Druckschrift 
3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
Entstehung
Seite
29
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

29

Polygonum viviparum etc. Ausserdem findet sich S. herbacea in den Zentralalpen nach Brockmann- Jeroschgelegentlich in alpinen Sümpfen (in den Beständen von Carex Goodenowii; vgl. Bd. II, pag, 81) oder seltenerauch in Hochmooren (auf Polstern der vorigen Carex-Art). S. herbacea wurde an zahlreichen Stellenähnlich wie S. reticulata, S. retusa, S. myrtilloides und die heute rein arktische S. polaris (S. herbaceasystematisch am nächsten stehend), ferner wie Betula nana, Polygonum viviparum etc. fossil in Glazial-tonen (Dryas-Tone) von Norddeutschland und der Schweiz, Dänemark, Skandinavien, Grossbritannien usw.nachgewiesen.

745. Salix reticulata L. (= S. iodocärpa Gandog., = Chamitea reticulata Kerner). Netz-Weide. Franz.: Säule reticule. Tai 82, Fig. 4, Taf. 77, Fig. 15, 16, Fig. 451g und 456.

Kleiner, 10 bis. 40 cm hoher Spalierstrauch. Aeste und Zweige niederliegendknorrig verzweigt, sparrig, kahl, leicht wurzelnd. Laubblätter ziemlich lang gestielt (Stielbis 2 cm lang, oft rötlichgefärbt, kahl oder seidig-behaart), Wintergrün, ovalbis breit-verkehrteiförmig,[0,3] 1 bis 4,5 (5,5) cmlang und 1 bis 3,5 cm breit,an der Spitze stumpf oderabgerundet (zuweilen auchausgerandet), am Grundespitz oder stumpf bisschwach herzförmig, ganz-randig (sehr selten miteinzelnen kleinen Säge-zähnen), am Rande umge-rollt (Fig. 451g), oberseitsglänzend dunkelgrün, kahloder auf dem Mittelnervendünn seidig-behaart, unter-seits heller, bläulich-weiss,kahl, oder bis lang seidig-behaart (Blätter besonders in der Jugend seidig-behaart, im Alter in der Regel verkahlend),unterseits mit stark vorspringendem, engmaschigem, rötlichem Adernetz, oberseits mitdeutlichen, bogenförmig nach der Spitze verlaufenden Seitennerven. Nebenblätter fehlend.Kätzchen endständig, mit den Blättern erscheinend, lang gestielt (Stiel bis 2,2 cm lang,kahl oder kurz hellgrau-behaart), dünn-zylindrisch, bis 2,2 cm lang und bis 3 bis 5 mmdick, ziemlich dicht-blütig, mit kurz graubehaarter Achse. Tragblätter aus verschmälertemGrunde oval, an der Spitze abgerundet oder zuweilen etwas gezähnt, einfarbig, rosarotoder grünlichbraun, häutig, geädert, weisswollig behaart bis kahl. Blüten mit gelapptem,becherförmigem (Annäherung an Populus!), gespaltenem, geteiltem oder ausgerandetemDiskus (Taf. 82, Fig. 4 a, 4 b, Taf. 77, Fig. 15, 16), zuweilen 2 vollkommene, getrennteoder aber nur 1 (hintere) Drüse. Staubblätter frei, 2, etwa doppelt so lang als die Trag-< blätter. Staubbeutel vor dem Aufblühen intensiv rot, später gelb. Fruchtknoten sitzend oderfast sitzend, eiförmig, dicht-filzig. Griffel sehr kurz. Narben geteilt, abstehend. VII, VIII.Häufig auf steinigen, felsigen, feuchten Abhängen, im Geröll, Gesteinsgrus, inhumosen Rasen, im Ericaceen-Gestrüpp der Alpen (inkl. Schweiz. Jura: Mont Tendre,Couchant, Chasseral). Fast nur über der Waldgrenze von ca. 1800 bis 2500 m; vereinzeltauch höher (Monte Rosa im Wallis noch bei 3185 m) oder tiefer herabsteigend (Plöckenpass

Fig. 456. Kraut-Weide(Salix reticulata L.). Habitus. Phot. IC. Inspektor B. Othm er

München.