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H. Winkler mit der var. Guatemalensis H. Winkler) und O. Knowltönii Coville aus Arizona. Nach den mehr-fach beschriebenen fossilen (13 Arten) Funden zu schliessen, scheint die Gattung früher — namentlich im Tertiär —stärker und weiter (auch in Grönland) verbreitet gewesen zu sein als gegenwärtig.
769. Ostrya carpinifölia 1 ) Scop. (= O. vulgaris Willd., = O. Itälica Scop. subsp.carpinifölia Winkler, = Carpinus Ostrya Wangenh., = C. Italica Scop.). Gemeine Hopfen-buche. Franz.: Ostrie; engl.: Hophornbeam; ital.: Carpinello, im Dialekt des Tessin:Carpanella, Carpan negher, Pütan. Taf. 84, Fig. 2, Taf. 77, Fig. 30 bis 32 und Fig. 473 c.
Strauch oder bis 10 (20) m hoher Baum mit anfangs glatter, weissgrauer Rinde,später mit einer längs- und querrissigen, dunkelgefärbten Borke. Krone jung ± kegel-förmig, später mehr offen. Zweige jung + behaart. Knospen spitzkegelförmig, kahl.Laubblätter eiförmig, zugespitzt, unter der Mitte am breitesten, am Grunde fast herz-förmig, kurz gestielt (Stiel 0,4 bis 1,3 cm lang), in der Jugend auf den stark hervor-tretenden Nerven behaart, später verkahlend, am Rande scharf doppelt-gesägt, 5 bis 10(13) cm lang und 2,5 bis 6 cm breit, mit 11 bis 17 Seitennerven, oberseits dunkelgrün,glänzend, unterseits hellgrün, zweizeilig angeordnet. Blatthälften (wie bei den Ulmen) meistungleich breit. Nebenblätter sehr hinfällig. Kätzchen mit den Blättern erscheinend; diemännlichen nackt überwinternd, schlank, leicht gekrümmt, meist paarweise (oder zu dreien)an Langtrieben endständig, beim Aufblühen sich stark verlängernd, bis 12 cm lang und
5 bis 7 mm dick. Tragblätter der männlichen Blüten grünlich, an der Spitze rotbraun(Taf. 77, Fig. 30). Staubblätter 4 bis 10. Staubfäden 2-teilig (Taf. 84, Fig. 2 c). Staub-beutel an der Spitze mit Haarschopf. Weibliche Gesamtblütenstände anfangs aufrecht stehend,kätzchenartig, locker, später sich zu einem hängenden, zapfenförmigen, eiförmigen, bis
6 cm langen und 1,5 bis 3 cm dicken Fruchtstande (vom Aussehen einer Hopfendolde)entwickelnd. Fruchthülle (wie bei Carpinus durch Verwachsen der beiden Vorblättermit dem Tragblatt entstanden) gross, eiförmig, flachgedrückt-sackartig, ungeteilt, gelblich-weiss (Taf. 77, Fig. 31, 32), später aufgeblasen, bräunlich, netzförmig-geädert, ganz-randig (Taf. 84, Fig. 2 a), anliegend behaart, 10 bis 25 mm lang und 6 bis 14 mm breit,am Grunde borstig, mit kurzem, filzigem Spitzchen, je ein kleines, spitz-eiförmiges, zu-sammengedrücktes, glänzendes, braunes, schwach geripptes, an der Spitze meist behaartesaussehen (Taf. 84, Fig. 2b) einschliessend. Weibliche Blüten mit unscheinbarem Perigon,zu zweien in den Achseln hinfälliger, lanzettlicher Tragblätter (Fig. 473 c; jede Blütevon einer sackartigen Hülle umgeben. Narben lang, rötlich. — IV bis VI.
An buschigen, sonnigen, steinigen Abhängen, an Felsen, an Waldrändern, in Laub-wäldern ; nur am Südfuss der Alpen (stellenweise auch in den Alpentälern). Im Südenvereinzelt bis ca. 1200 m (Laas ob Kötschach in Kärnten bis 1280 m, Monte Generoso1220 m und Monte Boglia im Tessin 1280 m, an der Gall bei Meran 1300 m). Fehlt inDeutschland vollständig.
In Oesterreich besonders im Süden der Alpen in Steiermark (zerstreut in Mittel- und mehrfach
in ntersteiermark), in Kärnten (vereinzelt in den grossen Flusstälern: Drautal, Gailtal, bei Raibl [bis 1100 m],
r "tal etc. Genaue Standortsangaben finden sich bei Scharfetter, XXXVII. Jahresbericht des Staats-
jymnasmms Villach. 1906, pag. XLX. Nördlichster, isolierter Standort:
St - Veit), in Kraim Kankertal ui
iw. St. Johann am Brückl und Kleinin (namentlich im Karstgebiet, im oberen Savetal westlich bis Kronau, in den Sanntaleralpen■ind über St. Primus), im Küstenlande (verbreitet) und in Tirol (im Süden stellenweise ver-breitet und einen-wesentlichen Bestandteil der Gebüschformation bildend; im Vintschgau aufwärts bis Meranbis über 1300m. I n Nordtirol einzig an der Solsteinkette bei Innsbruck: um Mühlau, ca. 1000 m, Purenhof;angeblich auch auf der Arzler Alpe). In der Schweiz einzig im Tessin (besonders im südlichen Sottoceneri
) wegen der Aehnlichkeit der Laubblätter mit denen der Hainbuche (Carpinus).