Darstellung von Saccharin.
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Die Verwendung von Saccharose ist jedem geläufig; sie dient
1. als Nahrungs- und Genußmittel,
2. zur Herstellung von Alkohol.
Die Verarbeitung auf Alkohol findet jedoch fast nur mit Restenstatt. So mit Melasse, wenn man sie nicht besser zu benutzen weiß.Dies trifft jetzt noch wesentlich auf Rohrzuckermelasse zu. In West-indien wird Rum durch Vergärung von Melasse hergestellt und ist dieEigentümlichkeit des Rumgeschmacks auf Nebenstoffe des Zuckerrohrszurückzuführen. Mit Rücksicht darauf haben auch andere Länder, dieRohrzucker produzieren, diesen Nebenbetrieb aufgenommen.
Die eigentliche große Darstellung von Alkohol knüpft an Maltoseund Glukose an, während andererseits die eigentliche Verwendung vonSaccharose die erstgenannte ist.
Auch diese große Verwendung würde fortfallen, wenn andere Süß-mittel — Saccharin oder Dulcin — in allgemeinen Gebrauch zu bringenwären, wie es wohl versucht worden ist. Es verlohnt sich deshalb,an einem Beispiel zu sehen, wie es damit steht.
Diejenige Eigenschaft, welche der Saccharose den Vorzug gibt, alsNahrungs- und Genußmittel jährlich in einer Menge von etwa 14,5 MillionenTonnen verwendet zu werden, besteht anscheinend nur darin, daß siesofort und angenehm süß schmeckt.
Diese Eigenschaft besitzen andere Stoffe in viel höherem Maße.Am meisten bekannt ist dies von o-Sulfaminbenzoesäurean-
hydrid, C 6 H 4 (^ 2 ^NH, (Saccharin). Dieses ist zwar wenig
löslich im Wasser, aber 550 mal so süß wie Saccharose. Auch dasNatriumsalz, C 7 H 4 NSO a Na, welches mit 2 Molekülen Wasser kristallisiertund sich durch Löslichkeit unterscheidet, ist ungefähr 415 mal so süß,wie Saccharose.
Dabei könnte man die Frage aufwerfen, ob es denn Leute gibt,die schätzen können, ob ein Stoff 415 oder 550 mal so süß schmeckt,wie ein anderer. Das ist allerdings zu verneinen. Aber es gibt Viele,die genau schmecken können, ob eine Lösung ebenso süß ist, wieeine andere, oder nicht.
Darauf also begründet man die Probe, indem man mit einerNormallösung von reiner Saccharose vergleicht. Die zu prüfendenSaccharinlösungen werden solange verdünnt, bis sie den gleichen Ge-schmack haben. Aus der Verdünnnung berechnet sich dann das Ver-hältnis.
Voraussetzung ist dabei ein sicheres Geschmacksvermögen. Daskommt aber schon lange bei Prüfung von Tee, von Wein usw. ebenso
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