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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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3 bis 5 cm langen Fruchtbechers viel kürzer als der stark vorgezogene Mittellappen.Narben 2, fädlich, purpurrot. Nüsschen stark längsrippig (7 bis 11 Rippen), zusammen-gedrückt-eiförmig, 5 bis 10 mm lang, von dem Perigon umgeben und gekrönt (Taf. 83,Fig. 3 c, 3d), kahl oder gegen die Spitze zu punktiert, 1-sämig. VI.

Stellenweise fehlt namentlich in den Alpentälern häufig und verbreitet inLaubwäldern, Gebüschen, Hecken, an buschigen, sonnigen Abhängen, einzeln oder inkleinern Beständen; bis 900 m, vereinzelt bis gegen 1100 m hinaufsteigend. Ausserdemin Hecken, Spalieren oder Lauben (spalierartig) angepflanzt.

Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa (fehlt dem Norden [Norwegen],im Südosten [Steppengebiet] und auf der Iberischen Halbinsel; reicht in Schweden nördlichbis 56,5°, auf Oeland bis 57° IT, in Kurland bis 56° 20' nördl. Breite), Kaukasusländer,Kleinasien, Nordpersien (Asterabad, Rescht).

Aendert im allgemeinen (wenigstens im wilden Zustande) wenig ab: var. typica Beck (= var.carpinfzza Neilr., = C. carpinizza Host). Lappen der Fruchthülle ganzrandig oder mit wenigen Zähnen ver-sehen. f. serräta Beck. Fruchthülle meist spitz gelappt und ringsum scharf gesägt (mit dem Typus durchUebergänge verbunden). f. rupicola Rikli. Kleine, sparrige Strauchform, mit schmäleren, derben Blätternund mit länglich-eiförmiger Fruchthülle. An sonnenverbrannten Felspartien (Heidewald) in der östlichen Schweiz(Lägern) von Rikli beobachtet. Ausserdem sind noch verschiedene Kulturformen bekannt: f. heterophyllaPetz, et Kirchn. Blätter lappig-gesägt. Lappen spitz. f. quercifölia (Desf.). Lappen abgerundet.f. horizontälis hört. Aeste wagrecht-ausgebreitet. f. purpürea Dippel. Blätter + rotbraun.f. älbo-variegäta hört.' Blätter weisslich panachiert. f. lüteo-variegäta hört. Blätter gelbpanachiert. f. pyramidalis Dippel (= f. fastigiäta und columnäris Schelle). Baum von pyramiden-förmigem Wüchse. f. pendula Petz, et Kirchn. Zweige hängend. Die Hainbuche verlangt nachWillkomm zu ihrem Gedeihen eine mittlere Jahrestemperatur von mindestens 6° C, wobei die Mitteltemperaturdes Winters nicht unter 3,75° C sinken soll; deshalb das Fehlen in vielen Gegenden. In Mitteleuropa ist siemeistens in den Laubwald (Buchen- und Eichenwälder) eingestreut; immerhin vermag sie auch kleinereWälder zu bilden. Dies ist stellenweise im Süden der Alpen (ebenso in Westpreussen und in Litauen) der Fall,wo in den Hainbuchenwäldern Acer pseudoplatanus, Sorbus Aria, Festuca gigantea und heterophylla, Miliumeffusum, Asperula Taurina, Dentaria bulbifera, Actaea spicata etc. auftreten (nach Scharfetter). CarpinusBetulus liefert ein weisses (daher die Bezeichnung W'eissbuche!), feinfaseriges, schweres, hartes, sehr schlechtspaltbares, zähes, festes, aber wenig dauerhaftes Werkholz, das zu Hammer- und Axtstielen, Schrauben,Walzen, Schuhstiften, Schuhleisten, Zapfenlagern, Kammrädern der Mühlen etc. Verwendung findet. Danebenbesitzt des Holz hohen Brennwert und liefert eine ausgezeichnete Kohle. Da die Hainbuche das Beschneidensehr gut verträgt (sie besitzt ein grosses Ausschlagsvermögen), wird sie gern zu Grünhecken (Lebhag") oderzu Laubgängen sowie zum Kopfholz- und Schneitelbetrieb verwendet. Im 17. Jahrhundert spielte der Baumin den französischen und deutschen Gärten zur Herstellung architektonischer Formen eine grosse Rolle. Dadas Holz im trockenen Zustand stark unter Wurmfrass leidet, können die Stämme wie diejenigen der Birkeund Erle nicht als Bauholz verwendet werden. Das Laub dient mancherorts als Viehfutter. Die Nüsschenreifen im Oktober, bleiben aber nicht selten den Winter über am Baume hängen. Die Keimung erfolgt imzweiten Frühjahr nach der Aussaat. Wie die Pappeln gehört auch die Hainbuche zu den Windblütlern. DieVerbreitung ihrer Samen bezw. Früchte geschieht durch den Wind. Wie bei der Linde, beim Ahorn etc.sind die Früchte (hier genau gesprochen Scheinfrüchte; das Flugorgan gehört nicht der Frucht an!) alsSchraubenflieger" zu bezeichnen, die sich nur bei heftigen Windstössen vom Baume loslösen und nach Arteiner Schiffsschraube langsam zu Boden sinken. An den Wurzeln findet sich wie bei Myrica, Fagus, Alr.us,eine Mykorrhiza, die nach P.eklo (Beiträge zur Lösung des Mykorrhizaproblems. Berichte der deutsch, botan.Gesellsch. 1909) verschiedenen Wald-Schimmelpilzen aus den Gattungen Penicillium und Citromyces an-zugehören scheint. Ueberpflanzen (Solanum dulcamara, Urtica dioica, Poa palustris usw.) sind gleichfallsmehrfach beobachtet worden (vgl. pag. 16).

CC1X. Östrya 1 ) Scop. Hopfenbuche.

Diese Gattung umfasst nach H. Winkler (Bctulaceae. Pflanzenreich, Heft 19, 1904) nur 2 Arten,die unten näher geschilderte O. carpinifolia, die in Mittelamerika stark variiert (subsp. Virginiäna [Mill.]

'] Gr. öazotov [östreonj = Muschel, Schale; nach der Gestalt der Fruchthülle.