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Vorlesungen über chemische Technologie
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Nitroglyzerin.

Patronen eine bestimmte Richtung geben und sie in der Hauptsachedarauf beschränken.

Die Erklärung dieses Verhaltens findet man, wie schon erwähnt,in der großen Menge des Wasserdampfes, welche bei Verbrennung vonNitroglyzerin entsteht. Diese wirkt sehr stark im Momente der Explosion;sie verliert aber alsbald ihre Wirkung, wenn Abkühlung eintritt, sodaß die Übertragung ins Freie verhältnismäßig schwach ist.

Am stärksten natürlich wirkt das Propenylnitrat, wenn es einge-schlossen ist. Dies findet bei der gewöhnlichen Sprengarbeit in Berg-werken, beim Tunnelbau usw. statt. Da wird in den Fels, in dieSteinkohlenschicht, in die Erzmasse usw. ein Bohrloch geschlagen,welches gerade für die Dynamitpatrone paßt, wie beim Sprengen vonSchwarzpulver erläutert wurde, und welches verhältnismäßig klein ist.

Bei dieser Benutzung tritt natürlich neben der beabsichtigten Zer-trümmerung des Gesteins eine unbeabsichtigte Fernwirkung ein, undzwar starke Lufterschütterung und Umherschleudern fester Stücke. Dasletztere ist einigermaßen von den Umständen abhängig und wird z. B.bedeutend vermindert bei Magazinen, in denen Sprengstoffe gelagertwerden, durch die Bauart, nämlich dadurch, daß man sie nicht ausgroßen Steinen, sondern aus Kiesbeton, d. h. aus zerbröckelnder Masse baut.

Dies wurde besonders bewiesen durch absichtliche Sprengung ver-schiedener Magazine, also durch Versuche, welche die Frage (die späternoch zu präzisieren ist) nach dem richtigen Baumaterial zu lösen hatten.Das Dynamitmagazin enthielt 1500 kg Gelatinedynamit. Die örtlicheWirkung war sehr stark: Aushöhlung des Bodens, Zerreißungder eisernen Tür, Zerpulverung des übrigen. Aber wir konnten inEntfernung von einigen hundert Metern die Sache beobachten und denLuftdruck ertragen. Die Stücke flogen nicht weit; die Feuererscheinung— eine Feuergarbe — wurde photographiert.

Immer bleibt bei Benutzung des Dynamits zu beobachten, daßPropenylnitrat bei 12° fest wird, und daß die Kristalle beim Brechenoder unregelmäßigen Erhitzen explodieren können. Schon im Herbstekommt es vor, daß die Patronen erstarren und aufgeweicht werdenmüssen; so gefahrlos dies in einem Blechgefäße geschieht, welches inwarmes Wasser von höchstens 50° C gestellt wird, so bedenklich istes, die Patronen auf oder neben den Ofen zu legen, weil dort 180° leichtzustande kommen; dies ist die gefährliche Temperatur. Ferner ist beiSprengungen immer eine gewisse Entfernung einzuhalten, sobald diePatrone eingeschlossen ist.

In vielen Fällen kann die Zündung der Sprengkapsel, welche dieInitialwirkung zu geben hat, elektrisch aus sicherer Entfernung besorgt