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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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der Verbrennung entstehende Russ liefert die Kupfer- und Buchdruckerschwärze sowie eine schwarze Maler-farbe. Stellenweise werden ältere Bäume im Frühjahr (April) 1 bis 5 cm tief angebohrt. Der ausfliessendeBirkensaft" ist zuckerhaltig (Laevulose), enthält Extraktivstoffe und in der Asche einen grossen Ueberschussbasischer anorganischer Bestandteile, besonders Kalium (Lenz). Er liefert durch Gährung ein schaumwein-artiges Getränk (den sog.Birkenwein"). Letzterer ist auch ein bekanntes Volksheilmittel (vgl. pag. 76).50 Stämme von ca. 47 bis 52 cm Durchmesser liefern in 4 Tagen 175 kg Saft. Die Knospen schliesslichsind ein beliebtes Futter für Birk-, Auer- und Moorhühner. Neuerdings wird B. verrucosa vielfachauch als Alleebaum, zum Abschliessen der Kiefernschonungen von öffentlichen Wegen oder als Mai-käferbaum angepflanzt (Fig. 4/7). Reste der .Birke sind in den verschiedensten Torfschichten sehrhäufig anzutreffen, die als Knet- oder Presstorf gewonnen werden. Bildet sich der Birkentorf an ur-

Fig. 477. Heideweg mit Birken (Betula verrucosa Ehrh.) in der Lüneburger Heide (bei Mechtersen).Phot. Prof. R. Linde, Hamburg. Photographie aus der Lüneburger Heide" (Velhagen und Klasing).

sprünglicher Stelle, so heisst er Bruch-Birkentorf, während Schwemm-Birkentorf sich an zweiter Lager-stätte in Flachmooren vorfindet. Jedenfalls war die Birke früher allgemeiner verbreitet (wenigstens inOesterreich und in der Schweiz) und reichte im Gebirge höher hinauf. Ueberreste wurden mehrfach in den Pfahl-bauten gefunden, bei Niederweningen (Kt. Zürich) zusammen mit Mamutfunden. Sämtliche Birken sind als ein-häusige Windblütler zu bezeichnen. Als Seltenheit istZweihäusigkeit (rein männliche und rein weibliche Exemplare)oder sind Zwitterblüten beobachtet worden. Wahrscheinlich sind die Blüten proterogyn. Wie bei CorylusundAlnus ist die Befruchtung als chalazogam zu bezeichnen (vgl. Einleitung pag. CXLVI und Fig. 480s, t).Die weisse Farbe der Birkenrinde wird in erster Linie durch das Betulin bedingt. Es handelt sich dabei umfeine, weisse Körnchen, welche die plattenförmigen, abwechselnd derb- und dünnwandigen Korkzellen ausfüllen.Die Rindenporen (Lentizellen) sind linienförmig und quergestellt.

773. Betula nana L. (= Alnus nana Clairville, = Chamaebetula nana Opiz). Zwerg-Birke. Engl.: Dwarf birch. Taf. 84, Fig. 4; Fig. 4/8, 4/9 u. 481.

Kleiner, niedergestreckter oder nur wenig über den Boden sich erhebender (Fig. 477),seltener bis 50 (120) cm hoher, verzweigter Zwergstrauch. Zweige knorrig, niedergestrecktoder aufsteigend, mit braun- oder später schwarzgrauer, wenig abblätternder Rinde. JungeZweige dicht und kurz sammethaarig, drüsenlos, später oft etwas verkahlend. Laubblätter