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Die Familie umfasst 6 Gattungen mit ca. 43 Arten (nach Do de), die gegenwärtig in den wärmeren Teilender gemässigten Zone der nördlichen Hemisphäre sowie in Ostasien verbreitet sind. In der Kreide- und Tertiär-periode war die Familie in Europa stärker vertreten und reichte weit nach Norden. Ausser der GattungJuglans sind aus dem Miocaen Pterocärya fraxinifölia (heute auf Transkaukasien beschränkt), verschiedeneCärya-Arten (heute nur in Nordamerika) und wenige Arten der Gattung Engelhardtia (heute in Ostindien)bekannt geworden. Alle Juglandaceen sind reich an bittern Stoffen und Gerbsäure, liefern ein geschätztesWerkholz (für Wagen- und Maschinenbau) und süsslich schmeckende, geniessbare Samen (namentlich die nord-amerikanischen Hickory-Nüsse verschiedener Carya-Arten, die auch in den europäischen Handel kommen).Einzelne Arten werden bei uns in Parkanlagen oder Gärten als Zierbäume gehalten, so z. B. Carya olivae-formis Nuttal (= Hicöria pecan Britton), C. aquätica Nutt, C. alba Nutt. (= Hicöria oväta Britton) etc.aus Nordamerika, Pterocärya fraxinifölia Spach aus dem Kaukasus, Armenien und Westpersien undP. stenöptera DO aus dem nördlichen China. Die Carya-Arten besitzen grosse (2 bis 9 cm lang), 4-klappig auf-springende Steinfrüchte, die Pterocarya-Arten sehr lange, vielfrüchtige Kätzchen und kleine (2 bis 3 cm langund 4 bis 6 mm dick), geflügelte Früchte (die beiden flügelartig angewachsenen Vorblätter umfassen die Fruchtschief-becherförmig). Bei Juglans und Pterocärya ist das Mark gefächert, bei den andern Gattungen nicht.
CCIV. Juglans 1 ) L. Walnuss.
Zu der Gattung Juglans gehören ca. 8 Arten, die in den gemässigten Regionen der nördlichenHemisphäre vorkommen (mehrere Arten im gemässigten Ostasien, 1 Art auch auf Jamaika). Ausser J. regia(dessen Formen und Bastarden) werden in Mitteleuropa als Zierbäume namentlich gezogen: J. cinerea L.,Butternuss, engl.: butter or oil nut, aus Nordamerika (Neu-Braunschweig bis Ontario, Mittl. Ver. Staaten).Blätter bis 60 cm lang. Blattspindel dicht drüsig-klebrig. Blättchen 13 bis 15 (21) cm lang, scharf gesägt, oberseitskurzhaarig, ca. 1 cm breit. Frucht länglich oder länglich-eiförmig, dicht-klebrig behaart. — J. nigra L„ SchwarzerWalnussbaum, Schwarznuss, aus Nordamerika (Massachusetts bis Süd-Ontario und Minnesota, südlich bis Florida,Kansas, Texas). Bis fast 50 m hoch. Blättchen gewöhnlich (11) 13 bis 19 (23) cm lang, oberseits kahl, unterseitszerstreut kurzhaarig, 25 bis 30 mm breit. Frucht kahl, kugelig (seltener etwas birnförmig), rauh, schwarz. DieseArt liefert nebst J. regia das wertvollste Holz und wird deshalb auf den Ebenen des amerikanischen Westens (inKansas und Nebraska) unter dem Waldanpflanzungsgesetz häufig angepflanzt; in den Vereinigten Staaten gibt esjedoch gegenwärtig keine natürlichen Bestände mehr (der letzte fiel bereits vor 8—10 Jahren der Habgier zumOpfer). J. nigra wurde bereits 1629 in Europa eingeführt und wird in letzter Zeit mit Erfolg an zahlreichen Stellenin Deutschland, Frankreich, in der Schweiz, Dänemark, Schweden etc. kultiviert. So gedeiht in Süddeutschlandder Baum noch gut in München bei 530 m, in Hechingen bei 550 m, im Nordosten Deutschlands in Leipzig,Dresden, Gumbinnen (Früchte reifen daselbst noch aus), Posen, in Lissa (Schlesien) sowie in der Schweiz in Zürichbei 420 m und in Interlaken bei 568 m (nach Rebmann). Seltener werden ferner angetroffen: J. Mand-schürica Maxim, aus dem östlichen Asien (Mandschurei, Ussuri- und Amurgebiet bis Korea): J. SieboldiänaMaxim., aus Japan und Sachalin (wahrscheinlich auch in China), J. cordiförmis Maxim., gleichfalls aus Japanund J. rupestris Engelmann aus dem südlichen Nordamerika stammend.
^34. Juglans r£gia 2 ) L. Edler Walnussbaum, Welsche Nuss, Edelnuss. Franz.: Noyer;engl.: Walnut; ital.: Noce. Taf. 78, Fig. 2, Taf. 77, Fig. 1 bis 4, Fig. 448 und 450m.
Das Wort Nuss ist nicht etwa aus dem gleichbedeutenden lateinischen nux (Genit. nücis) entlehnt,sondern vielmehr echt germanisch. Der Name Walnuss (entstanden aus Walchnuss; vgl. engl. Walnut) bedeutet„welsche Nuss". Er geht auf die spätlateinische Bezeichnung des Baumes „nux gallica" zurück, da die Deutschendie Bewohner Frankreichs (Galliens) und die Romanen überhaupt im Mittelalter als Walchen (Welsche)bezeichneten. — Die Walnuss zeigt wie die Haselnuss als Fruchtbarkeitssymbol mannigfache Beziehungen zurVolkserotik. Damit die Nussbäume reichen Ertrag abwerfen, soll man ihre Zweige nach einem weitverbreitetenAberglauben in der Neujahrsnacht mit einer Stange schlagen. Im Erzgebirge glaubt man, dass ihre reifenrrüchte heruntergeschlagen werden müssten, wenn die Bäume im nächsten Jahre wieder recht fruchtbarwerden sollen. Auch die Meinung, dass Walnussbäume gern den Blitz anziehen, weshalb man sich bei Gewitternicht unter sie flüchten dürfe, findet sich allenthalben im Volke. Wie auf die Weide, so kann das Fieber auchauf den Nussbaum gebannt werden. Die frischen Blätter oder ein Absud davon werden gebraucht, umUngeziefer zu verjagen. — In italienischen Dialekten heisst Juglans nus (Tessin), nusera oder nughera^juschlav), im französ. Patois (französ. Schweiz) nohi, nohira.
') Zusammengezogen aus Jovis gl an s, der lat. Uebersetzung des Gr. Atog ßä?.avog (Diös bälanos) =Eichel des^ Zeus (vgl. pag . 9).
) = königlich; vom Jat. rex (Genitiv regis) = König.