Druckschrift 
3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
Entstehung
Seite
85
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

85

Tafel 85.

Erklärung der Figuren.

Fig. 1. Alnus glutinosa (pag. 91). Zweig mit jungen

weiblichen Fruchtzapfen. la. Zweig mit männlichen und weiblichen

Blütenständen. 1 b. Tragblatt eines männlichen Trugdöldchens

(nach Entfernung der Blüte). Aussenseite.

1 c. Samen.

1 d. Schuppe des reifen Fruchtzäpfchens.

2. Alnus incana (pag. 89). Zweig mit vor-jährigen Fruchtzäpfchen.

2 a. Zweig mit männlichen (endständigen) undweiblichen Blütenständen.

2b. Männliches Trugdöldchen.

3 a.

3 b.

Fig. 2 c. Tragblatt mit den 4 Vorblättern der männ-lichen Blüten (von innen). 3. Alnus viridis (pag. 87). Zweig mit ein-jährigen Fruchtzäpfchen.Zweig mit männlichen und weiblichenBlütenständen.

Tragblatt mit den 4 Vorblättern dermännlichen Blüte.

3 c Weibliches Trugdöldchen.3d. Perigonblatt.4. Fagus silvatica (pag. 96). Zweig mit

Buchnüsschen".

4 a. Zweig mit einem endständigen weiblichenund 2 männlichen Blütenständen.

B. nana L. (= B. Seideliäna Robert Missbach). In 2 Formen (supercarpätica und supernäna) kürzlich imErzgebirge (zw. Gottesgab und dem Spitzberg beobachtet; vgl. Allgem. botan. Zeitschr. 1908, pag. 120).6. B. nana L. X B. verrucosa Ehrh. (== B. Plettkei P. Junge). Wurde in 2 Formen (f. supernäna undsuperverrucösa P. Junge) in der Provinz Hannover (Bodenteich) konstatiert (Verhandl. des naturw. VereinsHamburg, 1905. XIII. pag. 36). Ist schon lange aus Südbayern (Reicholzried bei Memmingen: Holler) bekannt.

CCXII. Alnus 1 ) Hill. Erle. Franz.: Aune; engl.: Alder; ital.: Ontano, alno.

Bäume oder Sträucher. Junge Aeste 3-kantig. Knospen gestielt. Scheinährenmeist bereits im Herbst stark vorgebildet. Blätter nach der Y 3 Blattstellung schraubigangeordnet. Männliche Blüten zu 3-blütigen Trugdöldchen (Dichasien), diese wiederum zukätzchenartigen, hängenden Gesamtblütenständen vereinigt. Männliche Kätzchen über denweiblichen stehend und grösser. Mittelblüte mit 2, Seitenblüten mit je 1 Vorblatt (männ-liches Trugdöldchen also im ganzen mit 4 Vorblättern; letztere grösstenteils mit dem schild-förmigen Tragblatt verwachsen; vgl. Fig.480 q und Taf. 85, Fig. 2c, 3b). Perigon vorhanden,in der Regel 4-spaltig (selten ^ verwachsen), die vordem Abschnitte etwas grösser.Staubblätter 4, vor den Perigonabschnitten stehend. Staubbeutelhälften durch das sehrkurzgabelige Konnektiv voneinander getrennt (daher scheinbar 8 Staubblätter), an der Spitzeohne Haarschopf. Weibliche Trugdöldchen stets 2-blütig (Fig. 480 r; Taf. 85, Fig. 3c),ohne Mittelblüte. Vorblätter 4, mit dem Tragblatt zu einer verholzenden, zur Fruchtzeitnicht abfallenden Fruchtschuppe verwachsen (Taf. 85, Fig. 1 d, 3b). Trugdöldchen zuseitenständigen Träubchen, später zu zapfenartigen Fruchtständen vereinigt. Narben 2, länglich,fädlich, über die Tragblätter hervorragend. Fruchtknoten ursprünglich 2 hängende,anatrope Samenanlagen enthaltend (Fig. 480 s, t), von denen sich aber nur eine zueiner einsamigen, etwas abgeplatteten, geflügelten oder ungeflügelten Nuss ausbildet (Taf. 85,Fi g- 1c).

ßie Gattung umfasst ca. 30 Arten, welche vornehmlich in der nördlichen gemässigten Zone verbreitetsind. Fossile Arten sind mehrfach im Tertiär, Diluvium und in der Kreide nachgewiesen worden. Aussernr. 7/6 und 777 werden bei uns zuweilen die beiden folgenden, einander sehr nahe stehenden (beide werden vielfachzusammengeworfen!) Arten in Kultur genommen: 1. A. rugosa (Du Roi) Spreng. (== A. autumnälis Hartig).Runzel-Erle. Engl.: Hazel-leaved alder. Heimat: Atlantisches und mittleres Nordamerika. Zweige jung dichtrostfarben-filzig. 'Blätter breit-elliptisch oder breiteiförmig, spitz oder stumpf, am Grunde + breit abgerundet

') Name der Erle bei den Römern.