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f. incfsa Willd. (= var. oxyacanthaefölia Lodd.). Blätter klein, rundlich-verkehrteiförmig, 5- bis 7-lappigoder nicht selten bis auf den Mittelnerven eingeschnitten. Lappen abgerundet, + kerbig-gesägt. — f. querci-fölia Willd. Blätter verkehrteiförmig-länglich, am Grunde keilförmig, mit 3- bis 5 zugespitzten Lappen,gestielt (Stiel rötlich). — f- pyramidalis Dippel. Wuchs pyramidal. Zweige aufrecht. — f. rubrinerviaDippel. Wuchs pyramidal. Blätter dunkelgrün. Stiele und Hauptnerven rot. — f. aürea Verschaff. Strauch-artig. Blätter goldgelb. — f. maculäta (O. Ktze.) H. Winkler. Blätter + weissgelb gefleckt.
A. glutinosa ist hinsichtlich des Bodens ziemlich anspruchsvoll; sie verlangt nicht nur viel, sondernauch ein nährstoffreiches Wasser (bzw. Boden). Von allen einheimischen Laubhölzern erträgt die Schwarz-Erledas höchste Mass von Bodennässe. Wir finden sie deshalb mit Vorliebe einerseits an Flüssen, andrerseitsauf dem tiefgründigen, humosen, mineralreichen, feuchten Boden der sog. Erlenbrüche. Dem eigentlichenHochmoor (nur selten am Rande) fehlt sie vollständig; dagegen sagt ihr der mineralreiche Boden der Flach-moore besonders zu. Im Fränkischen Jura zeigen die Erlenbestände im Dogger präzis die Wasser-Horizontedes Opalinus- und des Ornatentones an (Schwarz). Ueberhaupt ist A. glutinosa (wenigstens gegenwärtig)nicht so allgemein verbreitet wie vielfach angenommen wird; stellenweise (z. B. in Kärnten [Scharfetterbriefl.], Vorarlberg, Liechtenstein [Murr], Obersteiermark tritt sie viel seltener und zerstreuter auf als A. incana).Ein gewisser Tongehalt des Bodens sagt ihr besonders zu; auf reinen Sand- und Kalkböden gedeiht sieschlecht. Im allgemeinen zieht A. glutinosa einen kalkarmen, A. incana einen kalkreichen Boden vor. Immer-hin wurde die letztere (z. B. am Inn) schon auf einem Boden beobachtet, welcher nur 4,5 bis 5 % Calcium-karbonat (daneben aber viel Silikate) enthielt. In den Alpen bleibt A. glutinosa bezüglich der Verbreitunghinter der Grau-Erle bedeutend zurück; im Mittelgebirge steigt sie bis ca. 1000 m (z. B. oberhalb Karlsbrunnin Schlesien) hinauf. In St. Moritz (Oberengadin) gedeiht sie ähnlich wie Caragana arborescens, Ribes aureum,Sambucus nigra noch in einer Höhenlage von 1800 m. Eine dominierende Rolle spielt die Schwarz-Erle inerster Linie in den durch ein hohes Mass von Feuchtigkeit und Versumpfung ausgezeichneten „Erlenbrüchen",wie wir solche in grosser Ausdehnung in Norddeutschland (Spreewald, Oderbruch, Lüneburger Heide [Drömling],Oldenburg, Mecklenburg, Braunschweig, Pommern, West- und Ostpreussen [z. B. Abrauer-Moor und IbenhorsterRevier am Kurischen Haff]), in Litauen, in den baltischen Provinzen Russlands (hier in urwaldähnlichenBeständen wahre Riesenbäume), in Schlesien (z. B. um Liegnitz und Jauer), Böhmen (Veseli, Wittingau,Gratzen, Pardubitz) und im ungarischen Tiefland (namentlich im Theissgebiet) antreffen. In seiner reinstenForm ist der Erlenbruch ein niedriger Busch- und Mittelwald (seltener Hochwald), der neben A. glutinosa vonSträuchern und Bäumen verschiedene Weiden enthält (besonders Salix pentandra, fragilis, caprea, aurita, cinerea,in Norddeutschland auch S. livida), ferner Prunus Padus, Rhamnus Frangula, Alnus viridis (in Böhmen), RubusIdaeus, einzelstehende Birken (B. pubescens, selten auch B. humilis), Viburnum Opulus, hie und da auch Ribesnigrum, alpinum und rubrum, Fraxinus excelsior, Ledum palustre (Ost- und Westpreussen), Kiefern und Eichen etc.Der Unterwuchs der Erlenbrüche ist immer sehr üppig und weist sehr viele schatten- und feuchtigkeitsliebendeArten (zuweilen in üppigen Formen!) auf, von denen einzelne (Carex brizoides) stellenweise ganze Flächen ein-nehmen. Zu den wichtigsten Typen zählen verschiedene Farne (Aspidium spinulosum, thelypteris, phegopteris,polypodloides, cristatum, Athyrium filix femina), Lycopodium selago (im tiefsten Waldesdunkel), einige Gramineen(Calamagrostis lanceolata, Deschampsia caespitosa, Milium effusum, Agriopyrum caninum, Glyceria fluitans undnemoralis [letztere in Posen und Westpreussen]) und Cyperaceen (namentlich Carex elongata, canescens, echinata,remota, pseudocyperus, brizoides [Böhmen], Eriophorum vaginatum), ferner Paris quadrifolius, Calla palustris(Bd. II, pag. 136), Iris Pseudacorus (zerstreut), Humulus lupulus (pag. 130), Anemone ranunculoides, Ranunculus auri-comus und flammula, Caltha palustris, Cardamine amara, Viola palustris, Stellaria nemorum und S. Frieseana(Böhmen), Malachium aquaticum, Oxalis acetosella, Impatiens noli tangere, Geum urbanum und rivale, Comarum(in Böhmen nicht selten strauchartig), Spiraea filipendula, Epilobium hirsutum und montanum, Circaea Lutetianaalpina, Lythrum salicaria, Chrysosplenium alternifolium, Hydrocotyle, Angelica silvestris, Peucedanumustre, Galium palustre und uliginosum, Eupatorium, Senecio crispatus (Böhmen) und paludosus, Crepisa > t-ampanula latifolia (Westpreussen) und Tracheliumj, Lycopus Europaeus, Vaccinium uliginosum
'' -M^nyanthes, Symphytum officinale, Solanum dulcamara, Lathraea squamaria, Lamium maculatum,J P ans, Scutellaria galericulata, Lysimachia vulgaris und thyrsiflora (zerstreut), Rumex obtusifolius,
obertianum, Asperula odorata, Myosotis caespitosa etc. (nach den Arbeiten von Hock [Engler'sbotan. Jahrbücher, Bd. 22, 1897] Domin und P reu s s). Die Entstehung der Erlenbrüche erfolgt entweder aufP ern Mineralboden oder aber auf Moorboden; vielfach geht der Bruchwald aus bestimmten, besondersnährstoffreichen Formationen (Arundinetum, Magnocaricetum) hervor. Im Alpen- und Voralpenland sind heuteErlenbruche sehr selten (mehrere im südlichen Bayern [vgl. Paul, H., Die Schwarzerlenbestände des süd-lichen Chiemseemoores 1906] und in der Schweiz). Da im Torf sehr häufig Reste von A. glutinosaangetroffen werden, muss mit Sicherheit ange nommen werden, dass die Schwarz-Erle (und mithin dieÜ-rlenbruche) im Alpenvorland früher viel häufiger gewesen sein muss als gegenwärtig. Auf feuchtem Boden war