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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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bis fast schwach herzförmig, grösste Breite meist unter der Mitte, 6 bis 10 cm lang, 4 bis 7 cm breit, jederseits mit10 bis 12 Seitennerven, oberseits nur in der Jugend behaart, unterseits papillös und + dicht rostfarben behaart,meist undeutlich achselbärtig. Nebenblätter breit-elliptisch (breiter als bei A. serrulata). Fruchtstände zu6 bis 13. Fruchtzäpfchen gross, 10 bis 15 mm lang und 8 bis 10 mm dick (grösser als bei der Schwarz-Erle).Seit langem kultiviert sowie stellenweise verwildert oder fast eingebürgert, so in Brandenburg, Schlesien(mehrfach), in Preussen, Thüringen, Hessen, Schleswig, in Hamburg, in Böhmen (zw. Schluckenau und Nixdorf,zw. Bechowitz und Ouval bei Prag, Theresienstadt, in den Ri'caner Wäldern nach Domin stellenweise voll-ständig verwildert), in Mähren (zw. Blansko und Oleschna) etc. 2. A. serrulata Willd. (= A. rugösa Spreng,var. serrulata H. Winkler). Hasel-Erle. Engl,: Smooth alder. Heimat: Nordamerika. Zweige meist vonAnfang an kahl. Blätter unterseits fast kahl (selten auf den Nerven behaart; sonst nur mit + deutlichen, starrenAchselbärten) jederseits mit 8 (9) Seitennerven. Fruchtstände zu 3 bis 4. Hin und wieder angepflanzt, z. B. inSchlesien, in Hannover (Regierungsbezirk Hildesheim) etc.

Für die Ernährung der Erlen kommt den sog.Erlenknöllchen" eine grosse Bedeutung zu. Diesevermögen an den Wurzeln Konglomerate von der Grösse eines kleinen Apfels zu bilden (Fig. 4801), sind mehrjährigund verholzen schliesslich. Woronin beschrieb sie 1866 genauer und fand, dass das innere Gewebe von kugeligenGebilden erfüllt war, welche durch Anschwellen der dünnen Fäden hervorgingen. Er hielt diesen merkwürdigenOrganismus für einen Pilz und nannte ihn Schinzia Alni. Später betrachtete H. Möller den fraglichenKörper als einen Schleimpilz, während Brunchorst in den kugeligen Gebilden die Sporangien eines Pilzes(Fränkia sübtilis) erkennen wollte. Frank glaubte lange Zeit, dass es sich bei diesen kugeligen Gebildenüberhaupt nicht um einen Pilz handle, sondern um ein im Stoffwechsel einer andern Pflanze degeneriertes,gewissermassen zum Bestandteile des letztern gewordenes und somit zugrunde gegangenes Lebewesen. Nachden Untersuchungen von J. Wolpert (Flora 1909) zerfällt der Inhalt dieser Gebilde in eine grosse Anzahlkleiner, eckiger Teile, aus welchen neue Individuen hervorgehen. An verschiedenen Stellen zeigen die FädenVerzweigungen, welche an ihren Enden zu kugelartigen Bläschen anschwellen (Fig. 480 o, p). Diese vergrössernsich später, lösen sich von den Fäden los und füllen die Zellen fast vollständig aus. Die Reinzucht der Frankiaist bis jetzt mit Sicherheit noch nicht gelungen. Dagegen konnte Hiltner das Eindringen dieses Orga-nismus in das Innere der Wurzelhaare und von da aus in die Wurzeln beobachten. Durch Impfen mit derzerriebenen Knöllchenmasse gelang es ihm auch, an jungen steril kultivierten Erlen die Knöllchen zu erzeugen.Brunchorst, Möller, Frank, Zach und Wolpert halten die Frankia für einen Pilz, Hiltner und Shibata da-gegen für einen bakterienartigen Organismus, dessen feine Fädchen innerhalb der Knöllchen sehr leicht instäbchenartige Glieder zerfallen. In neuerer Zeit hat Peklo einen streptothrix-artigen Organismus aus denrlenknöllchen kultiviert: doch gelang es ihm nicht, damit Knöllchenbildung an den Erlenwurzeln hervorzurufen.Die Bedeutung der Wurzelknöllchen für die Erlen ist durch die Untersuchungen von N obbe und Hiltner erkanntund bewiesen worden. Mit Hilfe der im Inneren der Knöllchen lebenden Frankia ist die Erle im Stande, denStickstoff der Luft zum Aufbau ihrer Eiweissstoffe zu verwerten, ähnlich wie es schon lange für die Leguminosenbekannt ist. Wurden Erlen mit und ohne Knöllchen in stickstofffreien Nährlösungen kultiviert, so gingen dieohne Knöllchen kultivierten Pflanzen nach kurzer Zeit zugrunde, während die andern jahrelang vortrefflichgediehen (Mitteilung von Dr. Gentner-München).

An Erlen treten zahlreiche Gallenbildungen auf. Eine Gallmilbe, Eriophyes laevis Nah, bringt die sehrhäufigen, 23 mm grossen, köpfchenförmigen Beutelgallen auf der Oberseite der Blätter hervor (Fig. 468e unde'). Eriophyes Nalepäi Fockeu verursacht die Ausstülpung nach oben in den Nervenwinkeln, verbunden miteiner abnormen Behaarung im Innern der Galle (Fig. 468f und f 1 ). Filzartige Behaarung tritt bald auf der Ober-seite, bald auf der Unterseite bei den verschiedenen Arten auf. Sehr häufig sind derartige Missbildungen aufder Blattunterseite der Grau-Erle. Die Haare sind hier an der Spitze stark angeschwollen und unregelmässiggelappt (Fig. 468g, g 1 , g 2 ). Eriophyes brevitarsus Nal. ist der Erreger dieser aus den Oberhautzellen hervor-gehenden Gebilde. Früher hielt man dieselben für Pilzbildungen, welche als Eri'neum alneum bezeichnet wurden.Ein Schlauchpilz, Taphrfna (Exoäscus) älni incänae verursacht das sehr bedeutende Auswachsen der Frucht-schuppen (besonders bei der Grau-Erle) zu flachen, fleischigen, meist stark geröteten Lappen (Fig. 468h),

1. Weibliche Kätzchen in Knospen überwinternd, mit den Blättern hervorbrechend. Knospen un-gestielt (Fig. 485 b). Mark auf dem Querschnitt (bei jungen Trieben) + kreisförmig (Fig. 480 n). Früchte breit-geflügelt. Alpen, Voralpen, Hochebene, Mittelgebirge, Lausitz..........A. viridis nr. 775.

1 *. Weibliche Kätzchen nackt überwinternd, im ersten Frühjahr vor dem Blattausschlag blühend. Knospengestielt (Fig. 485 a). Mark auf dem Querschnitt 3-strahlig (Fig. 480 k). Früchte nicht oder nur sehr schmal geflügelt 2.

2. Seitliche weibliche Kätzchen (und Zapfen) sitzend oder kaum gestielt. Laubblätter spitz,unterseits flaumig-behaart. Knospen nicht klebrig..............A. incana nr. 776.

2*. Seitliche weibliche Kätzchen deutlich gestielt. Laubblätter stumpf, unterseits in den Nerven-winkeln bärtig, anfangs oberseits (wie die Knospen) klebrig..........A. glutinosa nr. 777-