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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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Abhängen, auf Heidewiesen, auf torfigem oder trockenem Sandboden, an steilen, steinigenHängen, auf Dünen, in Dünentälern, auf Geschiebe der Bäche; von der Ebene bis in dieVoralpen (Berneroberland bis 1800 m, Patscherkofel in Nordtirol 1830 m, Val Bavonaim Tessin ca. 1950 m, Castello im Bergell [südl. Exposition] 2010 m).

Allgemeine Verbreitung: Europa (nördlich von Grossbritannien durch Skandi-navien |65°|, Lappland über den Onega-See durchs Gouvernement Wolgoda nach Nord-Asien; im südlichen Europa nur im Gebirge: vom Rhodope-Gebirge bis Spanien),Kaukasus, gemässigtes Asien (östlich bis Japan; in der Mongolei südlich bis 37° 50').

Die gemeine Birke ist (wenigstens in Mitteleuropa) im wilden Zustande sehr wenig veränderlich. InGärten finden sich gelegentlich Formen mit purpur getönten BlätternBlutbirke" (f. purpürea hört.), fein-zweigige, zierliche Hängeformen mit kugeliger Krone (f. tristis Zabel). Formen von + pyramidenförmigemWüchse (f. pyramidalis Dippel) oder Exemplare mit fiederig-gelappten Blättern (f. lobuläta Anders.).

Im Gegensatz zu der vorigen Birke findet sich B. verrucosa mit Vorliebe in trockenen und warmenLagen (sie gedeiht sogar im dürrsten Sandboden); allerdings erscheint sie zuweilen zusammen mit B. pubescensauch auf den entwässerten Flachmooren (dagegen höchst selten im Hochmoorwald). Entweder erscheint sie indie Laub- und Nadelwälder eingesprengt oder sie bildet für sich allein kleinere, lichte Waldbestände. B. verru-cosa ist wie die Kiefer ein äusserst anspruchsloser Baum, welcher an Klima und Boden sehr geringe An-forderungen stellt und gegen Frost und Dürre vollkommen unempfindlich ist. Im allgemeinen ist sie vielwärmebedürftiger als B. pubescens, was auch die viel weiter nach Süden reichende Verbreitung erklärt (B.pubescens fehlt in Südeuropa). Im südöstlichen Europa geht sie sogar tiefer in die Steppe hinein als Pinussylvestris. Mit Vorliebe gedeiht sie auf einem sandig-lehmigen Boden. Beide Birken sind sehr raschwüchsig undvermögen bei der leichten Verbreitungsfähigkeit ihrer (geflügelten) Früchte durch den Wind im Walde entstandeneLücken wiederum schnell auszufüllen. Auch nach Waldbränden ist die Birke meist der erste Ansiedler. Betulaverrucosa erreicht ein Alter von 90 bis 100 Jahren (selten bis 120 oder mehr). Erwachsene Stämme zeigenin der Regel einen Stammdurchmesser von 40 bis 60 cm. Der Stockausschlag der Birke ist ein sehr geringer;zudem lassen die Stockausschläge bald nach. Beide Arten enthalten in ihrer Rinde einen harzähnlichen Stoff(Betulin), auf welchem die vielseitige Verwendung der Birkenrinde beruht. An dieser letztern lassen sich2 Schichten unterscheiden, nämlich der weisse, lederartige Kork (aus diesem wird der Birkenteer und durchDestillation das Birkenöl, Juchtenöl, Döggut gewonnen) und die innere Rinde, die namentlich in nordischenLändern zum Gerben verwendet wird (Gerbstoffgehalt zwar gering, nicht mehr als 3°/o). Das Juchtenöldient zum Einschmieren des sogenannten Juchtenleders und verleiht demselben seinen charakteristischenGeruch. Wegen des Gehaltes an Betulin ist die Rinde fast unverweslich und für Nässe kaum durchlässig; siedient deshalb zuweilen als Unterlage für Schwellen oder Balken auf feuchtem Boden. Im Norden werden ausder Rinde Schachteln, Tabakdosen, Körbe, Schuhe, Kleidungsstücke, Stricke, Matten, ja sogar Fackeln angefertigt,oder sie wird zum Bedecken der Häuser und Hütten verwendet. In Norwegen und Finnland wurde die Rindebei Teuerungen sogar zermahlen und zu Brot verbacken; in Kamtschatka sollen zerkleinerte Stücke mit Kaviarvermischt gegessen werden. Der Birkenteer ist ein gutes Konservierungsmittel für Leder und Holz und dient auch als" agenschmiere. Das Birkenöl (Oleum Betulae empyreumaticum der Pharm. Austr. oder Oleum Rusci derPharm. Helv.) oder der Birkenteer (auch Teeröl, Littauer Balsam, Huile russe, Olio di betula geheissen), welcherhauptsächlich in Russland und Polen aus den Wurzeln, dem Holze und der Rinde gewonnen wird, ist dick-flüssig, braunschwarz, von eigenartig brenzlichem Gerüche und enthält eine Anzahl Phenole (z. B. Guajakol,Kresol, Kreosol etc.). Innerlich findet das Oel als Harn- und Menstrualmittel, äusserlich als Antisepticum gegenAusschlag, Rheuma und Gicht Anwendung. Als Heilmittel wurde die Birke namentlich von den Aerzten desb - bis 18. Jahrhunderts geschätzt. In der Veterinärmedizin dient es als Mittel gegen Wunden und Räudew 'e innerlich als Wurmmittel. Das gelblichweisse Holz bildet keinen Kern aus; es ist ziemlich weich, v er spaltbar, elastisch, fest und gehört zu den brennlcräftigsten Holzarten. Es hat aber den Nachteil, dasse r rasch schwindet (bis auf 93.5 % des Frischvolumens), im Freien leicht fault oder morsch wird und dem,,. raSS stark ausgesetzt ist. Als Bauholz hat es daher keine Bedeutung; dagegen wird es in der WagnereiSeilerei zur Herstellung von land- und hauswirtschaftlichen Geräten etc. (Mulden, Tröge, Deichseln,' vellen » Holzschuhe, Gewehrschäfte, Pfeifenköpfe, Felgen, Kummcthörner, Radzähne, Leitern usw.) Die jungen Stämmchen werden als Maibäume (an Pfingsten) benützt (vgl. pag. 76) und geben guteRuten liefern das Material der gewöhnlichen braunen Kehrbesen (zu diesem Zwecke werden die1 en gezogen). Birkenruten waren bereits bei den Römern als die ultima ratio des Lehrers bekannt. Diennen in jugendlichem Zustande an Ziege und Schafe verfüttert werden (in Skandinavien auch anRinder). Mit Alaun bilden sie eine grüne (Schüttgrün"), mit Kreide eine gelbe (Schüttgelb") Farbe. Der bei