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haart), rundlich-eiförmig bis kreisrund, 8 bis 20 mm lang und 7 bis 20 mm breit (Fig. 451 f),am Grunde abgerundet bis herzförmig, am Rande kerbig-gesägt, an der Spitze ab-gerundet oder stumpf (seltener ausgerandet), kahl oder unterseits spärlich grau-behaart,dunkelgrün, deutlich netzaderig. Nebenblätter meist fehlend. Kätzchen mit den Blätternzugleich hervorbrechend, an der Spitze von kurzen (bis 0,7 cm langen), beblätterten, vor-jährigen Zweigen (oft in den Laubblättern versteckt), locker- und armblütig. MännlicheKätzchen köpf förmig, 4 bis 8 mm lang und bis 5 mm dick, wenigblütig. Tragblätter oval,häutig, geädert, kahl oder etwas behaart. Männliche Blüten mit 2 Drüsen und 2 in derRegel freien Staubblättern (Taf. 82, Fig. 1 b). Staubbeutel oval, vor der Anthese schönpurpurrot, nach dem Verstäuben goldgelb. Staubfäden 2,5 bis 3 mm lang. WeiblicheKätzchen kopfförmig, wenigblütig (4 bis 12, selten noch mehr Blüten), 4 bis 10 mmlang und 4 bis 5 mm dick. Weibliche Blüten meist mit 2 (doch gelegentlich auch mitnur 1) Drüsen. Fruchtknoten kahl oder seltener etwas behaart, kurz gestielt (Stiel etwaYe so lang als der Fruchtknoten), aus eiförmigem Grunde in einen ziemlich langen Griffelverschmälert. Narben kurz, geteilt. ■— VI bis VIII.
Ziemlich häufig in feuchtem Rasen, Schneetälchen, auf Felsschutt, am schmelzendenSchnee, in Mulden, Ruinen, an steinigen Abhängen, am Rande von Sümpfen der Hoch-alpen. Fast nur oberhalb der Waldgrenze, von ca. 1800 bis 3350 m (Theodulpass imWallis). Ausser den Alpen selten im Riesengebirge (Kesselkoppe, in der Kl. Schneegrube,am Brunnenberge) und im Gesenke (Altvater, Peterstein, Grosser Kessel).
Allgemeine Verbreitung: Pyrenäen, Alpen (von den Seealpen bis Nieder-österreich und Kroatien), Mts. Dores, Apennin, Sudeten, Karpaten und Siebenbürgen(Tatra und Djumbir bis Banat), Balkan, Ural, nördliches und arktisches Europa (Skandi-navien [von Christiansandstift nordwärts], Hochgebirge von England und Schottland,Island, Faer-Oer, Spitzbergen, Jan Mayen), arktisches und nördliches Sibirien [auch imBaikalgebiet und in Daurien], arktisches und boreales Nordamerika (Labrador, Grönland,Bären-Insel, Mount Albert, Rocky- und White-Mountains, Hudsonstrasse etc.).
Aendert ab: var. macrophylla Ser. Laubblätter sehr gross. Kätzchen lang gestielt. — var.ovälis Norman. Die meisten Blätter oval (seltener elliptisch-oval), gewöhnlich nicht gestutzt, wenigeverkehrt-eikreisrund oder rundlich-gestutzt. — var. acutifölia Toepffer. Blätter zugespitzt (Südtirol). —var. synändra O. Buser. Staubfäden fast bis zur Mitte verwachsen. — S. herbacea ist in der Ausbildung undGestalt der Drüsen ziemlich veränderlich. Während früher die weiblichen Blüten ziemlich allgemein als ein-drüsig angesehen wurden, hat Toepffer (Oesterr. botan. Zeitschr. 1904 nr. 5) unlängst nachgewiesen, dass inden beiden Geschlechtern sehr oft 2 Drüsen vorhanden sind. Bei einer abnormen männlichen Blüte mit4 Antheren waren ausser der vorderen 2 hintere Drüsen ausgebildet.
Salix herbacea ist der Typus eines hochalpinen Holzgewächses, dessen Stamm- und Astwerk ganz imBoden versteckt ist, während nur sehr kurze Sprosse mit je 2 Blättern und einem endständigen, kleinen Kätzchenwenige Zentimeter über den Boden hervorragen. Die unterirdischen Zweige sind reichlich mit schlafendenAugen (Reserveknospen) besetzt. Bei oberflächlicher Betrachtung macht diese Art deshalb ganz den Eindruckeines krautartigen Gewächses. Linne bezeichnete sie nicht mit Unrecht als den kleinsten Baum der Erde (interomnes quas novi arbor minima). Bereits früher hatte sie Caspar Bauhin (Prodromus Theatri botanici, 1671)als Salix saxatilis minima benannt. S. herbacea liebt mit Vorliebe einen kieselhaltigen Boden, weshalb sie vorallem in den Zentralalpen stark verbreitet ist. In den Kalkalpen erscheint sie fast nur bei toniger Beschaffen-heit des Bodens und wird daselbst nicht selten durch die ähnlich gestaltete Salix retusa var. serpyllifoliaersetzt. Auf der alpinen Weide (gern im Curvuletum, sowie im Luzula spadicea-Typus [Bd. II, pag. 181]der Zentralalpen) bildet sie zuweilen fast reine Rasen. Mit Vorliebe pflegt sie aber in den „Schneetälchen"(meist muldenförmige, von Wasser durchtränkte Vertiefungen, wo der Schnee im Sommer lange liegen bleibt)aufzutreten, hier dann meistens in Gesellschaft von Polytrichum juniperinum var. septentrionale und P. sexangulare,Cerastium trigynum, Arenaria biilora, Alsine verna, Soldanella pusilla, Gnaphalium supinum, Meum mutellina,Plantago alpina, Cardamine alpina, Chrysanthemum alplnum, Taraxacum officinale subsp. alpinum, Alchemiüapentaphyllea, Veronica alpina, Leontodon Pyrenaeus, Sibbaldia procumbens, Gentiana Bavarica und brachyphylla,