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Steinkohle.
Kollodium und Zelloidin sowie diejenige für medizinische und fürwissenschaftliche Zwecke, so daß wir nicht nur inländischen Ver-brauch, sondern auch erhebliche Ausfuhr haben.
Das Kapitel Stärkemehl, Zucker, Alkohol und Essigsäureist abgeschlossen. Wir sind dabei, und zwar bei der Essigsäure, vonneuem auf den Vorgang der trockenen Destillation, d. h. der Destillationaus Stoffen, welche als solche nicht destillieren, geführt und erinnernuns nun, daß dieser Vorgang schon bei der Darstellung von Kohlen-wasserstoffen zu erwähnen war. Fette, Holz und Braunkohle wurdenbenutzt, d. h. Stoffe, welche für sich nicht destillieren. Sie liefertenKohlenwasserstoffe, Alkohole, Säuren usw., welche destillierbar sindund dadurch gewonnen werden.
Dieser Vorgang der trockenen Destillation hat außerdem großeBedeutung, wenn wir einen bisher nicht benutzten Rohstoff dazuheranziehen, nämlich die
Steinkohle.
Die Steinkohlen spielen schon als solche eine außerordentlichgroße Rolle, weil sie das Hauptmittel sind, Wärme, Licht und Kraft zuerzeugen. Außerdem kommen viele Produkte aus Steinkohle in Betracht.Ihre Zahl und Mannigfaltigkeit erscheint geradezu wunderbar, solangeman die Kohle als etwas Gegebenes hinnimmt und als etwas demElement Kohlenstoff Ähnliches ansieht.
Das Wunderbare vermindert sich, wenn man die Art der Ent-stehung der Kohle und ihre Zusammensetzung näher ins Auge faßt.Denn die Entstehung weist auf eine unübersehbare Menge der ver-schiedensten Rohstoffe hin, welche zur Bildung der Kohle beigetragenhaben. Ganze Urwälder mit ihrem Bestände an riechenden Stoffenund mit ihrer bunten Farbenpracht sind verschlungen worden, um dieSteinkohlenlager zu bilden. Da nun diese Bildung sehr langsam erfolgtist und durchaus nicht bis zum Element Kohlenstoff geführt hat, sondernzu »Kohlen«, welche in manchen Fällen nur 70 ü /o Kohlenstoff, danebenWasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und beigemengte Schwefelverbindungenenthalten, ist es zunächst nicht wunderbar, daß so zusammengesetzteProdukte, daß die Reste der Zerstörung ganzer Welten von Pflanzenbei der trockenen Destillation eine große Zahl verschiedenartigerDerivate liefern.