spontan bis 67° nördl. Breite; kultiviert bis 70°], Finnland [62°]und bis über Petersburg hinaus), Kaukasus, Klein- und Zentralasien, Mandschurei, Japan.Aendert ähnlich wie nr. 786 ab: f. mafor Gurke. Zweige ± korkig-geflügelt (Selten). - f. elhpticaBeck Früchte elliptisch-rhombisch, länger als breit. Flügel an den Seiten nur halb so breit als oben und unten.Tunge Aeste und Blattstiele nur sehr zerstreut behaart (Selten). - Ausserdem gibt es verschiedeneGartenformen ,u a f. f a s t i g i ä t a Loud. (=, var. pyramidalis K. Koch). Wuchs pyramidal. Blätter den Z we.gen + angedruckt. -f horizontälis Petz, et Kirchn. Verzweigung schirmartig ausgebreitet, leicht überhangend. -- f. pendula(Lodd.). Zweige senkrecht herabhängend. - f. macrophyila Dippel. Blätter gross, über 14 cm lang undüber 7 cm breit (oft als Alleebaum kultiviert). Ferner existieren purpur- und gestreift-blättrige Formen.Die Berg-Ulme ist viel weniger empfindlich als U. campestris und ist ein entschiedener Gebtrgsbaum.Vielerorts (z. B. in Schleswig-Holstein) war sie früher in den Wäldern häufiger (ist ausgerottet worden). Stock-ausschläge besitzen zuweilen ausserordentlich grosse Blätter. - Von der Feld-Ulme lässt sich U. montana -abgesehen von den Früchten - namentlich an den ausgewachsenen, auf der Oberseite rauhen Blattern unter-scheiden (Fig. 495 dl so dass sie doch richtiger als eine eigene Art (nicht als Subspecies von nr. 786) betrachtet wird.

Fig. 493. Ulmus montana With. a Blütenzweig.b Zweig mit Fruchten, c Laubblätter, d Teil derBlattoberseite (vergrössert). e Einzelne Haare von derBlattunterseite. / Winterspross. g Blütenlängsschnitt.h Junge Frucht. *', h Staubbeutel (von aussen undvon innen). / Reife Frucht nach Entfernung derFruchtwand, m Embryo, n Frucht. a Frucht vonUlmus campestris L. p Zweigstück von Ulmuscampestris L. var. suberosa Gurke.