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Grundriß der organischen Chemie
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Indigo ist ein seit uralten Zeiten bekannter,schöner blauer Farbstoff, der aus der Indigo-pflanze (LidTgofera - tinctoria) gewonnen wird. Er istin der Pflanze als Glykosid (Indikan) vorhanden, ausdem er durch ein Ferment oder verdünnte Säurenunter Oxydation abgespalten wird. Blaues Pulver, inden meisten Lösungsmitteln außer Chloroform undAnilin unlöslich. Sublimiert unzersetzt. Geht durchReduktion über in Indigweiß (durch Alkohol undEisenvitriol, oder Traubenzucker), das in Alkalienlöslich ist und sich in dieser Lösung sehr schnellwieder zu Indigo oxydiert. Man bringt also die zufärbenden Stoffe in die farblose Lösung und setzt siedann der Luft aus (Indigoküpe).

Indigo löst sich in konzentrierter rauchenderSchwefelsäure zu Sulfosäuren, die in "Wasser lös-lich sind (Indigolösung, Indigotin).

Indigo ist nach mannigfachen Methoden synthe-tisch hergestellt worden (Baeyer). Doch erst dasvor einigen Jahren aufgefundene, das Naphthalin resp.die Phthalsäure als Ausgangsmaterial benutzende Ver-fahren hat die künstliche Darstellung konkurrenzfähiggemacht, so daß der Anbau der Indigopflanze schwerbedroht erscheint.

§ 101.

Glykoside

sind Pflanzenstoffe, die bei der Hydrolyse mit ver-dünnten Säuren oder durch Enzyme, die sich meist gleich-zeitig in den Pflanzen vorfinden, in der Weise ge-spalten werden, daß eins der Spaltungsprodukte d-Glu-cose ist. Sie sind ätherarfige Abkömmlinge der Zucker-arten, wie es auch die Disaccharide sind und als Ee-servestoffe für den Zucker haushält aufzufassen.

Einige solcher Äther sind synthetisch dargestelltworden, z. B. das Methylglykosid (Traubenzucker-methyläther), ferner die Glykoside des Menthols, Bor-neols, Vanillins usw. (E. Fischer).