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Vorlesungen über chemische Technologie
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Kohlenhydrate.

Wirkung kochenden Wassers auf die Dauer nicht, besonders nichtunter Druck.

Durch ein in der Natur verbreitetes Ferment wird Zellulose inHuminstoffe und weiter in Kohlensäure und Methan (Sumpfgas) zerlegt.Durch trockenes Erhitzen entstehen kohlenstoffreichere Verbindungenaus Zellulose, was sich durch Dunkelwerden zu erkennen gibt undmit Gasbildung verbunden ist.

Ein charakteristisches Produkt der trockenen Destillation ist Phenol.Durch Oxydationsmittel, zu denen auch die meistens angewendetenBleichmittel gehören, wird Oxyzellulose gebildet.

Daher ist bei dem üblichen Bleichen der Zellulose mit Hilfe vonChlor, Chlorkalk usw. immer Maß zu halten.

Als langsame Oxydation ist auch der Vermoderungsprozeß auf-zufassen, dem das Papier auf die Dauer nicht widersteht. Doch wirddies in der Regel von Nebenstoffen eingeleitet, ebenso wie faulendeStoffe ihren Zersetzungsprozeß übertragen, während reines Zellulose-papier am besten widersteht.

Durch Einwirkung von Essigsäureanhydrid und von Salpetersäureentstehen Esterarten, von denen Schießbaumwolle die bekannteste ist(vgl. S. 235).

Diese Esterarten sind ebenso mannigfaltig, wie die Glyzeride, dadie Zellulose mehrere Säurereste nebeneinander aufnehmen kann.

Die Acetylderivate der Zellulose und Hydrozellulose erlangen vonTag zu Tag mehr Bedeutung wegen ihrer Plastizität. Sie lösen sichin Essigsäure, Aceton, Acetylentetrachlorid usw. mit dem Erfolge, daßaus diesen Lösungen plastische Massen erhalten werden.

Man kann nicht allein Fäden daraus bilden in der gleich näheranzugebenden Weise, sondern auch Blätter, Platten und verschiedeneGebrauchsformen daraus herstellen. Zu ähnlichen Ergebnissen kommtman durch Lösen der Zellulose selbst und Wiederausfällen aus der Lösung.

Die Zahl der Lösungsmittel ist aber beschränkt; zu nennen isterstens Kupferoxydammoniak, d. h.

CuO in 4NH 3 + 4 H 2 0

Kupferoxyd Ammoniak Wasser

gelöst, und zweitens Natriumhydroxyd in Gemeinschaft mit Schwefel-kohlenstoff. Dadurch entsteht eine lösliche Verbindung, die durch Aus-salzen mit Kochsalz Zellulose abgibt und auch durch Erwärmen derartzerlegt wird, daß beim Auswaschen Zellulose zurückbleibt.

In beiden Fällen kann man aus den Lösungen gallertartige, schleimigeMassen abscheiden, welche einen hohen Grad von Plastizität besitzenund in Gestalt dünner Fäden noch genügende Festigkeit haben.