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Vorlesungen über chemische Technologie
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werden. Sonst hat man Zündschnüre, die in bestimmter Zeit abbrennen— z. B. 1 m in einer Minute —, und bemißt deren Länge so, daßdie Leute sich entfernen können. Die ganze Zündvorrichtung stecktdann meistens in einer kleinen Patrone, welche auf eine längere odermehrere lange Patronen in dem Bohrloch paßt. Alles wird mit hölzernemLadestock fest in das Bohrloch eingedrückt. Die Menge des Knallqueck-silbers in der Sprengkapsel ist um so größer, je stärker die ganzeLadung ist: 1 g oder noch mehr.

Was die Entzündung durch Feuer betrifft, so können große MengenNitroglyzerin ruhig abbrennen, wenn sie frei liegen; doch muß manauf Zufälle gefaßt sein. Beispiele dafür sind folgende.

In einem Magneteisensteinlager in Sachsen war vor einigen Jahrenaus unbenutzt zurückgelassenem Dynamit das Propenylnitrat durchWasser verdrängt und gefroren. Es fanden sich schöne Kristallisationenvor, welche zum Teil in einer Vorlesung in Dresden gezeigt wurden.Dann wurde beschlossen, alles durch Verbrennung unschädlich zumachen. Dazu wurden große eiserne Körbe mit Koks aufgestellt undaas Nitroglyzerin, welches in großen Brocken vorsichtig von demErdboden abgenommen wurde, hineingeworfen. Dabei traten freilichon Zeit zu Zeit Explosionen ein; im Ganzen aber verbrannte dieMasse ohne bedeutende Fernwirkung; man nimmt an, daß es 1000 kgwaren.

In Spanien, und zwar im Hafen von Santander, kamen 1893große Zerstörungen durch Dynamit zustande, weil ein Schiff, der »CaboMachichaco«, welcher Dynamit an Bord hatte, in Brand geriet. Dieedingungen waren eben wesentlich andere, und auf die Bedingungenes, wie bei der allgemeinen Erörterung über Explosivstoffeestgestellt wurde, an. An Bord eines Schiffes ist der Sprengstoff infrei ^ ver Packt, und die Kisten sind verstaut. Also hat man nicht mitkann H - ^ *?' sondern mit eingeschlossener Masse zu rechnen. DabeiStichflam Nitr °g'yzerin gefährliche Temperatur von 180° durch

Schiffes" 1 ^ b ri eW ' rkt worden sein. Auch ist der Dampfkessel desdurch den X S 0 hi rt ' U " d deSSen Schle uderstücke können das Dynamit

Bei H- i ZUr Wirkun S gebracht haben.Größeren M ^ glucksfällen ist noch besonders festzuhalten, daß voner«w, p , e " gen des Dynamits nicht unbedeutende Reste nach derdurch V zurückb 'eiben können. Bei Santander z. B. wurde

zum A ^1 ei R te Expl ° S10n eine g roß e Menge Nitroglyzerin als solchesW a « . , en aus dem Dynamit gebracht und sammelte sich unterasser ,m Innern des Wracks an, so daß man die Hauptmenge (etwa'^U kg) auspumpen und unschädlich machen konnte.