738
Steinkohle.
und Dämpfe — insbesondere Methan, Kohlensäure und Wasserdampf —abgespalten werden. Er hat also Ähnlichkeit mit dem Vorgange beider Destillation von Holz, namentlich mit dem ersten Abschnitt diesesVorgangs.
Man kann ihn durch eine Gleichung veranschaulichen, obwohldiese nur ungefähr zutrifft:
3 C 6 H 10 O 5 = CH 4 + 2 CO s + 5 H a O + C 15 H 16 0 6
Zellulose Methan Kohlensäure Wasser Torf (annähernd).
Sie führt von der Zellulose zu einer Substanz, welche die Zusammen-setzung des Torfes hat, soweit man dies in Zahlen überhaupt angebenkann.
Nimmt man nun an, daß zunächst Wasser und Kohlensäure ab-gespalten werden, dann aber Kohlensäure und Methan, so sieht man,daß schon bei der Torfbildung ein Abschnitt eintreten muß, in welchemSumpfgas, d. h. Methan, deutlich erkennbar wird, und wie die Sachedann weitergeht.
Wie die Tabelle zeigt, ist dieser Vorgang beim Torf am wenigstenfortgeschritten, bei der Anthrazitbildung am meisten. Die Steinkohlesteht dazwischen und enthält immer noch erhebliche Mengen vonWasserstoff und Sauerstoff.
N-Verbindungen
C
H
0
undS-haltige Asche
Zellulose C 6 h
10O5
44,44
6,17
49,39
Holz l
49
6
45
wenig
TorfBraunkohle
rundenMittel-zahlen
5963
6
5
35
32
über 1 %>über 1 °,'o
Steinkohle
86
5
9
über 1%
Anthrazit J
93
4
3
wenig
Im ganzen läßt die Tabelle erkennen, daß bei der Bildung dieserfesten Produkte aus Zellulose die Menge des Wasserstoffes am wenigstenverändert wird; auffallend ist die Zunahme von Kohlenstoff und dieAbnahme von Sauerstoff in den angegebenen Mittelzahlen. Natürlichkönnen auch diese Zahlen nur ein allgemeines Bild von der Sachegeben.
Starke Abweichungen von dieser mittleren Zusammensetzung tretennamentlich bei dem Kohlenstoff hervor. Man findet in verschieden-artigen Steinkohlen 68 — 90% Kohlenstoff, während Wasserstoff undSauerstoff zusammengerechnet 10-32% ausmachen und der Wasser-stoff weniger bedeutende Schwankung zeigt.