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dünn, biegsam, zäh, kahl, glänzend, gelblich oder rot überlaufen, innere Rinde im Sommerzitronengelb. Knospen dicht anliegend, stumpf, gewöhnlich glänzend rot (seltenerschwärzlich), meist kahl. Laubblätter verkehrt-lanzettlich bis lineal-lanzettlich (Fig. 451 m),
3 bis 8 mal so lang als breit ([1,4] 5 bis 11 cm lang und [2,5] 6 bis 22 mm breit), kurzgestielt (Stiel bis 0,5 cm lang), nach unten lang, nach oben kurz verschmälert, in der obernHälfte am breitesten und hier ± deutlich gesägt, in der untern Hälfte stets ganzrandig, in derJugend + wollig, später kahl (oder nur selten unterseits seidenhaarig) r oberseits gewöhnlichdunkelgrün (zuweilen etwas bläulichgrün), wenig glänzend, unterseits grün oder blaugrün, matt,oft ± gegenständig, beim Trocknen schwarz werdend. Seitennerven 22 bis 30, unterseitsnicht hervortretend. Adernetz dichtmaschig, wenig (erst beim Trocknen deutlicher) bemerkbar.Nebenblätter in der Regel fehlend. Kätzchen vor dem Laub erscheinend, sitzend, oft gegen-ständig, dichtblütig, walzlich, 15 bis 48 mm lang und 7 bis 10 mm dick, oft ± (besonderswährend der Blüte) gekrümmt. Tragblätter oberwärts dunkelrot bis schwarz, ziemlichdicht behaart. Drüse 1, kurz-eiförmig. Staubblätter 2, aber die Staubfäden in der Regelder ganzen Länge nach bis zu den Staubbeuteln miteinander verwachsen (Taf. 77, Fig. 11),daher scheinbar nur 1 Staubblatt. Staubbeutel anfänglich purpurrot (seltener gelb), nach dem Ver-stäuben schwärzlich. Fruchtknoten kurz, sitzend oder fast sitzend, eiförmig, stumpf, angedrückt -weiss-filzig (Taf. 77, Fig. 12). Drüse 1 /b so lang als der Fruchtknoten. Griffel fehlend oderäusserst kurz. Narben klein, zuweilen ausgerandet, gelb oder hie und da auch rötlich. — III bis V.
Gemein und verbreitet an Gewässern, an Weg- und Waldrändern, in Gebüschen,seltener auch auf Dünen (Graue Düne), auf trockenem, kalkreichem Felsschutt, auf Schotter-boden, Moränen; von der Ebene bis in die alpine Region (beim Findelengletscher im Wallisnoch bei 2350 m). Ausserdem sehr oft angepflanzt.
Allgemeine Ve rbreitung: Süd- und Mitteleuropa (nördlich bis Schweden,bis zur Mündung der Düna und bis Moskau), gemässigtes Asien.
Ist ziemlich veränderlich: var. Lambertiäna (Sm.) Koch (= var. typica Beck). Strauch höher.Zweige dicker. Laubblätter grösser und breiter (12 bis 22 mm breit), mit sehr kurzer Spitze. Kätzchen gross,dick (Hie und da). —■ var. eriäntha YV'imm. Tragblätter lang und dicht behaart (Haare 1 bis 2 mm längerals die Tragblätter). Kätzchen daher zottig (wie in einen Pelz eingehüllt). — var. angustifölia Kerner(= var. Helix Koch). Aeste aufrecht, wenig abstehend. Laubblätter lineal-lanzettlich. — var. sericea Koch.Jüngere Blätter mit dichtem, seidigem, später + verschwindendem Flaum. — var. glarica Shuttlw. DiesjährigeZweige, wie bei der folgenden Art, bläulich bereift (Wallis). — var. gräcilis Wimm. (= S. JuratensisSchleicher nee Koch.). Kordel-Weide. Strauch niedrig. Zweige sehr dünn. Laubblätter fast lineal. —Gelegentlich kommt es vor, dass die Staubfäden nur bis zur Hälfte verwachsen sind (= f. furcäta Wimm.)oder dass ein deutlicher, kurzer Griffel ausgebildet ist (f. stylfgera Wimm.). Weiters sind verschiedeneWuchsformen (f. pendula [so auf Friedhöfen angepflanzt und zuweilen mit S. Babylonica verwechselt], f. pyra-midalis [= f. S. Josephmae hört.]) bekannt — S. purpurea bildet im Sande der Flüsse nicht selten die ersteStrauchvegetation und erscheint auch später — allein oder mit andern Weiden gemischt — oft in grossenMassen. In den Alpen kann sie sehr niedrig und klein und schmalblätterig (Blätter 14 bis 28 mm lang und 2,5 bis
4 mm breit) bleiben. Sie liebt im allgemeinen nasse oder moorige Böden (namentlich einen frischen, humusreichenSandboden); doch kommt sie auf auch trockenen Schotter- oder Felsböden fort, sofern diese (wenigstens in denAlpen) kalkreich sind (Brockmann-J erosch). Wie überhaupt bei allen W'eiden, so ist auch bei dieser Art dasLichtbedürfnis ein ziemlich grosses. Wegen ihrer bitter schmeckenden Blätter wird sie vom Weidevieh verschont.
741. Salix daphnofdes J ) Vill. (= S. bigemmis Hoffm., = S. compressa Ser.). Reif-Weide, Schimmel-Weide. Franz.: Säule noir, Säule ä bois glauque, Säule daphne; engl.:Violet willow; ital.: Salice dafnoide. Taf. 79, Fig. 3 und Fig. 451 n.3 bis 10 (20) m hoher Baum, seltener Strauch. Rinde glatt, grau, innen lebhaftgelb. Zweige schlank, brüchig, anfänglich zuweilen behaart, später stets kahl, gelblich
a ) Gr. dd<pvrj [daphne] = Seidelbast (eigentl. Lorbeer) und eldog [eidos] = Aussehen; die Blätterdieser Art gleichen einigermassen denen von Daphne Mezereum.