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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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trübgrün, ziemlich derb (im ausgewachsenen Zustande derber als bei nr. 772), deutlichgestielt (Stiel wenigstens anfangs behaart, 1 bis 2,5 cm lang). Männliche Kätzchen sitzend,länglich-walzlich, hängend, bis 8 cm lang. Tragblätter braun. Staubbeutel gelb. WeiblicheKätzchen zylindrisch, anfangs aufrecht, später hängend, 2,5 bis 4 cm lang und 6 bis 10 mmdick, grünlich bis hellbraun. Mittellappen der Fruchtschuppen deutlich vorgezogen, meistzungenförmig verlängert, die gewöhnlich spitzeckigen, deutlich nach aufwärts gebogenen(selten wie bei nr. 772 zurückgebogenen) Seitenlappen überragend (Fig. 476 q). Frucht-schuppen ungefähr so breit (bis höchstens doppelt so breit) als die Frucht (Fig. 476 r). IV, V.

Ziemlich häufig und verbreitet (doch auf weite Strecken hin fehlend) in Mooren(besonders Hochmooren), in Brüchen, Dünenmooren, Sümpfen, in Gebüschen, in Wäldern,auf Dünen, in Dünentälern, von der Ebene bis gegen die Baumgrenze (beim Forno-gletscher im Oberengadin bis 1950 m, Val Demat in Graubünden [var. Carpatica] 2150 m, amTaschach-Gletscher im Pitztale in Nordtirol, 2200 m).

Allgemeine Verbreitung: Mittel- und Nordeuropa (nördlich bis Island [65°J,bis zum Nordkap [71°] und bis zum Weissen Meer [ca. 67°], südlich bis an den Südfussder Alpen [westlich bis zur Dauphine; fehlt in den Pyrenäen] und bis zu den Karpaten[fehlt im südöstlichen Steppengebiet], westlich bis Irland), südwestl. Grönland (62°),nördliches Asien (östlich bis Kamtschatka); fehlt in Nordamerika.

Aendert ab : var. typica H. Winkler. Laubblätter aus gerundetem oder herzförmigem oder keilförmig-gerundetem Grunde eiförmig, unterhalb der Mitte am breitesten, ausgewachsen, behaart, seltener kahl(Häufig). var. Carpatica (Waldst. et Kit.) Koch (= B. ambigua Hampe, = B. Carpatica Waldst. et Kit.var. Hercynica Rchb., = B. glutinosa aut.). Fig. 478 f, g. Strauch oder Baum. Rinde glänzend gelb bisrötlichbraun. Stamm knorrig. Zweige bald verkahlend. Laubblätter aus scharf-keilförmigem Grunde rauten-förmig, ungefähr in der Mitte am breitesten, zuletzt ganz kahl oder nur in den Nervenwinkeln gebartet.Zerstreut auf Heidemooren (bildet hier grosse Bestände) von Norddeutschland, in der Prignitz, im Böhmer-wald, Erz- und Riesengebirge, Hochgesenke, in Niederösterreich (Karlstift), in den östl. Schweizeralpen (Klosters,Dischmatal, Sertig, Val Demat) und wohl noch an anderen Orten. var. Murithii (Gaudin) Gremli(= B. nigra Murith). Stamm knorrig. Rinde grau. Aeste und Zweige schief aufrecht. Laubblätter kurzgestielt, aufrecht, unterhalb der Mitte am breitesten, grob doppelt gezähnt (angeblich bei Mauvoisin imWallis und am Lac de Joux im Jura). var. tortuösa (Ledeb.) Koehne. Gewöhnlich kleiner Baum oderStrauch mit knorrigem Stamm und + gewundenen, verbogenen Aesten. Zweige später kahl. Blätter + grobgezähnt. Fruchtkätzchen kurz-walzig. Fruchtschuppen mit aufrechten Seitenlappen und kaum längerem,Mittellappen (wohl nur im Norden).

Betula pubescens ist als die eigentliche Moor-Birke zu bezeichnen, welche mit Vorliebe auf demHochmoore (auf der Torf-Vernarbung, im Callunetum. Sphagneto-callunetum und im Hochmoorwald) auftrittohne jedoch dem Flachmoor (hiergern im Molinietum) zu fehlen. 'Sie ist auch in den Alpen weitverbreitet und gleichzeitig dieeigentliche Birke des Nordens,welche in Nordskandinavien (hierwie viele andere Gewächse zwarauf mineralischem Boden) dieBaumgrenze bildet. Wie nr. 772atauch B. pubescens ein grossesLichtbedürfnis (beides sind Licht-holzarten!); dagegen ; st ihr

Warmebedürfnis ein viel kleineres(daher das Vorherrschen auf denMooren, i n den Alp£n und ^

Norden). Ohne Schaden kann siesehr hohe Kältegrade ertragen.Ebenso verträgt sie

anhaltende

Fig. 475.

Betula pubescens Bhrh., auf einem oberbayerischen Hochmoor (mitPinus montana). Phot. V. Zünd München-Luzern.