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Faschinen ähnlich wie verschiedene Weiden, ferner zu Vogelschlingen (Italien), Spazierstöcken, Korbbügeln,Armbrustbogen, Ausklopfstäben etc. Als Brennholz übertrifft es an Wert dasjenige der Birke. Das Laub,wenn auch wenig gut, wird von Ziegen und Schafen gefressen. Wegen der zeitigen Entwicklung seiner Blütenim ersten Frühjahr hat der Strauch auch als Bienenpflanze etwelche Bedeutung. Corylus Avellana besitzt einunverwüstliches Ausschlagsvermögen (vorzugsweise Stocksprosse, doch auch Wurzelbrut). Die Vermehrung erfolgtdurch Teilung älterer Stöcke, durch Ableger, Veredlung (Okulieren, Pfropfen) oder durch Samen. Erfahrungs-gemäss pflanzen sich aber nur wenige Sorten durch Samen echt fort (vgl. ausser Goeschke [pag. 73] auchGross. Die Haselnuss, ihre Kultur und wirtschaftliche Bedeutung. Berlin, Parey. 1902). Die Früchte fallen imHerbst aus und keimen im folgenden Frühjahr. Die Keimung erfolgt unterirdisch (hypogäisch), d. h. die beidenKeimlappen bleiben in der klaffenden Fruchthülle lange eingeschlossen (Fig. 473g, h) und treten nicht über dieOberfläche des Bodens empor. Die grossamigen, nahrhaften Früchte werden von Tieren aufgesucht und gelegentlichauch (namentlich durch Nagetiere) verschleppt. Die Blüten sind an verschiedenen Orten bald homogam, baldproterandrisch, bald proterogyn. Das erstere soll namentlich in einem kalten Frühling der Fall sein, während ineinem warmen Frühjahr die männlichen Blüten den Pollen vor der Geschlechtsreife der weiblichen Blüten entlassen,weshalb sich dann viele Früchte entwickeln sollen. Gelegentlich wurden auch schon zweigeschlechtliche Blütenkonstatiert. Zweisamige Früchte („Vielliebchen", verunstaltet „Philippine") sind nicht allzu selten. WerdenZweige während 9 bis 12 Stunden ins Warmbad gebracht (Molisch), so treiben die Kätzchen frühzeitig aus.
CCXI. Betllla 1 ) L. Birke. Franz.: Bouleau; engl.: Birch; ital.: Betulla.
Einhäusige Holzgewächse mit meist gestielten, wechselständigen Blättern. Stengel-mark auf dem Querschnitt + kreisförmig (Fig. 476p). Männliche Kätzchen lang-zylindrisch,dicht, nackt überwinternd (allerdings bereits im Herbst weit vorgeschritten), end- und achsel-ständig ; weibliche Kätzchen an der Spitze kurzer Seitenäste, unter den männlichen stehend,im Winter von Knospenschuppen eingehüllt, kleiner als die männlichen. Männliche Blüten demTragblatt aufsitzend, zu 3-blütigen Trugdöldchen vereinigt (Fig. 476i, k); Mittelblüte mitSeitenblüten ohne entwickelte Vorblätter. Perianth 4-blätterig (das hintere Blatt rudimentär).Staubblätter 2 (seltener 3), bis zum Grunde 2-teilig (Taf. 84, Fig. 3 b und Fig. 4 a), daheranscheinend 4 oder 6 Staubblätter. Weibliche Trugdöldchen 3-blütig oder durch Verkümmerungder Mittelblüte 2-blütig; ihre beiden Vorblätter (a, ß) mit dem Tragblatt (d) zu einer3-lappigen oder 3-spaltigen, nicht verholzenden, zur Fruchtreife abfallenden Schuppe ver-wachsen (Fig. 476f, g, h, q und Fig. 478 d). Weibliche Blüten ohne Perigon. Fruchtknoten2-fächerig; anfänglich jedes Fach mit 1 hängenden, anatropen Samenanlage (Fig. 476 n).Narben 2, purpurrot, fädlich, nicht über die Tragblätter hervortretend. Frucht eine (durchAbort) einsamige, dünnhäutige, zweiflügelige Nuss (Taf. 84, Fig. 3 d; Fig. 4761, m und Fig. 480 e).
Die Gattung umfasst etwa 33, fast ausschliesslich auf die nördliche gemässigte Zone beschränkte
Arten, welche — teilweise technisch und forstwirtschaftlich — eine grosse Bedeutung haben. Fossil sind zahlreiche
Arten — besonders aus dem Tertiär (z. B. B. prfsca Ettingsh., B. Brongniärtii Ettingsh., B. dryädum Brongn.) —
beschrieben worden. Ausser unseren beiden baumartigen Spezies sind mehrere Arten (namentlich durch die
Engländer) in Kultur genommen worden, so die Zucker-Birke (B. lenta L., = B. carpinifölia Ehrh.), engl.:
Black oder cherry birch, aus Nordamerika, die Gelb-Birke (B. lutea Michx.) aus Nordamerika, B. Ermäni
Chamisso aus dem gemässigten Asien (Mandschurei bis Japan), B. populifölia Marsh, aus Nordamerika,
• nigra L. aus Nordamerika (die beiden letztern bei Friedland in Schlesien verwildert), die Papier-Birke
v • Papyrifera Marsh.), engl.: Paper oder canoe birch, aus Nordamerika. Neben B. verrucosa und pubescens
e dort!) wird aus der Rinde von mehreren Arten Birkenöl (Oleum betulinum oder moscoviticum), welches
U aIs Heilmittel (gegen Rheumatismus) angewendet wird, hergestellt. Wegen des Gehaltes an Betulin (pag. 79) ist
irkenrmde fast unverweslich und für Nässe kaum durchlässig, weshalb sie namentlich im Norden zu Sohlen,
sen, Dachdecken etc. verwendet wird. Auch die Indianer Nordamerikas belegen in Ermanglung von
en ihre Wigwams mit der Rinde von B. papyrifera (Winkler). Die Rinde von B. lenta wird auf
verarbeitet und liefert ein Kaumittel der Indianer.
■ Bäume oder grössere Sträucher. Blätter spitz oder zugespitzt, nicht auffallend netzaderig, langtzchen wenigstens zuletzt hängend, die männlichen nackt überwinternd. Rinde weiss ... 2.
gestielt.
) Marne der Birke bei den Römern: vielleicht gallischen Ursprungs, da Plinius (Hist. nat. XVI,-n der Birke als „ gallica arbor « spricht .
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