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Die quendelblätterige Weide (subsp. serpyllifolia) bewohnt im allgemeinen (jedoch nicht immer) höhere Regionen undist vor allem im Schutt der Kalkalpen anzutreffen. Hier erscheint sie gern (z. B. auf dem Schiern in Südtirol) inGesellschaft von Carex firma, Sesleria caerulea und sphaerocephala, Callianthemum rutaefolium, Draba aizoides,Potentilla nitida, Silene acaulis, Anemone vernalis und Baldensis, Saxifraga oppositifolia und mosehata, S. squar-rosa und caesia (in Felsritzen), Festuca pumila, Antennaria Carpatica, Dryas octopetala, Pedicularis asplenifolia,Loiseleuria prccumbens, Ranunculus hybridus etc. Wie auf nr. 744 und 745 kann man auf den Blättern häufigdie orangegelben Flecken der Sommer- (Uredo-) Sporen eines Rostpilzes (Melampsora Larici-epitea) oder diebraunen Flecken der Herbst- (Teleuto-) Sporen dieses Pilzes beobachten. Es handelt sich um einen odermehrere wirtwechselnde Pilze, die eine dritte Sporenform auf andern Nährpflanzen (Lärche, Saxifragaoppositifolia) hervorbringen.
747. Salix repens L. Kriech-Weide. Franz.: Säule rampant; ital.: Salice serpeggiante.
Taf. 81, Fig. 2 und Fig. 45 lr, s.
15 bis 40 (200) cm hoher Zwergstrauch. Stamm unterirdisch kriechend (zuweilengrössere Polster bildend), leicht Wurzel schlagend, mit aufrechten, dünnen, braunen,seltener (besonders bei alten Exemplaren) gelben bis dottergelben Zweigen. Junge Triebekurz- oder filzig-behaart. Knospenschuppen braun oder purpurrot, seidig-behaart. Laub-blätter kurz gestielt (Stiel bis 0,3 cm lang, kahl oder kurz seidig-hellgrau), lanzettlich biseiförmig (Fig. 451 r, s), 3 bis 5 mal so lang als breit (bis 6,5 cm lang und bis 2,2 cm breit),lang zugespitzt (selten stumpf, abgerundet oder ausgerandet), mit kleiner, zurückgekrümmterSpitze, am Rande meist etwas umgerollt oder auch flach (selten mit einzelnen Zähnchen),in der Jugend beiderseits seidig-behaart, später oberseits kahl oder spärlich anliegend be-haart, satt- oder trübgrün, etwas glänzend, unterseits selten verkahlend, gewöhnlich seidig-filzig, bleich- oder graugrün, matt, beim Trocknen schwärzlich werdend. Mittelnerv unter-seits stark hervortretend. Adernetz weitmaschig, oberseits scharf (namentlich beim Trocknen),unterseits wenig hervortretend. Nebenblätter in der Regel fehlend, nur bei Schösslingenvorhanden, schmal-lanzettlich oder elliptisch. Kätzchen gleichzeitig mit den Blättern oderkurz vor dem Laubausbruch erscheinend, eiförmig bis kurz-zylindrisch, an kurzen, seidig-behaarten, mit kleinen, lanzettlichen, spitzen, seidig-behaarten Blättern besetzten Zweigenendständig, aufrecht, zur Fruchtreife deutlich verlängert. Tragblätter oval bis länglich,stumpf oder abgerundet, zweifarbig, an der Spitze dunkelpurpurrot oder dunkelbraun, amRande lang behaart. Staubblätter 2, in der Regel frei (Taf. 81, Fig. 2b), sehr selten teil-weise verwachsen, kahl oder am Grunde schwach behaart. Staubbeutel oval, zuerst rot,dann gelb, nach dem Verstäuben schwärzlich. Fruchtknoten lang gestielt (Stiel 2 /s bisso lang als der Fruchtknoten, seidig-behaart oder selten kahl), aus eiförmigem Grundekegelförmig, seidig-filzig. Griffel sehr kurz (Taf. 81, Fig. 2 c). Narben ausgerandet bis2-spaltig, aufrecht-abstehend, sehr selten ungeteilt, fadenförmig. — IV, V.
Nicht selten auf Mooren (Hoch- und Wiesenmoore), nassen Wiesen, in Sümpfen,Brüchen, auf torfigem Boden, auf trockenen Heiden, losem Sande, auf Dünen; vorwiegendin der Ebene. Vereinzelt bis in die Voralpen (bis ca. 1700 m).
Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa (in Norwegen nördlich bis zu63° 38' nördl. Breite; fehlt stellenweise im Süden (so im eigentlichen Mittelmeergebietund stellenweise in Südrussland), gemässigtes Asien (im Tianschan bis 3000 m).
S. repens ist in der Gestalt, Grösse, Behaarung der Blätter sowie in der Ausbildung der Kätzchen sehrvariabel. Der Formenkreis ist aber noch kaum genügend aufgeklärt, zumal die verschiedenen Autoren die einzelnenFormen nicht gleich auffassen und sehr verschieden abgrenzen. Nach O. v. Seemen ist zu gliedern: 1. subsp..eurepens O. v. Seemen (= var. cylindrica Kerner, = S. füsca L., = S. prosträta Sm„ = S. fcetida Sm.)..Laubblätter lanzettlich bis breit-oval, mit zurückgebogener Spitze oder am obern Ende abgerundet (seltenerausgerandet), am Rande zurückgerollt, mit 6 bis 8 Paar Seitennerven. Kätzchen länglich bis zylindrisch (Ziemlichverbreitet; fehlt angeblich in Niederösterrach und im ungarischen Hochland, in Siebenbürgen etc.). Hieher