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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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Fig. 449. Kopf-Weiden, Fhot. Gebrüder Nipkow, Stäfa am Zürichsee.

adossierte oder hintere Drüse, die gelegentlich in zwei getrennte, transversal stehende Schüppchen aufgelöst seinkatin, aus zwei Schuppen verwachsen ist, welche den beiden transversalen Vorblättern von Juglans und Myrica"Entsprechen sollen während die bei mehreren Salix-Arten vorkommende zweite oder vordere Honigdrüse einemder Perigonblätter gleichzustellen sei (Fig. 450 g, i bis n). Es ist vielleicht nicht ganz ausgeschlossen, dass die Zahlder Perigonblätter früher bei den Salices grösser gewesen ist (dafür sprechen die öfters anzutreffenden polyan-theren Blüten) und dass die Reduktion der Staubblätter (wie bei Juglans, Carya, Myrica) erst später erfolgt ist.Mott hält die Urformen der Weiden für Pflanzen mit zwitterigen Blüten mit 4 teiligem Perigon.

Während die Weiden des Tief-landes in der Regel Sträucher oder Bäume(bis 30 m hoch) repräsentieren, welchemit Vorliebe Flussufer oder sonst feuchteStellen bewohnen, zeigen die alpinenund arktischen Arten Zwergwuchs oderSpalierform und kommen auch auf trocke-nen Geröllhalden vor (vgl. nr. 744, 745,746, 756, 757 usw.). Fast alle grösserenWeiden-Arten werden technisch ver-wendet und spielen deshalb als Handels-artikel eine ziemlich bedeutende Rolle.Da die Weidenruten vielfach als Binde-und Flechtmaterial (Korbweiden) sowiezu Faschinen Verwendung finden, werdenverschiedene Arten (namentlich S. trian-dra, viminalis, purpurea, alba, acutifoliaetc.) in besonderen Kulturen gezogen; dieAnzucht erfolgt in der Regel durch Einzel-stecklinge. Eine forstwirtschaftliche Be-deutung hat die Weidenkultur jedoch nur

an Orten mit hohem Grundwasserspiegel, in Flusstälern und Niederungen. Grosse Mengen von Weidenrutenliefert namentlich Schlesien. Bei der Kopfholznutzung werden die Krone und die Seitenäste unter Erhaltung desMitteltriebes alle 2 bis 3 Jahre weggeschnitten (Fig. 449). In verschiedenen Gegenden, wo die Weiden für dieFlechtindustrie rationell gezüchtet werden, liefern sie als Nebenprodukt Gerbrinden. Diese enthalten (ebensodie jungen Blätter und Blüten) ziemlich beträchtliche Mengen (8 bis 10°/o) Gerbstoff und sind zuweilen ziemlichreich an einem sehr bittern Glykosid (Salicin). Aus diesem Grunde wurden die bitter schmeckenden Rindenfrüher auch arzneilich verwendet. Technische Verwendung finden die Weidenrinden namentlich im nördlichenEuropa; russisches Juchtenleder, 'dänisches und schottisches Handschuhleder werden unter Anwendung vonWeidenrinden gewonnen. Der in der Rinde enthaltene Bast kann zu Stricken, Matten etc. verarbeitet werden.Das Holz ist weiss, sehr leicht, grobfaserig, leichtspaltig, biegsam, aber wenig dauerhaft; es wird technischzur Herstellung von Holzschuhen, Schachteln, Kisten, Sieben, Schnitzarbeiten, Zahnstochern, Flusskähnen etc. sowiezur Erzeugung von Papiermasse benützt. Ebenso wird es zur Gewinnung von Reiss- und Pulverkohle verwendet.Die Samenwolle sollte schon (ähnlich wie diejenige der Pappeln) an Stelle von Baumwolle zu Gespinstfasernverarbeitet werden. In China werden Weidenblätter zur Verfälschung des Tees benutzt. Eine nicht zu unter-schätzende Rolle kommt den Weiden* als Befestigerin von Strassen- und Eisenbahndämmen, von Dünen etc.zu. Verschiedene Weiden geben den Bienen reichlich Futter. Einzelne Arten (namentlich S. Babylonica)werden auf Friedhöfen usw. als Zierbäume gezogen (siehe am Schluss der Gattung). In den Weidenstämmenlebt oft in grösserer Menge die fieischrote, bis 9 cm lange Raupe des Weidenbohrers (Cössus ligniperda Fab.).

Das Wort Weide (ahd. wida, mhd. wide) ist urverwandt mit griech. hm [itea] = Weide, auchaus Weide geflochtener Schild» und lat. vitis = Rebe, Ranke, (lat. vimen = Rute, Weidengerte). MundartlicheFormen sind: Wie, Wääe, Weene, Wieren, Wichein, Weden, Wi ed d en , Wi 1 ge (Nordvvestl. Deutsch-land); Welche, Wilche (Rheinpfalz), Wie den (Schwaben), Wiede (Schweiz) Wadn, W a d n b a u m (Kärnten).Das besonders im Oberdeutschen gebrauchte Wort für WeideFelber" (Feier, Felfer),Fellerstaud'n" findetsich mit derselben Bedeutung im Althochdeutschen als felwa (mhd. velwer). Die für Salix capreageltende BezeichnungSalweide" ist streng genommen eine Tautologie, da ahd. salaha (mhd. salhe;vgl. auch engl, sallow, frz. saule = Weide) für sich allein schonWeide" bedeutet Das Wort magzu einer Zeit entstanden sein, zu der sein erster Bestandteil bereits nicht mehr allgemein verstandenwurde: Saele (Göttingen), Sälwäie (Nördl. Braunschweig), Sahle, Sehle (Schwaben), Sala (Schweiz),Salch, Salcha, Salchen (Niederösterreich, Tirol). Namen wie Pfifeholz, Pfifestude, Maiepfife,