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Vorlesungen über chemische Technologie
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Kieselsäure und Silikate.

Diese die Härte betreffenden Zahlen, welche für Karborund, fürQuarz usw. gelten, bekommen besondere Bedeutung, wenn man sichauf das Gebiet der Synthese begibt, wie bei den Edelsteinen zu er-läutern sein wird.

Deutlich gefärbt ist das Siliziumanhydrid in der Form von Amethyst;bedeutend weniger rein sind der gewöhnliche Quarzsand, der Sandsteinund die Kieselsteine.

Auch Hydrate kommen vor.

Als Polykieselsäuren werden angesehen, weil sie beim Glühen,

/ etwas Wasser abgeben, erstens Achat, Chalzedon, Opal und Jaspis mit

grobkristallinischer Struktur, und zweitens die geradezu durch ihre

Weichheit ausgezeichnete, als Kieselgur schon früher erwähnte amorphe

Art der Kieselsäure, d. h. Kieselpanzer von Infusorien.

Auch im Pflanzenreiche ist die Kieselsäure sehr verbreitet, so inHalmen der Zerealien, im Bambusrohr usw.

Silikate kommen ferner nicht nur als Mineralien vor, sondernbilden ganze Gebirgsarten. Zuerst ist der Feldspat wegen seinertechnischen Bedeutung zu nennen, ferner der Tonschiefer, Hornblende,Granit und Granat. Die Silikate sind aber schwer auf Kieselsäure zuverarbeiten; überdies ist das Vorkommen der freien Säure reichgenug.

Infolge dieses reichen Vorkommens gibt es keine besondere Dar-stellung der Kieselsäure, wohl aber Reinigung derselben durch Glühen,Waschen, Schlämmen usw., wie an Beispielen zu zeigen sein wird.

Hauptsächliche Verwendung der Kieselsäure und der Silikate.

Mehrere Arten des Siliziumdioxyds bzw. der Kieselsäure werdenzu den Edelsteinen gezählt, so der Opal, der Amethyst, der Jaspis, derKarneol usw. Außerdem findet Bergkristall wegen seines Brechungs-vermögens für Licht Anwendung für optische Instrumente, z. B. fürPolarisationsapparate und wegen seiner Unveränderlichkeit zu Gewichten,Schalen, Röhren usw.

Man kann aber auch die natürlich vorkommenden Stücke färbenoder ihre Farbe verändern, wenn gewisse Beimengungen, welche dieFarbe bedingen, vorhanden sind.

Die braune Farbe, welche natürlich vorkommende Chalzedone undAchate zeigen, rührt oft von Eisenoxydhydrat her. Dieses gibt beimErhitzen auf Temperaturen, welche das Siliziumdioxyd nicht verändern,Wasser ab und wird dadurch rot, weil Eisenoxyd zurückbleibt.Man kann also durch bloßes Erhitzen einen natürlich vorkommenden