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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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am Luganersee, im Muggiatal, auf dem S. Giorgio, ausserdem beiMedeglia, Isone und Castione ob Bellinzona. Vgl.Bettelini, Arnoldo. La flora legnosa del Sottoceneri. Bellinzona 1904) sowie in den südalpinen Tälern vonGraubünden, so im Misox (Grono-Arvigo), im Bergell (zw. Spino und Castasegna) und im untern Puschlav(Perpetua, Novaglia, Campocologno, Brusio etc.); aber nicht wie früher irrtümlich angegeben im Zeigerwald bei Ragaz(Kt. St. Gallen). Ebenso im Veltlin ziemlich verbreitet. Im südlichen Oesterreich repräsentiert Ostrya einen häufigenBestandteil des Karstwaldes und erscheint daselbst gern in Gesellschaft der Manna-Esche (Fraxinus Ornus),von Staphylea pinnata, Paliurus australis, Acer campestre und Monspessulanum, Quercus lanuginosa, PrunusMahaleb, Ulmus glabra, Cotoneaster tomentosa, Rhamnus saxatilis, Prunus spinosa, Cotinus coggygria, Euo-nymus verrucosus, Colutea arborescens, Scorzonera Austriaca, Ornithogalum Kochii, Medicago prostrata, Euphorbiaepithymoides, Inula ensifolia, Artemisia camphorata, Athamantha rupestris, Erythronium dens canis, Epimediumalpinum, Stellaria bulbosa, Geranium nodosum, Potentilla Tommasiana (die beiden letztern sind Charakter-pflanzen der Karstheide), Veronica multifida, Lathyrus variegatus, Hacquetia Epipactis, Asparagus tenuifolius(Bd. II, pag. 263), Lactuca perennis etc. Weiter nach Norden schliesst sich die Hopfenbuche immer mehr denbaltischen Arten an, ohne jedoch (wenigstens heute) die höheren Voralpen überschreiten zu können. AmSchlossberge (Sovid, 6/6 m) bei Adelsberg findet sich Ostrya nach eigenen Beobachtungen z. B. nebenverschiedenen illyrischen Arten (Daphne alpina, Globularia bellidifolia, Helleborus multifidus und odorus,Aremonia agrimonoides, Rhamnus Carniolica und rupestris, Lamium Orvala etc.) in Begleitung von CarpinusBetulus, Amelanchier ovalis, Salix caprea, Sorbus aucuparia, Thalictrum aquilegifolium etc. In Kärnten undin Steiermark erscheint sie besonders gern in Schluchten, in Kärnten z. B. im Ochsenschluchtgraben beiGreifenburg (hier nachProhaska in Begleitung von Saxifraga squarrosa, Burseriana, crustata und Hostii, Rhamnuspumila, Dryas, Hieracium villosum etc.), Oselitzengraben bei Tröppolach, Garnitzenschlucht bei Moderndorf,ca. 600 m, Schlucht am Harlouz, Tscheppaschlucht etc., in Steiermark in der Talenge von Prassberg, in derWeizklamm bei Weiz (ca. 600 m) östlich Graz usw. In der letzteren Schlucht tritt Ostrya nach K ras an(Mitt. des naturwissenschaftl. Vereins für Steiermark, 1896 [pag. 26]) in Begleitung von verschiedenen subalpinenArten auf (Carduus personata und C. glaucus, Primula auricula, Achillea Clavennae, Heliosperma quadrifidum,Anemone alpina, Athamanta Cretensis, Valeriana saxatilis) sowie in Begleitung von Philadelphus, Euonymuslatifolius und Peltaria alliacea. In höheren Lagen reicht die Hopfenbuche und zwar als reichlich fruchtendeBaumform bis an die untere Grenze von Pinus montana, Rhododendron chamaecistus und hirsutum, Rhamnuspumila, Lonicera alpigena, Erica etc. (ca. 1100 m) hinauf. Aus dem heutigen zerstückelten Verbreitungsarealin Steiermark und Kärnten ist wohl mit Recht zu schliessen, dass die illyrische Flora früher am Ostrande derAlpen weit nach Norden gereicht hat. Die heutigen Bestände werden von den einen Autoren als interglazialeRelikte (Beck), von den andern als Relikte einer postglazialen Wärmeperiode (Scharfetter) aufgefasst.Da die Hopfenbuche heute gleichzeitig im obern Isonzotal sowie bei Raibl (an der sog. Vitriolwand) und imSchlitzatal bei Tarvis auftritt, nimmt Beck wohl mit Recht an, dass über den Predilpass (1162 m) einst eineWanderstrasse für illyrische Pflanzen aus dem Küstenland nach Kärnten bestanden hat. Im südlichen Tirolund in der Südschweiz wächst Ostrya im Bereiche der Mediterrandora und bildet in Buschwäldern mitQuercus lanuginosa und sessiliflora, Corylus, Fraxinus excelsior nicht selten grössere Bestände. Die TirolerStandorte im obern Drautal (Nikolsdorf) sind mit den Verbreitungsgebieten von Kärnten (Ober-Drauburg), die-jenigen des Puschlav mit dem Areal im Vetlin in Verbindung zu bringen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dassfrüher auch eine direkte Verbindung der illyrischen Flora aus dem Drautal mit der südtiroler Flora (bei Franzens-feste) bestanden hat. Dagegen dürfte das heutige Vorkommen von Ostrya in der Solsteinkette (Mühlau bei Innsbruck)in Nordtirol ein sekundäres sein. Nach Murr (Botan. Zentralblatt. Bd. 33 [1888], pag. 121) erfolgte die Ein-wanderung der geflügelten Früchte wahrscheinlich ca. 1860 durch den Sirokko über die Brennerpasslücke. O. carpini-folia bevorzugt felsige, kalkreiche, warme Unterlagen (starke Verbreitung im Karst und in den südlichen Kalkalpen),ohne jedoch auf Urgebirge zu fehlen. Forstwirtschaftlich steht sie der Hainbuche sehr nahe. Sie zeigtein sehr rasches Wachstum und siedelt sich durch Samen an freien Stellen sehr leicht an. Sie wird kaum über100 Jahre alt. Stellenweise ist die Hopfenbuche auch in historischer Zeit im Süden sicherlich viel verbreitetergewesen als heute. Schuld an dem Rückgang ist vielfach der Holzfrevel; denn das Holz ist als Werkholz oderzur Bereitung von Kohlen sehr gesucht.

Allgemeine Verbreitung: Mittelmeergebiet und submediterrane Zone der Alpen-länder (von der Provence ostwärts durch die südlichen Alpen, Kroatien, Südungarn, durchSerbien südwärts bis Griechenland, in ganz Italien bis Sizilien, auf Korsika, Sardinien, durchKleinasien bis zum Taurus und Libanon), für Spanien zweifelhaft; ausserdem im atlantischenund mittleren Nordamerika; in Japan und China die subsp. Virginia na und in Mittel-amerika (Guatemala," Costa Rica) die subsp. Guatemalensis.