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Vorlesungen über chemische Technologie
Entstehung
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Entstehung der Steinkohle.

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Man kann ferner eine Art von Wiedergeburt darin erkennen, daßschließlich Farbstoffe und Riechstoffe von einem Rohstoff abzuleitensind, dessen Entstehungsgeschichte auf Ähnliches hinweist. »Ex flammisrenascor« lautet der alte Spruch, der auch auf diese Wiedergeburt paßt,obwohl natürlich nicht gerade das Zerstörte wieder entsteht, sondernÄhnliches.

Wenn nun das Ganze in dieser Beleuchtung immer wenigerwunderbar erscheint, so verliert es doch nicht an Bedeutung. ImGegenteil: die Wichtigkeit der Sache wächst, je mehr man sich damitbeschäftigt. Wir wollen daher zusammenstellen, was mit diesem Roh-stoff zusammenhängt. Dabei wird zunächst klarzumachen sein, wasdie Steinkohle nach ihrer Entstehung und Zusammensetzung eigentlichist, wo sie vorkommt, und in welchem Umfange sie benutzt wird.

Dann werden zwei große Kapitel folgen:

I. Herstellung der nach heute üblichen Verfahren ziemlich ver-schieden ausfallender Leucht- und Heizgase. Diese führen sichin erster Linie auf Steinkohlen und auf daraus erhaltenen Kokszurück. Doch kommen auch andere Rohstoffe dabei in Betracht.Sie sind die großen Quellen von Licht, Wärme und Kraft.II. Außerdem finden wir im Zusammenhange mit der SteinkohleProdukte, die aus dem Steinkohlenteer entstehen; es sindKohlenwasserstoffe usw., die weiterführen zu Farbstoffen undanderen Produkten.

Wir beginnen also mit der näheren Bezeichnung des Rohstoffes,um den es sich handelt.

Die Steinkohle ist im wesentlichen ein Veränderungsprodukt derZellulose. Diese letztere ist der Hauptbestandteil von Holz und derHauptbestandteil anderer Teile der Pflanzen überhaupt.

Die Steinkohle teilt diesen, ihren Ursprung mit dem Torf, mit derBraunkohle und dem Anthrazit.

Also ist es eine Reihe von Naturprodukten, welche diese Veränderungder Zellulose erläutert. Die ersten derselben lassen den Ursprung nochleicht erkennen. Im Torf sind die Reste von Pflanzenteilen noch ent-halten, und die Braunkohle zeigt häufig die Struktur des Holzes inunverkennbarer Weise.

In der Steinkohle verschwinden diese Kennzeichen, während andereauftreten. Deutlich erkennt man auf den angrenzenden Gesteinen,namentlich auf Schiefer, die Abdrücke der Pflanzen, welche den Roh-stoff für die Bildung der Steinkohlenlager ausmachten.

Der Vorgang, der zur Bildung aller dieser Umwandlungsprodukteder Zellulose geführt hat, ist im allgemeinen so aufzufassen, daß Gase

Wichelhaus, Chemische Technologie. III. Aufl. 47