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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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gehen auf die Verwendung des Holzes zuWeidenpfeifen". Hierher auch das schweizerische Sprichwort:Wokei Holz ist, gibt's kei Pfife" (wird gern auf den Menschen bezogen). Die Blütenstände der Weiden (Kätzchen")heissen allgemein Palmen, Palmkatzen, dialektisch auchPüsskatzen" (Hannover), Gössel [= Gänschen]

(Westfalen), Mo unk ela (Thüringen), Palm-m u d e 1 n (Altbayern), Mimali, Minzali,Wide (n)- Bus ch (Schweiz). Im roma-nischen Graubünden (Puschlav) heissen dieWeiden schelesch, in Engadin Sala,Salsch, im Bergell Säles; im Dialektder Tessin Saresa selvadiga oderSares selvadigh. Im Familienwappender von Weidenbach in Sachsen ist einWeidenzweig, im Wappen der von Salis(Schweiz: Graubünden) ein Weidenbaumund in demjenigen der von Holwede einehohle Weide enthalten. Das deutscheWort Weide findet sich meist in Zu-sammensetzungen in einer Unmenge vonFlur- und Ortsnamen; doch können hierauch einige andere mittel- und althoch-deutsche, scheinbar gleichlautende Wörterbeteiligt sein. Ebenso leiten sich von demlateinischen Salix bezw. salicetum (=Weiden-gebüsch) verschiedene Flur- und Ortsnamenher, so z.B. Salgesch (französ. Salquenen oderSarquenen) im Wallis, Saules und Sauges imKanton Neuenburg, Salet im Engadin etc.

Fig. 450. abise. Gallenbildungen an Weiden: a an der Sprossachsc von Salixaurita L. durch Rhabdophäga Salicis Schrank; die leeren Puppenhüllenragen aus den Ausschlüpföffnungen hervor, i links oben Blattgalle vonPontania Salicis Christ, rechts unten von Pontania vesicator Bremiauf S. purpurea L. c Blattgallen von Oligotrophus capreae Winn. aufS.capreaL. d Kandrollung durch Gallmilben an S. purpurea L. «Weiden-rose an S. pur pur e a L., durch Rh ab dop h aga rosaria H. Low hervor-gerufen (Fig. ff bis e von Dr. Ross zusammengestellt). /Zwitterblüte von S.aurita L.^Diagramm dazu (die Fruchtblätter stehen transversal). /; Vergrünteweibliche Blüte von S. aurita. i Weibliche Blüte mit 2 gespaltenen hinterenDrüsen (a, ß)- k Diagramm einer normalen männlichen Blüte von S. aurita(a Abstammungsachse, n, ß Drüse, / Tragblatt). I Diagramm einer ver-grünten mannlichen Blüte (et, ß geteilte innere Drüse, J> äussere Drüse).m Diagramm einer männlichen Blüte von Juglans (j> die medianen Perigon-blätter). n Diagramm von Myrica cerifera (Fig. / bis k nach Vele-novsk^, Fig. vi, n nach Eichler).

Häufige und sehr auffallende Erschei-nungen an Weiden sind Gallenbildungen(Cecidien), das heisst Neubildungen, dieunter dem Einfluss bestimmter parasitischlebender Tiere oder Pilze entstehen. Einigeder verbreitetsten durch Tiere hervorgerufeneGallen sind in Figur 450a bis e abgebildet. Die Larven der Blattwespe Pontania Salicis Christbringt die rundliche Galle auf der Unterseite der Blätter hervor {b oben links), während Pontaniavesicator Bremi die grossen, bohnenartigen, auf beiden Seiten sichtbare Anschwellungen erzeugt (b untenrechts). Die Larve der Gallmücke Oligotrophus cäpreae Winn. verursacht die knotenförmigen, kleinenaber meist sehr zahlreichen Gallen auf den Blättern der Sal-Weide (c). Durch Rhabdophäga rosäriaH. Low wird die rosettenartige oder zapfenähnliche Häufung der Blätter an der Sprossspitze, die sogenanntenWeidenrosen (e), durch Rhabdophäga Salicis Schrank die starken Anschwellungen der einjährigen Spross-achse bedingt («). Gallmilben verursachen die Randrollungen der Blätter (d). Ausführliches findet man in:Ross, H. Die Gallenbildungen (Cecidien) der Pflanzen, deren Ursachen, Entwicklung, Bau und Gestalt. EinKapitel aus der Biologie der Pflanzen. Stuttgart 1904. Ausserdem können an verschiedenen Weiden-Artensogenannte Wirrzöpfe und Holzkröpfe (einseitige Wucherungen an den Zweigen) beobachtet werden. Für dieersteren, die sowohl aus Laub- als aus Blütenknospen hervorgehen, nimmt man Phytopten als Erzeuger an.während man über die Entstehung und Ursache der Holzkröpfe noch nicht genau orientiert ist (z. T. gehen sieaus Wirrzöpfen hervor). Nicht allzuselten kann man auf den Weiden verschiedene Ueberpflanzen, z. B. Solanumdulcamara [häufig], Galeopsis tretrahit, Lamium maculatum, Chelidonium maius, Epilobium montanum, Ribesgrossularia und rubrum, Urtica dioica, Sambucus nigra, Humulus, Himbeere, Impatiens noli tangere, Malachiumaquaticum, Stellaria media, Poa trivialis, Polypodium vulgare, Asplenium viride usw. antreffen, deren Samen vornehm-lich durch Tiere (Vögel, Insekten) oder durch den Wind dahin gebracht wurden. Besonders gern finden sich dieseGe-legenheits-Epiphyten" auf den Kopfweiden, wo durch die verhältnismässig grosse, + wagrechte Fläche des Kopfesund durch das erleichterte Ansammeln von Wasser die Vermoderung des Holzes beschleunigt wird und dann fürSamen und Sporen ein vorzüglicher Keimboden geschaffen wird. Mit Ausnahme von Solanum dulcamara, das ver-kümmerte Luftwurzeln besitzt und sich dadurch gewissermassen den echten Epiphyten nähert, zeigen diese ge-nannten Ueberpflanzen in ihrem Bau und in ihrer Lebensweise vollkommen normale Verhältnisse (Aus der Natur.Bd. I. 1906). In den Pfahlbauten sind gelegentlich Weiden-Blätter (von S. repens und caprea) konstatiert worden.

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