Fig. 483. Grau-Erle (AI n us incana Moench).Phot. E. R. Pfenninger, München.
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Im Gegensatz zu Alnus glutinosa kann die Weiss-Erle auch auf einem verhältnismässig trockenen Bodengedeihen (stehende Nässe verträgt sie nicht gut); beide Erlen aber haben ein ziemlich grosses Licht- und Wärme-bedürfnis. Wie bei der Berg-Erle lässt sich auch bei dieser Artim Mittelgebirge die Ursprünglichkeit der Standorte nichtimmer streng nachweisen, andrerseits aber auch nicht scharfwiderlegen. Wie weit sie in Mitteldeutschland (ebenso inBelgien und Holland) überhaupt wild vorkommt oder durchdie Kultur (A. incana ist ein sehr raschwüchsiger Niederwald-baum) als verschleppt und eingebürgert (namentlich an Berg-wässern) zu betrachten ist, lässt sich nicht mehr leicht fest-stellen (um Jena muss sie ca. 1850 eingeführt worden sein).In den baltischen Provinzen bildet sie nicht selten ausge-dehnte Buschwälder; andrerseits erscheint sie in den sog.„Kämpen 11 der Stromtäler in Gesellschaft von Populus alba,nigra und tremula, Alnus glutinosa und Ulmus campestrisoder auf trockenem Boden als Bestandteil der Mischwälder(z. B. bei der Czarnaumündung in Westpreussen; nachGraebner) neben Pinus silvestris, Betula verrucosa undpubescens, Acer platanoides, Tilia ulmifolia, Salix daphnoidessubsp. Pomeranica (pag. 25) und verschiedenen Heidege-wächsen (Holcus mollis, Deschampsia flexuosa, Ammophilaarenaria, Elymus arenarius, Carex arenaria, Empetrumnigrum, Erica tetralix, Jasione montana, Antennaria dioica,Artemisia campestris, Hieracium umbeHatum, Lycopodiumannotinumu. clavatum,Dicranumscoparium,HypnumSchreberi,verschiedenen Cladonien etc.). Weitere charakteristische Be-stände („Grau-Erlenwälder"), welche mit Vorliebe als schmaleStreifen die Bäche und Flüsse einsäumen, bildet A. incana inden Alpentälern; hier repräsentiert sie überhaupt nicht selten
(Unterengadin) den häufigsten Waldbaum. Aehnliche Bestände finden sich nicht selten auf den Alluvionenoder im Ueberschwemmungsgebiet (besonders in den Südalpen) der Flüsse (hier durch Anflug entstanden!) oderan Stelle früherer Fichten- und Buchenwälder. In der Physiognomie der südlichen Alpentäler (Tessin bis Kärntenund Steiermark) spielen die Grau-Erlen-Formationen keine unbedeutende Rolle. Meistens handelt es sich umBusch- und Jungwälder, welche einen sehr reichen und üppigen Niederwuchs beherbergen. Darunter befinden sichneben zahlreichen gemeinen mitteleuropäischen Arten einerseits verschiedene subalpine oder alpine Vertreter,wie Selaginella selaginoides, Rumex arifolius, Saxifraga cuneifolia, Alnus viridis, Rosa rubiginosa, Gypsophilarepens, Arabis alpina, Viola biflora, Astrantia maior und A. minor (letztere nur auf Urgestein), Veronica urti-cifolia, Phyteuma Scheuchzeri und betonicifolium, Senecio Fuchsii, Carduus Personata und defloratus, andrer-seits auch einige wärmeliebende, südeuropäische Spezies, so z. B. Luzula nivea, Coronaria flos Jovis, Digitalisambigua, Physalis Alkekengi, Galium rubrum. Daneben erscheint Alnus incana allerdings auch in der Busch-weide neben Corylus (pag. 74). Schliesslich findet man sie in den Auenwäldern der Bergregion vielfach nureingestreut neben Prunus Padus, Salix incana, caprea, nigricans und purpurea, Betula verrucosa, Sorbusaucuparia, Euonymus Europaeus, Viburnum lantana, Berberis, Clematis vitalba, Convolvulus sepium undverschiedenen Hochstauden (Valeriana officinalis, Angelica silvestris, Polygonatum verticillatum, Astrantiamaior, Aconitum lycoctonum, Cirsium oleraceum etc.). — A. incana liefert ein ziemlich geringwertiges Nutz-n Brennholz. Infolge des grossen Ausschlagsvermögens der Stöcke und der reichlichen Wurzelbrutbildungmeist sie sich allerdings für den Niederwaldbetrieb als sehr geeignet und wird deshalb stellenweise als Boden-z o z, als Vorholz sowie zur Befestigung von Flussufern und Kiesbänken angepflanzt. Ein grössererg a sagt ihr besonders zu. A. incana wird etwas früher (im 15. Jahre) mannbar als A. glutinosa;auch das Aufblühen folgt um 2 bis 3 Wochen früher.
777. Alnus glutinosa 1 ) Gaertner (= A. rotundifölia Mill., = A. communis Nouv., = A.vulgaris Pers., = A. februaria O. Kuntze, = Betula glutinosa Lam., = B. palustris Salisb.).benwarz-l^rle, Rot-Erle. Franz.: Aune commun, noir oder glutineux, aulne, aulnee, verne,vergne; engl.: Sticky alder;' ital.: Alno oder Ontano nero. Taf. 85, Fig. 1, Fig. 480 k bis__________ m, q bis t, Fig. 484 und 485 a.
>) Iat. gluten (Genitiv glütinis) = Leim; nach der klebrigen Beschaffenheit der jungen Blätter und Knospen.
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