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1. Blüten fast ungestielt, in kugeligen, aufrechten Büscheln. Früchte ganz kahl...... 2.
1*. Blüten gestielt, in länglichen, später herabhängenden Büscheln. Früchte am Rande zottig-gewimpert.............................U. effusa nr. 788.
1. Laubblätter oberseits glatt, fast kahl. Same im obera Teil der Frucht liegend (Fig. 495 o).Perigonzipfel weiss gewimpert....................U. camp est ris nr. 786.
2*. Laubblätter oberseits durch angedrückte Borsten rauh (Fig. 495 c, d, e). Same in der Mitte derFrucht liegend (Fig. 495 n). Perigonzipfel rostfarben gewimpert........17. montan a nr. 787.
786. Ulmus campestris L. (= U. glabra Milk, = U. eu-campestris Aschers, et Graebner).
Feld-Ulme, Rot-Rüster. Franz.: Orme champetre, O. rouge, ormeau, ormilie; engl.:
Common oder field elm; ital.: Olmo campestre. Taf. 86, Fig. 3 und Fig. 495 o, p.
Strauch oder bis 40 m hoher Baum, mit reichlicher Wurzelbrut. Stamm konisch, stetsmit Zweigen besetzt. Rinde anfänglich glatt, bräunlichgrau, später in eine rissige, ziemlichkorkreiche, in etwa rechteckige Stücke zerklüftete Borke übergehend. Zweige kahl, meistrotgelb bis rotbraun oder olivgrün, zuweilen mit + starken Korkleisten. Knospen klein, spitz-eiförmig, dunkelbraun, kahl. Laubblätter kurz gestielt (Stiel 0,8 bis 1,5 cm lang), elliptisch bisverkehrt-eiförmig, zugespitzt, (2) 6 bis 10 cm lang, (1,5) 4 bis 5 cm breit, in der Mitte am breitesten,am Grunde ungleichhälftig und an der längeren Blatthälfte herzförmig, spitz oder kurz zu-gespitzt, einfach- oder oft nach der Spitze zu doppelt-gesägt, oberseits meist glatt, seltenetwas rauh (ganz vereinzelte Borsten), meist lebhaft glänzend, unterseits in den Nervenwinkelnam Hauptnerv bärtig, matt hellgrün, fiedernervig (jederseits mit 8 bis 12 [15] Seitennerven).Blüten fast sitzend, in kugeligen Büscheln (Taf. 86, Fig. 3a). Perigonzipfel weiss bewimpert(Taf. 86, Fig. 3b), ca. 2,5 mm lang. Staubblätter 3 bis 6. Frucht kahl, verkehrt-eiförmig bisherzförmig, ringsum breit geflügelt, bis 1/ (25) mm lang und bis 2 cm breit (Fig. 495 o). Sameim obern Teil der Frucht liegend. Griffelkanal so lang oder kürzer als der Same. — III, IV.
Stellenweise an sonnige Hügeln, in Gebüschen, in Auen, an Waldrändern, besonderslängs der grössern Flüsse und in den Tälern, nur vereinzelt höher steigend (Weichsler Ebenob Möderndorf in Kärnten 1250 m, im Wallis bis 1300 m). Ausserdem oft in Ortschaftensowie als Allee- oder Chausseebaum angepflanzt. Im nordwestdeutschen Flachland (Hannover)fehlend; in Schleswig-Holstein nur die var. suberosa.
Allgemeine Verbreitung: Süd- und Mitteleuropa (nördlich bis Dänemark,Polen, Wolhynien, Charkow), Nordafrika, Syrien, Nordpersien, Afghanistan, Turkestan,Himalaya, Zentral-China, Japan. Ausserdem in England und Skandinavien eingebürgert.
Aendert ab: var. suberosa (Ehrh.) Gurke. Kork- Ulme. Aeltere Zweige verschiedenartig geflügelt(Fig. 495p). Laubblätter glatt oder rauh. Diese korkigen Leisten, welche nach Rouge (Bull, de l'Herb. BoissierIV.1909, pag. 608) auf eine durch Pilze bewirkte Reiz Wirkung des Phellogens zurückzuführen sind, finden sich nachPrahl nur bei strauchartigen Formen. Werden diese baumartig, so verliert sich die Flügelung. Die Kork-leisten vergrössern sich nämlich während einiger Jahre, bis sie schliesslich abgestossen werden. Sieenthalten übrigens nur zum kleinen Teile echtes Korkgewebe; die Hauptmasse besteht vielmehr aus nicht ver-korkten Zellen mit + verholzten Wänden. Blüten finden sich nur an den glatten diesjährigen Trieben (Hempel
und Wilhelm), __ var. xan th ochdndra Beck. Laubblätter in den Aderwinkeln am Hauptnerven weiss-
bartig und auf dem Adernetz + stark gelbwarzig-drüsig. Aeste ohne Korkleisten. Junge Aeste zerstreut-,Nebenblätter reichlicher-drüsig (Niederösterreich). — var. microphylla Planch. Blätter äusserst klein, 2 cm•ang u n d jg cm breit> 0 h er seits stark behaart, unterseits (besonders in den Aderwinkeln) wollig (Tessin). .—Ausserdem existieren viele Gartenformen, u.a.: f. cuculläta hört. Blätter eigenartig kraus. —f. argenteo-ma <"ginäta hört. Blätter weiss berandet, ziemlich stark rauh, unterseits weichhaarig. — f. purpuräscensort. Blätter purpurn getönt, klein (ca. 6 cm lang). — f. stn'cta Loud. Wuchs + deutlich pyramidal. —f- pendula Di ppe l. Wuchs + hängend.
Da die Feld-Ulme an den Boden und an das Klima sehr grosse Anforderungen stellt, ist sie in Mittel-
lr0 P a lan ge nicht so allgemein verbreitet, wie man oft annimmt. Sie gehört zu den wärmebedürftigsten
.inheimischen Holzarten und kommt deshalb vor allem in tiefer gelegenen, milden Gegenden vor, während sie in
10 eien Lagen nur in südöstlicher und südwestlicher Exposition oder an geschützten Oertlichkeiten auftritt.
Im Gebirge wird sie durch U. montana ersetzt.