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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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etwas herzförmig, in der Jugend seidenhaarig-zottig, später ganz kahl, oberseits lebhaft grün,glänzend, unterseits hellgrün mit zierlichem Adernetz, selten am Grunde mit Drüsen (Blätter anStockausschlägen [Taf. 83, Fig. 2 b] und Wurzeltrieben grösser, unregelmässiger und gewöhnlichsamt den Stielen kurz weichhaarig). Kätzchen 4 bis 11 cm lang und bis 2 cm dick, zuerstin einen dichtenPelz eingehüllt (Taf. 83,Fig. 1,1 a), dichtblütig, anfänglich wurstförmig gekrümmt,zuletzt schlaff herabhängend (Fig. 470a). Tragblätter schwärzlich-braun, handförmig-zerschlitzt,dicht zottig-gewimpert (Fig. 4/0 c). Staubblätter gewöhnlich 8 (4 bis 12). Staubbeutelpurpurrot, später sich entfärbend. Fruchtknoten lebhaft grün, sehr kurz gestielt, kegel-förmig, spitz, am Grunde von dem bleichgrünen, kahlen oder am Rande wenig bewimpertenDiskus umgeben (Taf. 83, Fig. 1 d). Narben 2, zierlich gelappt (Fig. 470b), purpurrot. III, IV.

Häufig in Gebüschen, auf lichten Waldstellen, an Ufern, in Auen, an steinigen,buschigen Halden, auf Dünen (Graue Düne), in Mooren, auf der Geest, vom Meeresstrandbis in die Voralpen (vereinzelt bis gegen 2000 m); besonders auf Sandboden. Ausserdemangepflanzt (an Strassen) und zuweilen verwildert.

Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa (im Süden stellenweise fehlend;in Skandinavien nördlich bis 71 ° nördl. Breite), Kaukasusländer, Sibirien (westlich bis Japan),Nordafrika.

Aendert etwas ab: var. villösa Lang. Junge Zweige und Blätter (beiderseits oder doch unterseits)dicht anliegend seidig-behaart (zuweilen Büschelhaare wie bei nr. 765). Selten. var. typica Koehne.Zweige und Blätter niemals seidig-behaart. var. Freynii Hervier (= var. acuminäta Abrom.). Blätter stetsdenen der Schösslinge ähnlich, länglich, 3-eckig oder rhombisch, zugespitzt (Selten in Ost- und Westpreussenbeobachtet). var. pendula Petz, et Kirchn. Zweige + hängend. Bei einer monströsen Form (1. digätataBeck) sind die männlichen Kätzchen an der Spitze gegabelt oder fingerförmig 3- bis 4-teilig.

Populus tremula ist diejenige unserer Pappel-Arten, welche am meisten den Charakter eines eigent-lichen Waldbaumes besitzt. Allerdings tritt sie in Mitteleuropa niemals in solcher Ausdehnung wie in Galizien,Polen oder in den Ostseeländern auf, wo sie teils rein, teils in Gesellschaft von Birken, Erlen (u. a. in den Weichsel-kämpen) grosse Bestände bildet. Meistens kommt sie nur als Unterholz in den Wäldern der Ebene und derBergregion (in Schleswig-Holstein auch in den Eichenkratts) vor. P. tremula zeigt eine weitgehende Anspruchs-losigkeit an Boden und Klima. Sie gedeiht auf Sand- und Moorboden, in einem kühlen und einem warmen Klima.Ihre beste Entwicklung zeigt sie allerdings auf einen humusreichen, frischen Waldboden oder auf einemhumosen, lehmigen Sandboden in einem massig warmen, luftfeuchten Klima. Auf trockenen, sonnigen, denWinden ausgesetzten Lagen, wie auch auf den Mooren, bleibt sie niedrig, strauchartig, zeigt einen krüppel-haften, untersetzten, unregelmässigen Wuchs, einen kurzen, dicken Stamm und eine starke, kurzgliederige Ver-zweigung. In dieser Ausbildung trifft man sie nicht selten in Vorhölzern, in Kastanienselven (im Süden), imHeidewald, auf der Grasheide (Sieglingia)und auf Mooren (Molinietum). Ihre forstliche Bedeutung ist eine ziemlichuntergeordnete, sodass man sie eher als Unkraut betrachtet. Das Holz der Zitter-Pappel ist sehr weich und leicht,weshalb auch dessen Verwendung eine geringe ist. Um dem Holz eine grössere Festigkeit zu verleihen, wirdin Russland der Stamm im Frühjahr entrindet, jedoch erst im nächsten Jahre geschlagen. Wie bei wenigenBäumen ist das Vermögen, Wurzelschösslinge zu erzeugen, bei P. tremula sehr stark ausgebildet. Diese er-scheinen namentlich nach dem Abtriebe der Mutterpflanze ja sogar nach dem gänzlichen Verschwinden derStöcke in grosser Zahl und machen sich an Strassen und in Gärten oft sehr unangenehm bemerkbar. Ausdem gleichen Grunde ist der Baum aus den Wäldern oft schwer zu entfernen. Vom Rotwild (Reh) und Weide-vieh wird er gern verbissen. Die Früchte reifen gewöhnlich Ende Mai. Bei ungestörtem Wüchse kann sieeine Höhe bis zu 30 m, einen Umfang bis 5 m und ein Alter bis 100 Jahre erreichen. Wie die meisten Weidenbesitzt P. tremula ein grosses Lichtbedürfnis. In hohen Lagen bleibt P. tremula sehr klein, kaum 40 cm hoch.

767. PopulUS nigra L. Schwarz-Pappel. Franz.: Peuplier noir, Leard, Liardier,Peuplier franc, P. Suisse; engl.: Black poplar; ital.: Pioppo commune oder nero, Papla,

Albero. Fig. 470 e bis m.

Das Wort Pappel" (mittelhochdeutsch papel, popel) ist aus dem gleichbedeutenden lat. populus (vgl.Anm. 1, pag. 57) entlehnt. Mundartliche Formen sind z. B.: P op p e 1 (UntereWeser) ,P ö p p e 1 b e(Westfalen) ,P ipp e 1(Braunschweig); Pappele(n) (Schweiz). Der NameSchwarz-Pappel* bezieht sich auf die dunkle Rinde.Aelter ist die BezeichnungAlb er", (übrigens auch für P. alba und pyramidalis geltend!), die bereits im Alt-