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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
Entstehung
Seite
88
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Unger bei Neustadt [StolpenJ bis zum Pulsnitzbache bei Königsbrück, ostwärts in dem Heidegebiet zw. Elstraund Kamenz).

Allgemeine Verbreitung: Alpen (Dauphine bis Kroatien), zerstreut im nörd-lichen Alpenvorland und im Mittelgebirge, Lausitz, Karpaten, Balkan (Vranica Planina imöstl. Bosnien, Stara Planina, Vitos-, Bilo- und Ceder-Gebirge in Bulgarien), Ural, Corsika(var. suaveolens [RequienJ Winkl.), nördliches, subarktisches (durch ganz Sibirien östlichbis Kamtschatka' und Japan) Asien und Amerika (südlich bis in die Alleghanies), Grönland(var. repens Winkl.). Fehlt in den Vogesen, im Bayer. Wald, in den Sudeten und in Skan-dinavien vollständig; im Jura sehr selten.

Aendert ziemlich stark ab: 1. var. typica Beck. Junge Blätter klebrig-drüsig, oben sattgrün, untenheller, ausgewachsen ganz kahl oder nur in den Achseln kurzbärtig (selten auf den Nerven zerstreut behaart), 3 bis

4 (5) cm lang und 2,5 bis 3,5 cm breit, jederseits mit 5 bis 6 vorspringenden Seitennerven. Fruchtzäpfchen 10 bis 13 mmlang (Verbreitet). Hieher auch: f. möllis (Beck) Callier. Junge Blätter beiderseits dicht behaart, auchältere nebst dem Stiel und den Zweigen reichlich weich behaart, 3 bis 5 cm lang und 2,5 bis 3 cm breit, mit

5 bis 7 Seitennerven. f. pubescens Brügger. Junge Blätter nur unterseits flaumhaarig, später fast kahl (nur aufden Nerven behaart). f. grandifölia (Beck) Callier (= var. pilösa Gelmi). Blätter grösser (6 bis 11 cmlang und 5 bis 9 cm breit), unterseits kahl oder an den Nerven schwach behaart, mit (6) 8 bis 10 Seitennerven.2. var. microphylla (Arvet-Touvet) Callier. Laubblätter elliptisch, 2 bis 3 cm lang und 1,5 bis 2 cm breit,mit 5 bis 8 Seitennerven, unterseits kahl (seltener [f. hirtella Callier] unterseits, sowie die Blattstiele behaart).Fruchtkätzchen 8 bis 15 cm lang. Stellenweise in der' südl. Schweiz (Corona di Redorta nach Chenevardbis 2800 m). Bildet den Uebergang zur folgenden : 3. var. Bremb äna (Rota) Callier (= var. pümila Cesati, = var.parvifölia Regel, = var. minor Pari.). Niedrig (bis 50 cm hoch). Laubblätter klein (0,8 bis 1,5 cm lang und 0,5 bis0,8 cm breit), mit 6 Seitennerven. Fruchtkätzchen 3 bis 8 mm lang und 1,5 bis 4 mm dick (Zerstreut in der Südschweiz[Tessinl, in den Bergamasker Alpen und vielleicht in Südtirol). Weniger wichtige und konstante Formen sind:.4. var. parvifölia (Sauter) Winkler. Blätter elliptisch zugespitzt, etwas gelappt und meistens tief gesägt, mit 3 bis5 Seitennerven, unterseits auf den Nerven behaart, 15 bis 22 mm lang (am Pass-Thurn und bei Sistrans in Tirol be-obachtet). f. laciniäta (Hausskn.) Callier. Blätter lappig-eingeschnitten (Selten wild: Freiburg im Breisgau,Zastlertal). f. corylifölia (Kerner) Callier. Blätter + rundlich, häufig herzförmig, 4 bis 7 cm lang und3 bis 6 cm breit, mit 7 bis 8 Seitennerven, am Rande fein gesägt. Blattunterseite und Stiel dicht steifhaarig.Mehrfach in Tirol beobachtet. Weitere Abarten (var. repens [Wormsky] Winkler, fruticösa [Rupr.]Winkl., crispa [Ait.] Winkl., stenophvlla Winkl.) kommen in Grönland, in Nordamerika und Nordasien vor.

Alnus viridis nimmt zwischen den beiden Gattungen Alnus und Betula eine vermittelnde Stellung ein

und ist deshalb schon als Repräsentant einer be-sonderen Gattung, alsBirkenerle" (Alnobetula), auf-gestellt worden. So fehlt bei A. viridis (und einigenwenigen andernAInus-Arten)das für Alnus charakteristischeHypoderm, welches bei den Betula-Arten vorkommt.Alnus viridis besitzt wie Betula nur zweierlei Haare.Palisaden- und Schwammparenchym, ebenso Rinde undHolz stimmen im anatomischen Bau mit Betula überein.Blattstellung und Form des Markes sind dieselben wiebei Betula. Ebenso verharren auch bei A. viridis dieweiblichen Blüten während des Winters in Knospen-schuppen, während die Kätzchen bei allen andern Alnus-Arten nackt überwintern. Die Frucht besitzt wie beiBetula grosse, durchscheinende Flügel (näheres bei J.Wolpert. Vergleichende Anatomie und Entwicklungs-geschichte von Alnus alnobetula und Betula. Flora.Bd. 100 [1909]. Heft 1). Die Berg-Erle tritt mit Vor-liebe auf einem kalkarmen Boden (Granit, Gneiss,Schiefer, Flysch, Molasse) auf und bildet namentlich aufdem Schiefer der Zentralalpen in einer Zone von 1500bis 2000 m nicht selten ausgedehnte, dichte, oft schwerdurchdringbare Miniaturwälder (für Hirsche beliebte

Standquartiere !): sie vikariiert daselbst mit der den KalkFig. 482. Grün-Erle (Alnus viridis DC.) in den Zentralalpen. '

Phot. Dr. G Hegi. besiedelnden Legföhre. In den Kalkalpen zeigt sie meist