Druckschrift 
Vorlesungen über chemische Technologie
Entstehung
Seite
341
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Kieselsäure und Silikate.

341

Achat lebhafter färben, in sogenannten Karneol verwandeln. Dies istvielfach zu benutzen.

Andere Achate haben Adern von verhältnismäßig lockerer Struktur.Man kann daher Salzlösungen in diese Adern einführen und Nieder-schläge erzeugen. So z. B. färbt man die Adern blau, wenn manzuerst Blutlaugensalz und dann Eisenvitriol, beides durch Kochen mitden Lösungen allmählich einführt. Darauf beruht auch das Schwarz-färben solcher Adern. Man führt eine geeignete Zuckerlösung einund behandelt dann mit Schwefelsäure, wodurch der Zucker verkohltwird. Natürlich kann das Verkohlen auch durch stärkeres Erhitzenbewirkt werden, und so ist die Sache bereits von Plinius beschrieben,wahrend neuerdings die Schwefelsäure bequemer ist.

Plinius 1 ) beschreibt das Erhitzen mit Honig. Honig ist eine Zucker-lösung, und das Erhitzen geht nach der Angabe so weit, daß der Zuckerverkohlt wird. Er sagt nämlich, man koche sieben Tage und siebenNachte ohne Unterbrechung, wodurch Reinigung eintrete:

»excoqui melle septenis diebus noctibusque sine intermissione.

Ita omni terreno vitiosoque decusso purgatum.«

gibt es in den geheimnisvollen Überlieferungen früherer Zeit

eitungen, die im Li chte neuerer Anschauung mannigfaltiger An-wendung fähig sind.

Eine ganz andere Benutzung der Kieselsäure ist die bei Dynamiterwähnte Benutzung von Kieselgur.

Es ergeben sich also schon manche Verwendungen der freienren. Diese tr eten aber völlig zurück im Vergleich mit den Ver-wendungen der Salze.

Für die zahlreichen Benutzungen der Silikate ist folgendes maß-gebend:

1- Die Alkalisilikate heißen Wasserglas, weil sie im Wasser löslich

sind; dabei schmelzen sie leicht.2. Calciumsilikat ist kaum löslich und schwer schmelzbar; es kommt

in der Natur als Wollastonit usw. vor.

Alu miniumsilikat ist unlöslich und für die meisten Mittel

unschmelzbar.

Demgemäß unterscheiden sich auch die Doppelsalze und die Salze,ie mehrere Metalle enthalten, welche letzteren in der Technik großeHollen spielen.

Sie ordnen sich zu folgender Reihe, die gewissermaßen die Über-schriften zu den nächsten Kapiteln abgibt:

') Pli

nius, Hist. natur. Lib. XXXVII. cap. XII.