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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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oder bräunlich, im Frühjahr und Sommer (besonders an etwas älteren Zweigen) hechtblaubereift (einjährige Triebe oft nur spärlich neben und unter den Blattkissen oder auch garnicht bereift), im Alter grünlich. Laubblätter länglich-lanzettlich (Fig. 451 n), bis 7 mal längerals breit, drüsig-gesägt, scharf zugespitzt, deutlich gestielt, anfänglich flaumig, schliesslichgänzlich kahl oder nur an den Stielen behaart, derb, im Alter lederartig, oberseits glänzenddunkelgrün, unterseits matt gelbgrün. Adernetz weitmaschig, beiderseits schwach hervortretend.Nebenblätter spitz, halb-herzförmig, gesägt. Kätzchen aus auffallend grossen, dicken Knospen(laf. 79, Fig. 3 a) frühzeitig (vor dem Laube) hervorbrechend, zunächst zottig, glänzendsilberweiss, dichtblütig, gross (25 bis 60 mm lang und 8 bis 17 mm dick), eiförmig bis walzlich.Blüten mit nur 1 (hinterer) verlängert-linealer Drüse (Tai 7% Fig. 3 c, 3d). Tragblätteroval, stumpf, zweifarbig, rostfarben, an der Spitze schwärzlich, lang und dicht seidig-zotten-haarig. Staubblätter 2, frei. Staubbeutel gelb. Fruchtknoten kegelförmig, zugespitzt,zusammengedrückt, kurz gestielt (Stiel so lang oder kürzer als die Drüse), stets kahl.Griffel vorhanden, gelb, 7s bis '/* so lang als der Fruchtknoten. Narben ungeteilt, nach auf-wärts gerichtet. III, IV.

Hie und da stellenweise aber über grössere Gebiete ganz fehlend an Ufern, anWegrändern, Strassen, Waldrändern, in feuchten Gebüschen, auf Dünen (die Unterart); zer-streut von der Ebene bis in die Alpentäler (Hinter-Rheintal in Graubünden bis 1600 m, Beversim Oberengadin ca. 1700 m). Ausserdem oft (bei Bauernhäusern, auf Kirchhöfen [z. B.auf dem altstädtischen Friedhof in Thorn] oder Sandfeldern, Eisenbahndämmen, an Wasser-laufen) angepflanzt oder verwildert.

Allgemeine Verbreitung: Gemässigtes Europa (in Norwegen nördlich bis 62° 20'nördl. Breite ; fehlt in Ungarn und Siebenbürgen, auf den südlichen Halbinseln sowie im grösstenTeil von Frankreich), südl. Ural, Turkestan, Afghanistan, Mandschurei, Amurgebiet, Himalaya.

S. daphnoides tritt namentlich in den Alpenländern (besonders in den Kalkalpen) und auf der Hochebene(nördlich bis zur Donau), ferner in der Rheinebene, in der norddeutschen Tiefebene, mehrfach in Schlesien sowiein den Ostseeländern (von Memel bis Pommern, Rügen etc.) auf. An vielen Stellen ist sie als eingewandert (z. B. imWeichseltal in Westpreussen) oder als ursprünglich angepflanzt zu betrachten (z. B. in Posen). Ebenso in derRheinprovinz an der Sauer am Weilerbach bei Echternach und bei Kassel. Fehlt im nordwestlichen Deutschland(Schleswig-Holstein, Oldenburg, Bremen etc.) wohl gänzlich. Am Rhein um Mannheim ist sie gegenwärtig ver-schwunden. Diese Art liebt feuchte sandig-lehmige Böden mit einem grösseren Kalkgehalt; auf kalkarmen sowie aufmoorigen Böden (daher z. T. auch das Fehlen in vielen Gegenden) gedeiht sie nicht gut. Allerdings fehlt sie auchin einzelnen Kalkgebieten (Schwäbischer und Fränkischer Jura. Sanntaler Alpen etc.) gänzlich. Wegen derdichten, weisspelzigen, silbergrauen Kätzchen ist sie in vielen Gegenden eine beliebtePalm-Weide". In Steier-mark erhebt sich stellenweise (z. B. um Aussee in Obersteiermark) fast bei jedem Bauernhof wie ein Wahr-zeichen ein Exemplar von S. daphnoides (fehlt daselbst im wilden Zustande), von denen einzelne ein sehr hohesAlter (bis 1 m Stammdurchmesser in Brusthöhe) erreichen (nach Favarger und Rechinger) können. InWestpreussen wird diese Art zusammen mit der Kaspischen Weide (S. acutifölia Willd.) auf Sandfelden, Eisen-bahndammen oder zur Festlegung der Dünen (schon zu Anfang des 19. Jahrhunderts) angepflanzt (Scholz).

Aendertab: var. ein e rea (Willd.). Zweige in der Jugend besonders stark behaart. var. tricho-phylla Schinz et Keller. Laubblätter + dicht anliegend behaart. var. angustif ölia Kerner (= var. praecox[Hoppe] Beck). Laubblätter verkehrt-eilanzettlich, 4 bis 5 mal länger als breit, 60 bis 110 mm lang und 12 bis 25 mmbreit, gewöhnlich wie die Zweige ganz kahl. var. lati föli a Kerner. Blätter länglich-lanzettlich, 3 bis 4 mallanger ^als breit, 60 bis 120 mm lang und 30 bis 50 mm breit, jung nebst den Zweigen + behaart (in der Gestaltan nr. 736 erinnernd). Eine besonders wüchsige, teilweise unbereifte Gartenform (Blätter wie bei der var.Iatifolia) wird als f. aglaja C. Koch bezeichnet. Wichtiger sind: subsp. S. P om eränica Willd. Meiststrauchartig. Laubblätter schmäler (5 bis 8 [11] cm lang und 1 bis 1,8 [2] cm breit), kurz gestielt und Kätzchendünner als beim Typus (Namentlich an der Ostsee). subsp. pülchra (Wimm.) Garcke. Baum mit dicken,aufrechten Aesten. Laubblätter eilänglich, zugespitzt, am Grunde abgerundet (niemals keilförmig), am Randegleichmässig fein gesägt, unterseits hellgrün (nur wenig bläulich). Blütenstiel rot oder rotbraun. Griffel undNarben kürzer. Die Unterart Pomeranica gehört an der Ostsee zu der charakteristischen Dünenflora (graueund weisse Düne).