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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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Ericaceengürtels. Anderseits bildet sie auf Geröllfeldern zusammen mit Dryas, Sorbus chamaemespilus, Silenealpestris, Hutchinsia alpina, Thlaspi rotundifolium etc. oft grössere Bestände. Hier steigt sie nicht selten bisgegen 1400 m, vereinzelt sogar noch tiefer hinab (Kranebitterklamm bei Innsbruck in der Solsteinkette, 932 m). Gleichder S. retusa und S. grandifolia kommt sie in den Dolinen des Karstes vor (z. B. in der Smrekova draga im Trno-waner Wald). Ausser der Alpenkette früher für den Schwarzwald (Zastler Wand am Feldberg) angegeben.

Allgemeine Verbreitung: Pyrenäen, Alpen, Karpaten (?), Balkan, Ural, Kaukasus(bis 3330 m), nördl. Europa (Schottland, Skandinavien, Lappland, Samojedenland [bis 68°nördl. Breite]), Sibirien (südlich bis Nord-China), Nordamerika (Unalaschka, Grönland).

S. arbuscula ist in ihrem Habitus, in der Grösse des Blattes und in der Ausbildung des Blattrandessehr stark veränderlich. Deshalb ist auch eine sehr grosse Zahl von Formen aufgestellt worden, von denensich aber sicherlich viele miteinander decken. Hieher u. a. S. W aldst eini äna Willd. Blattränder nurentfernt kerbig-gezähnt oder ganzrandig (Kalkalpen). var. fcetida Schleicher. Sägezähne mit einer Drüseendigend. var. prunifölia Schleicher. Laubblätter breit-oval, mit stark gezähnten Nebenblättern. var.angustifölia E. Steiger. Blätter schmäler und länger (Spreite 8:30 mm). var. longesquamäta Huter.Weibliche Kätzchen lockerblütig. Tragblätter rostfarben, länger als beim Typus, so lang als der Frucht-knoten. Griffel gleich lang wie der Fruchtknoten, oft tief gespalten.

Zur Bestimmung der Weiden-Arten sollen immer Blätter von normalen Sommersprossen (nichtSchösslinge, Wassertriebe) verwendet werden. Die Grössenangaben beziehen sich stets auf Blätter aus dermittleren Region eines Sprosses. In neuerer Zeit wird auch versucht, die Weiden mit Hilfe ihrer Winter-knospen zu unterscheiden (vgl. Nilsson , H. Die Winterknospen bei der Gattung Salix. Botaniska Notiser 1908.Deutscher Auszug bei Toepffer, Salicol. Mitt. nr. 2). Wie bereits kurz erwähnt (vgl. pag. 14), neigen dieWeiden stark zur Bildung von Bastarden, welche Erscheinung durch die Zweihäusigkeit ihrer Blüten und dasoft gesellige Auftreten verschiedener Arten begünstigt wird. Durch Wimmer undWichura wurde z. T.auf experimentellem Wege nachgewiesen, dass bei den Weiden nicht nur Bastarde zwischen den Stammarten,sondern auch zwischen diesen und den Bastarden (Tripelbastarde), ja sogar zwischen den letzteren wiederumselbst (Quadrupel-, Quintupel-, Sextupelbastarde) möglich sind und in der Natur auch vorkommen. In derfolgenden Zusammenstellung der einfachen Bastarde, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit macht, sind nurdie häufigeren kurz beschrieben; übrigens kommen die Merkmale der Erzeuger bei den Bastarden in derverschiedenartigsten Ausbildung zum Ausdruck, so dass es schon aus diesem Grunde kaum möglich wäre, fürdie Bastarde vollständige und erschöpfende Beschreibungen zu geben. Doch müssen wir einen Tripelbastarderwähnen der wild eine eigentümliche Verbreitung hat und künstlich von Wichura gewonnen wurde; es istdies: nr. 750X749 X 743- S. caprea X cinerea X viminalis (S. das y ciados Wimm., = S. longifölia Host [dieweibliche Pflanze], = S. acuminäta Patze). Schnellwachsender, hoher Strauch, mit dicken, auch zweijährig nochdicht-schwarzfilzigen Zweigen. Stammrinde hellgrau. Blätter lang-lanzettlich (10 bis 24 cm lang, 2 bis 5 cmbreit), jung beiderseits dicht hellgrau seidenfilzig, später verkahlend, nur am Mittelnerv und unterseits auch anden fast rechtwinkelig abgehenden, stark hervortretenden Seitennerven bleibend behaart, oberseits trübgrün,unterseits blaugrau. Nebenblätter halbherzförmig, am Rande gesägt. Kätzchen kräftig; die männlichen sitzend,die weiblichen kurzgestielt mit kleinen Blättern am Stiel. Tragblätter lanzettlich, in der oberen Hälfte schwarz-braun, am Grunde dünn-hellgrau behaart, auf dem Rücken langhaarig gebartet. Drüse (wie bei S. viminalis)schmallineal, l /s so lang als das Tragblatt. Staubblätter frei, kahl, ca. dreimal so lang als das Tragblatt.Antheren oval, gelb. Fruchtkapsel fast sitzend, eikegelförmig, hellfilzig behaart. Griffel gelb, so lang als derFruchtknoten. Narben gelb, abstehend oder zurückgebogen, 7a so lang als der Griffel. Schlesien, Posen,Preussen bis über Königsberg; sonst vielfach gepflanzt. Hieher als subsp. auch S. Bältica Lackschew.(vgl. Toepffer, Salicol. Mitt. 2, pag. 95). Zweige dünner, kahl, hellbraun bis olivgrün. Blätter schmäler, kahl.Kätzchen schlanker. So von Tilsit nordöstlich in den russischen Ostseeprovinzen bis Petersburg. Heiden-reich (Oesterr. bot. Zeitschr. 1874) trat für die Artberechtigung ein und ihm sind v. Schambach, v. Seemen,Schneider gefolgt. Die grosse Aehnlichkeit des Laubes mit den Bastarden der S. caprea X und cinera Xviminalis, die oft mit ihr verwechselt werden, dann die Striemung des Holzes (Charakter von S. cinerea)scheinen für die wenigstens ursprüngliche Bastardnatur zu sprechen, v. Seemen zieht hierzu als UnterartS. stipularis Sm., die wir für eine Form des Bastards cinerea X viminalis halten (vgl. pag. 53).

Bastarde von nr. 736. S. pentandra. Bei diesen treten deren Charaktere in dem balsamischen Duftdes Laubes, starkem Glanz der Blattoberseite, reicher Bedrüsung des Blattrandes und Blattstieles sowie in dergrossen Zahl der Staubblätter der männlichen Blüten hervor. Hieher: 737 X 736. S. fragilis X pentandra Wimm.Im Habitus meist 737, in den Blättern 736 sich nähernd, stets mit 2 Drüsen in den Blüten. Kommt in 3 Formenvor: 1. S. Friesii Kerner, 736 am nächsten, in Norddeutschland (und Schweden). 2. S. cuspidäta Schultz(= S. teträndra Fries, = S. Meyeriäna Willd.). Mittelform zwischen den Stammarten, mit breitem Blatt-grunde, lang ausgezogener Spitze und meist mit 4 Staubblättern. In Deutschland und Oesterreich verbreitet.