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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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Saarbellen (Niederösterreich) vgl. unter P. nigra (pag. 62). Die elsässische und rheinpfälzische BezeichnungBelle" ist aus Abele, Albele gekürzt. Auf den Standort an Gewässern deuten die in Oesterreich gebräuch-lichen Namen Wasserbaum, Wasserälm, Wäss a-älb arn hin.

18 bis über 35 m hoher Baum mit hell-weissgrauer, im Alter rissiger Rinde. Kronegewöhnlich breitrundlich (Fig. 469), seltener pyramidenförmig. Jüngere Aeste, Knospenund Blattstiele grau- oder schneeweissfilzig, die einjährigen stielrund. Winterknospen meistbehaart, seltener kahl und am Rande bewimpert (nicht klebrig). Laubblätter rundlich-eiförmig bis 5-lappig, länger als breit, 4 bis 8 (10) cm lang und 3 bis 6 cm breit, amGrunde meist etwas herzförmig (Fig. 470 n), buchtig-gelappt (besonders die der Stock-ausschläge [Tai 83, Fig. 2 b]), oberseits glänzend dunkelgrün, fast kahl, unterseits ± dichtschneeweissfilzig (Haare dünnwandig, oft zu Büscheln von 2 bis 5 vereinigt), im Altergrünlich-grau, allmählich verkahlend, gestielt. Blattstiel verschieden (meist 2 bis 3 cm)lang, bei Schösslingen länger (bis 17 cm lang), von der Seite zusammengedrückt, anfangsgraufilzig, später hellgrün. Männliche Kätzchen 3 bis 7 cm lang, dick; weibliche etwaskürzer. Tragblätter rostfarbig, elliptisch bis keilförmig-elliptisch, ungleich gezähnt bis fastganzrandig, spärlich zottig-bewimpert. Staubblätter (3) 6 bis 8 (10) (Taf. 77, Fig. 23).Staubbeutel zuerst hellpurpurn, später gelb, so lang wie die Staubfäden (Taf. 77, Fig. 23).Fruchtknoten kegelförmig, länglich, kurz gestielt. Narben 2, rosarot. Narbenäste kreuz-förmig gestellt, schlank (Taf. 77, Fig. 24). Samen länglich-birnförmig, am Grunde haar-schopfig. III, IV (V).

Stellenweise in Auen (besonders längs der grossen Flüsse), Ufergebüschen, Wäldern,auf trockenen Alluvionen (hier auch strauchartig), bis ca. 900 m emporsteigend (selten höher:Savognin in Graubünden 1213 m, Bellwald im Wallis 1593 m). Ursprünglich wild wohl nurim südlichen und östlichen Gebiet; sonst oft angepflanzt, zuweilen auch verwildert.

P. alba tritt in Deutschland ursprüng-lich wild wohl nur in der badisch-elsässischenRheinfläche (Rhein- und Illgebiet), im Donau-(von Passau bis Ulm), im Saalach- und Salzach-gebiet (auch bei Waging: Hepp), in Schlesien(mittlere Oder- und Katzbachniederung) undim östlichen Flachland (Weichselgebiet) auf.An letzterem Orte gehört sie den sogen.Weiden- oder Strauchkämpen an, die für dasWeichseltal so bezeichnend sind und bildet mitder Schwarz- und Weisserle, mit Populus nigraund verschiedenen Weiden (namentlich S. albaund fragilis) zuweilen fast undurchdringlicheBestände. In Oesterreich dürfte P. albanamentlich längs der grossen Flüsse (Donau,Drau, Save, Mur, Sann etc.) als ursprünglichbetrachtet werden. Dagegen in der Schweizhöchstens im Wallis (im Rhonetal aufwärts bisLeuk) spontan.

Allgemeine Verbreitung:Zerstreut durch Süd- und Mitteleuropa(in Norwegen [eingebürgert] bis 68 °nördl. Breite), Kaukasus, Vorderasien,westl. Zentralasien, Himalaya.

Dieser Baum ist in seinem Habitus und in der Ausbildung seiner Blätter (namentlich der Schösslinge)ziemlich veränderlich. Eine Form von deutlich pyramidalem Wuchs, welche ein Gegenstück zur P. nigra subsp. Italicabildet, wird als var. pyramidalis Bunge (= var. Croätica Wesmael, = var. Bolleäna Wesmael) bezeichnet.Sie ist in Vorderasien einheimisch (nicht in Kroatien) und wurde zuerst aus Turkestan bei uns eingeführt. Eine

Fig-. 469. Silber-Pappel (Populus alba L). Phot. E. Ganz, Zürich.