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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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grosse Lücken und ist daselbst auf tonige Substrate beschränkt (Raiblersandstein, Kieselkalke der Flysch-gebirge). Reines Kalkgeröll meidet sie und überlässt es der Legföhre. Ihre Lieblingsstandorte sind feuchte,schattige Nordlagen. Als charakteristische, fast nie fehlende Bestandteile der Grün-Erlenbestände mögenvor allem verschiedene Hochstauden wie Mulgedium alpinum, Athyrium alpestre (Bd. I, pag. 33),Adenostvles albifrons, Aconitum Napellus und paniculatum, Achillea macrophylla, Lilium Martagon, Epilobiumangustlfolium Peucedanum ostruthium genannt werden, ferner von Sträuchern Ribes petraeum, Rhododendronferrugineum (im Osten auch R. hirsutum und chamaecistus), Lonicera nigra und alpigena, Rosa alpina, Ame-lanchier ovalis (im Osten und Süden), Sorbus aucuparia, Salix nigricans, grandifolia und hastata, Vacciniummyrtillus etc. Ausserdem erscheinen hie und da Senecio Fuchsii, Valeriana montana, Rhodiola rosea (Schiern).Arabis alpina, Meum mutelllna (wird im Schutz der Grün-Erle bis 80 cm hoch!), Saxifraga rotundifolia, Chrysos-plenium alternifolium, Arabis alpina, Stellaria nemorum, Solidago virgaurea, Homogyne alpina, Gentiana punctata,Asplenium viride, Streptopus amplexifolius, Poa alpina, Viola biflora, Alchemilla alpestris, Alsine Gerardi,Cerastium Carinthiacum (im Osten) etc. Andrerseits tritt die Berg-Erle nicht selten als Unterholz an lichtenund etwas feuchten Stellen des Alpenwaldes (Lärche, Arve, Bergföhre) auf, in den Ostalpen hie undda auch im Knieholzgürtel. Streng genommen ist sie ein Strauch des Koniferengürtels, der allerdingssehr oft über die Baumgrenze hinaufgeht. Vielleicht sind die Erlenbestände oberhalb der jetzigen Wald-grenze als ehemaliges Unterholz zu betrachten; sie würden dann die ungefähre Ausdehnung derehemaligen Baumgrenze bezeichnen. In den Vorbergen tritt die Berg-Erle auf dem ausgemagerten Weide-boden stellenweise als lästiges und schädliches Unkraut auf (im Zürcher-Oberland [miocaene Nagelfluh] nebenTeucrium scorodonia, Stachys alpinus, Gentiana ciliata und asclepiadea, Achillea millefolium, Origanum vulgare,Leontodon hispidus etc.). Sehr oft steigt die Berg-Erle im Gebirge mit den Bächen oder Rinnsalen tief in dieTäler hinab (bis in die Kultur- und Kastanienregion und bis in die Weinzone). Andrerseits kommt sie an zahlreichenStandorten in dem Voralpenland etc. vor. Solche Standorte werden vielfach als Glazialrelikte (schweizerischeund bayerische Hochebene, Böhmen) gedeutet. Dabei ist jedoch nicht zu vergessen, dass die Früchte derBerg-Erle ein bedeutendes Flugvermögen besitzen (viele Standorte sind höchst wahrscheinlich auf angepflogeneSamen zurückzuführen) und dass sie andrerseits leicht mit den Alpengewässern in das Flachland gebrachtwerden können (Passau). An einigen Orten wurde die Berg-Erle nachweisbar mit aus dem Gebirge bezogenenNadelholzsamen eingeschleppt (nach Vogler [bei Meister pag. 155], mehrfach bei Schaffhausen. Vielleichtverhält es sich mit dem Vorkommen in der Lausitz ähnlich; vgl. Drude, der herzynische Florenbezirk p. 458,.612). In Kärnten erscheint die Berg-Erle nach Scharfetter (briefl.) in den Talstationen (Unterdrauburg 350 m,bei Villach, Seebach) besonders in den Bahneinschnitten (also Neuansiedler!). In Böhmen und in der Lausitztritt sie in den Erlenbrüchen (vgl. pag. 93) neben Prunus Padus, Salix pentandra, Frangula Alnus, Callapalustris, Comarum palustre, Lycopus Europaeus etc. auf. Alnus viridis gewährt in den Alpen einen nichtunbedeutenden Nutzen. Vor allem befestigt sie durch ihr Wurzelwerk die steilen, feuchten Abhänge derSchiefergebirge und bewahrt diese vor dem Aufreissen. In den Lawinenzügen, wo sie sich mit Vorliebeansiedelt, bildet sie einen trefflichen Bodenschutz und verhindert ein häufiges Abrutschen des Schnees.Andrerseits verbessert sie den Boden und bereitet die Bewaldung vor. Auf hochgelegenen Almen liefert sie eingutes Brennmaterial; dagegen ist sie namentlich auf den Weiden der Voralpen sehr schädlich, da sie Hunderte vonHektaren des besten und tiefgründigsten Bodens überwuchert und den Graswuchs fast vollständig unterdrückt. Ausdiesem Grunde wird sie vielerorts (nach Stebler) durch Abschneiden oder Ausreuten (mit den Wurzeln) zubekämpfen gesucht. Auf solchen gerodeten Stellen können in tiefern Lagen direkt Kartoffeln gepflanzt werden.

776. Alnus incäna (L.) Moench (= A. lanuginösa Gilib., = A. pubescens Sartorelli,

= A. glutinösa Niessl nee Gaertner, = Betula incäna L.). Weiss- oder Grau-Erle.

Franz.: Aune blanc, blanchatre oder grisatre; engl.: Speckled oder hoary alder; ital.:

Alno (Ontano) bianco oder Ontano peloso. Taf. 85, Fig. 2 und Fig. 483.

Diese Art wird vom Volke allgemein als Weiss- oder Grau-Erle bezeichnet. Der NameWeiss-

f en findet sich mehrfach als Bezeichnung einzelner Häuser oder eines Weilers. Im romanischen Graubünden

sie ogn, agn, uogn, agno, rassa (Unterengadin) benannt, im italienischen Sprachgebiet der Schweiz

i amsch (Puschlav), alnisca, niscia, uniscia, arniscia bianca (Tessin) oder onizzo, onizz (Bergell).

Strauch oder bis 10 (25) m hoher Baum. Stämme meist krumm und etwas spann-ruckig (d. h. i m Querschnitt aus- und einspringend). Rinde glatt, glänzend weissgrau,keine Borke bildend. Krone dicht (Fig. 483), dichter als bei nr. 777. Knospen gestielt,fem zottig-behaart (selten kahl), nicht klebrig. Einjährige Zweige flaumig (Rindenporendaher undeutlich). Mark auf dem Querschnitt 3-strahlig. Laubblätter nicht klebrig, gestielt

Hegi, Flora Bd. III.

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