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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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A. glutinosa vielfach einer der ersten baumartigen Ansiedler (sie ist sehr wärmeliebend und war deshalbfrüher wohl häufiger). Ueberreste sind auch aus den Pfahlbauten der Schweiz bekannt. Auch in den nord-deutschen Mooren bildet derAlnetumtorf als Ueberrest eines semiterrestrischen Pflanzenvereines charakte-ristische Horizonte, welche nach Weber dem Uebergangsmoore zwischen dem Phragmitetum- und Pineto-Betuletumtorf angehören. In den Mooren der Schneifei ist A. glutinosa gegenwärtig mit Trientalis, Juncusconglomeratus und Equisetum silvaticum vergesellschaftet. Ausserdem tritt A. glutinosa fast überall als Be-standteil der Uferflora auf, zuweilen neben A. incana. Die Eigenschaft, abgehauen am Grunde wieder auszuschlagen(Wurzelbrut wird dagegen keine erzeugt!), bedingt in den Erlenbrüchen die Ausbildung starker, über denBoden sich erhebender Stöcke, zwischen denen sich die Wurzeln der erstarkten und selbständig gewordenen jungenBäume in den Boden senken (Stelzenwurzeln"). Solche Stöcke beherbergen oft eine ganze Flora, so z. B.Aspidium spinulosum und filix mas, kleine Vogelbeersträucher, Heidelbeere, Himbeere, dann vor allem zahlreicheLaub- und Lebermoose (am Chiemsee nach Paul u. a. Plagiothecium latebricola [eine nordeuropäische Art],denticulatum und silvaticum, Mnium hornum, Dicranum scoparium, Georgia pellucida, Lepidozia reptans,Eurhynchium piliferum und striatum, Plagiothecium silvaticum, Brachythecium salebrosum, Lophocolea hetero-phylla, Cephalozia bicuspidata etc. Andrerseits wurden schon 2 bis 3 m hohe Erlensträucher als Ueberpflanzenauf Salix viminalis beobachtet. Da der Stock seine Ausschlagsfähigkeit bis ins hohe Alter beibehält, soerweist sich A. glutinosa für den Niederwaldbetrieb als sehr geeignet. Das hellgelbe, trocken rostrote Holz,welches neben verschiedenen Vorzügen (ist weich, gut spaltbar und in beständiger Feuchtigkeit sehr dauerhaft)auch Nachteile (ist wenig tragkräftig, dem Wurmfrass stark ausgesetzt, wenig heizkräftig und schwindet stark)besitzt, wird vielfach bei Wasser- und Grubenbauten, in Glasfabriken als Formholz, ferner zu Tischler- undDrechslerarbeiten, zu Schnitzwaren (Schaufeln, Holzschuhen) und zur Herstellung von Zigarrenkistchen ver-wendet. Um Winterfutter für das Kleinvieh zu gewinnen oder um Ruten und Reisig für den Rebbau zuerhalten, werden die Bäume oft geschneitelt. Als Kopfholz eignet sich dagegen die Schwarz-Erle schlecht.Wenn die Wurzeln in Wasserleitungsröhren (Teuchel) eindringen, erzeugen sie daselbst (ähnlich wie vieleWeiden) jene charakteristischen Wurzelzöpfe oder Fischschwänze, welche die Röhren hie und da völlig verstopfenkönnen. Gelegentlich finden sich auch flachgedrückte, zuweilen spiralig eingerollte Sprosse (Verbänderung oderFasciation; vgl. Bd. I, pag. LXXVII).Alle drei Alnus-Arten sind als Windblütler zu bezeichnen. Die über-winternden Laubknospen entbehren der Knospenschuppen. Die flachgedrückten, zuweilen auch geflügeltenFrüchte besitzen ein geringes Gewicht und können deshalb leicht durch den Wind oder auf dem Wasser ver-breitet werden. Ausserdem liefern sie Nahrung für Standvögel. Die Kätzchen sind im Winter durch Gummi-harz geschlossen. Die männlichen Blüten von nr. 775 sollen nach Buttersäure riechen. Gelegentlich sind(namentlich bei nr. 776) auch zwitterige Blüten, 5- und 6-gliederige männliche Blüten sowie androgyneKätzchen beobachtet worden; auch die in den weiblichen Dichasien normal fehlende Mittelblüte ist nachSchulz häufig (oft sogar allein) vorhanden. A. glutinosa erreicht ein Alter von 80 bis 100 Jahren. Freistehendwird sie im 12. bis 20., im Schluss aber erst gegen das 40. Jahr mannbar. Schröter erwähnt von Ermatingen(Thurgau) einen Fall von Zapfensucht; kleinere, ca. 40 cm lange Zweige wiesen 250 bis 300 Zäpfchen auf.

Von Bastarden kommen in Betracht: 1. A. glutinosa Gaertn. X A. incana Moench (= A.pubescens Tausch, = A. spüria Callier, = A. Badensis Lang, = A. hybrida A. Braun, = A. plicata Hoffmgg.).Junge Zweige + dicht behaart. Blätter nicht klebrig, eiförmig oder verkehrt-eiförmig bis spitz, am Grundeabgerundet oder + plötzlich keilförmig, schwach wellig-gelappt oder unregelmässig gesägt, oberseits dunkel-grün, kahl, unterseits hell- bis blaugrün, behaart bis schwach filzig. Weibliche Kätzchen kurz, aber deutlichgestielt (Stiel 0,3 bis 0,6 cm lang). Nicht selten und in vielen Uebergängen. Hieher auch die beiden subsp.Tauschiäna Callier und Beckii Callier; letztere mit den beiden Formen var. ambigua Beck und FigertiiCallier (zwischen den Eltern). 2. A. incana Moench X A. viridis DC. (= A. montäna Brügger?). AlsSeltenheit in der Schweiz (z. B. im Blegnotal im Tessin und angeblich in Graubünden) und in Tirol (Gschnitztal,Schlinig, Klobenstein) beobachtet. 3. A. glutinosa Gärtn. X A. rugosa Spreng. (= A. Fiekii Callier).Als Seltenheit in Schlesien (Löwenberg, Goldberg, Krummhübel) konstatiert. 4. A. incana Moench X A.rugosa Spreng. (= A. Aschersoniäna Callier). In Schlesien (Liegnitz, Lüben, Goldberg, Jauer, Guhrau,Neisse) und Brandenburg (bei der Papiermühle bei Pankow; ob aber gegenwärtig noch vorhanden?).

36. Fam. Fagäceae.

Buchengewächse.

Sommer-, Winter- oder immergrüne Bäume oder seltener Sträucher, mit spiraligoder zweizeilig angeordneten, ungeteilten bis tief-fiederspaltigen Laubblättern. Nebenblätterdie Knospenschuppen bildend, meist frühzeitig abfallend. Blüten einhäusig, mit einfacher,hochblattartiger, unscheinbarer Blütenhülle. Blütenstände am jungen Holz sitzend, meist