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andere Form (f. pendula Dippel) zeigt (wenigstens im Alter) + stark überhängende Zweige, eine dritte(f. globösa Späth) aufrechte Zweige und Aeste (daher dichter ovaler Strauch oder kleiner Baum) und sehrkleine Blätter. — P. alba bildet grosse, stattliche Bäume mit einem höchst malerischen Baumschlag, die einAlter von 300 bis 400 Jahren erreichen können. Die Bildung von Wurzelbrut ist bei der Silber-Pappel starkverbreitet. Das Holz ist sehr gleichmässig gebaut und verzieht sich sehr wenig, weshalb es vorzügliche Reiss-bretter liefert. Zu einem guten Gedeihen braucht P. alba einen fruchtbaren, tiefgründigen, lockeren und feuchten(besonders sandig-lehmigen oder sandig-humosen) Boden; auf trockenen und mageren Böden zeigt sie einkrüppelhaftes, oft strauchiges Aussehen. Stellenweise wird sie auch aufgeforstet (Donaugebiet; Tessin: ganzeWaldungen in den Auen zwischen Bellinzona und Magadino) und liefert ganz erstaunliche Erträge. Auch zurDeckpflanzung eignet sich der Baum gut.
766. Populus tremula 1 ) L. (= P. austrälis Ten., = P. Grseca Griseb.). Zitter-Pappel,Espe, Aspe. Franz.: Tremble; Peuplier tremble; engl.: Aspen; ital.: Tremolo, Pioppotremolo, Alberello, Albera, Popolo montano. Taf. 83, Fig. 1., Fig. 470 a bis d und Fig. 468 c, d.
Die Etymologie des Wortes Espe (ahd. aspa, mhd. aspe) steht nicht sicher fest (verwandt mit „Esche" foder zu lat. arbor = Baum ?). In den oberdeutschen Mundarten wird es meist als Aspe, Aschpe ausgesprochen.Kärntnerische (und österreichische) Bezeichnungen sind: Agspalter, Agspelter, Aspolter. Nach denbeständig zitternden, sich beim leisesten Luftzug bewegenden Blättern heisst der Baum: Zitter, Zitterle,Zittroch (Krain: Gottschee), Zitterasp (Rauhe Alb); Flitterbarke, Fliddereschen, Flittereske,Fluttermai, Flitter pop pel (Nordwestl. Deutschland), Fluderesch (Ostpommern); Flauderespe (Elsass);Flitter, Füttern, (Oesterreich) [zu „füttern", vgl. „Flittala, Flitterich = Briza media, Bd. I, pag. 293];Kl apperpopp el (Bremen); Bäweeske, Bäwerke, Bäfeske [von „beben"] (Ostfriesland); Papierholz(Rauhe Alb). Im romanischen Graubünden: trembel, papler, papla, alb er (Engadin), tr fembal (Heinzen-berg), tremula (Poschiavo) [lat. tremere = zittern]. Allgemein bekannt ist die Volkssage, dass die Blätterder Espe deswegen beständig zittern müssten, weil sie sich als Christus am Kreuze hing (oder als Gott durchden Wald ging) nicht wie die anderen Bäume neigte und deshalb verflucht wurde.
Strauch oder mittel-hoher (bis ca. 10, seltenbis 30 m hoch) Baum.Stamm anfänglich glatt,gelbbraun berindet,später + schwarzgrauborkig. Junge Zweigekahl oder + behaart,glänzend gelbbraun,rundlich, später meistoliv- bis schwärzlich-grau (dann mit deut-lichen Lenticellen oderRindenporen). Knos-pen ca. 6 bis 7 mmlang und 3 bis 4 mmdick, braun, zuweilen+ klebig, an derSpitze meist fein be-
förmig bis fast kreisrund, stumpf, ungefähr so lang als breit, lang gestielt (Stiel bis 6 [8] cmlang, seitlich flach gedrückt), gewöhnlich 3 bis 7 (15) cm lang und 3 bis 8 cm breit, amKand grob und unregelmässig ausgeschweift, stumpf gezähnt, am Grunde gestutzt oder
') von lat. tremere = zittern.
Fig. 470. a bis d Populus tremula L. a Zweig mit weiblichen Kätzchen, b Weibliche Blütemit Tragblatt, c Tragblatt, d Längsschnitt durch den Fruchtknoten. — e bis m Populusnigra L. e Zweig mit männlichen Kätzchen. / Männliche Blüte mit Tragblatt, g Zweig mitweiblichen Kätzchen, h Weibliche Blüte mit Tragblatt, i, k Halbreife und reife Frucht. / Samemit Haarschopf, m Laubblatt. — n Normales Laubblatt von Populus alba.