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Vorlesungen über chemische Technologie
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Phosphor.

Diese Phosphate bilden:

1. einen Hauptbestandteil der menschlichen und tierischen Knochen.Das Calciumphosphat, (P0 4 ) 2 Ca 3 , ist es, dessen starkes Vor-kommen den Beweis, daß wir Phosphorverbindungen als Nahrungs-mittel gebrauchen, am deutlichsten liefert.

2. Als Nebenbestandteile finden sich Phosphorverbindungen in vielenEisenerzen. Da solche Erze im größten Maßstabe verarbeitetwerden, ist die dabei gewonnene Schlacke, die sogenannte «Thomas-schlacke«, ein Nebenprodukt, in welchem Phosphorverbindungenreichlich zu Gebote stehen.

3. Ferner gibt es mehrere Mineralien, die wegen ihres hohenPhosphorsäuregehalts den Namen Phosphorite führen. Dazugehört z. B. der Apatit, 3 Ca 3 (P0 4 ) 2 + CaCl 2 bzw. CaFl 2 , derStaffelit von Staffel im Lahntale, der Sombrerit u. a. Besondersreichlich kommen diese Phosphorite in Florida vor, so daßAmerika auch in dieser Beziehung eine große Rolle auf demWeltmarkte spielt. Die Floridaphosphate enthalten meistens Eisen-und Fluorverbindungen neben etwa 80°/o Phosphat.

Nordafrika, namentlich Algerien liefert auch solche Phosphate undzwar 1907 schon über 1000 000 Tonnen. Die reichsten, aus Algerien,haben zwar nur 6370°/o Phosphat, dabei aber den Vorzug, frei vonEisen und Aluminium zu sein, so daß sie sich zur Darstellung wasser-löslichen Superphosphats eignen.

Auch unsere Kolonien fangen an Phosphorite zu liefern. Beiallen Phosphoriten ist aber mit Fluorverbindungen zu rechnen.

Der Guano ist ein phosphorsäurereicher Rohstoff, der im wesent-lichen aus den Exkrementen von Vögeln besteht. Die Koprolithe sindzu Tricalciumphosphat allmählich umgewandelte Exkremente vonSauriern des Jura (England).

Alle diese Rohstoffe können als Düngemittel dienen, d. h. denPflanzen die Phosphorverbindungen liefern, deren sie bedürfen unddie wir in Form von Pflanzennahrung zu uns nehmen.

Nur die Bedingungen sind verschieden. Die Pflanzenwurzel kanndurch ihre sauren Säfte allmählich unlösliche Salze, sogar hartes Ge-stein aufnehmen. Wenn aber in kurzer Zeit, für die nächste Ernte,Wirkung eintreten soll, muß das unlösliche Phosphat entweder sehrfein gemahlen werden, was bei der Thomasschlacke genügt, oder durchbesondere Vorarbeit löslich gemacht werden.

Deshalb findet das »Aufschließen« der Phosphate in sehr großemMaßstabe statt. Im Anschlüsse daran hat die Bestimmung der Phosphor-