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Schwefeltrioxyd und Schwefelsäure.
Verbindungen, der Formel: xS0 3 + yS0 4 H 2 entsprechend z. B.1- SO s + 1 S0 4 H 2 = S 2 0 7 H 2 — Pyroschwefelsäure, die als solchekristallisiert und bei -f 35 ° schmilzt.
Diese Verbindungen nennt man rauchende Schwefelsäure oderNordhäuser Schwefelsäure oder Vitriolöl. Sie sind halbfest oder auchganz flüssig, je nachdem überwiegend Anhydrid oder Schwefelsäurevorhanden ist. Solange überhaupt Anhydrid darin vorhanden ist, ver-raten sie dessen starke Anziehung zum Wasser dadurch, daß sie rauchen,d. h. Nebel an der feuchten Luft bilden. Immerhin stehen ihre Eigen-schaften in der Mitte zwischen Anhydrid und Säure.
Erst wenn das Verhältnis von Wasser zum Anhydrid 1:1 ge-worden ist, hat man die gewöhnliche Schwefelsäure mit folgendenEigenschaften. Konzentrierte oder englische Schwefelsäure ist eine farb-lose, ölige Flüssigkeit mit dem spezifischen Gewicht 1,84, welche bei338 ° siedet. Durch starke Abkühlung, bei — 22 ° wird sie fest undkristallinisch, schmilzt aber bei —10,5° wieder.
Durch Aufnahme von Wasser entsteht eine zweite Reihe vonGemengen: S0 4 H 3 + x H 2 0. Diesen Gemengen gegenüber ist dasIndividuum S0 4 H 2 fast ebenso selten wie Schwefeltrioxyd. Ver-schiedene Gemenge also sind auf ihren Gehalt, d. h. ihren Wert, zuschätzen und je nach Bedürfnis zu verwenden.
Was diese Bedürfnisse betrifft, so braucht man Schwefelsäure vongewissem Anhydridgehalt und von gewissem Wassergehalt nicht nurzur Reaktion auf anorganische, sondern auch auf organische Stoffe:die Fette und Öle, Benzol usw. Die meisten aliphatischen Verbindungenwerden von wasserhaltiger Schwefelsäure angegriffen, so z. B. die ebenerwähnte Zellulose, welche durch die Einwirkung von schwefligerSäure nur gebleicht, aber selbst bei Anwendung von Druck und Hitzenicht verändert wurde.
Die Einwirkung der Schwefelsäure ist bei Papier näher zu er-läutern. In anderen Fällen werden Sulfosäuren gebildet, besonders ausaromatischen Verbindungen, dazu wendet man nicht selten anhydrid-haltige Säure an.
Je nach Lage der Sache ist immer eine bestimmte Säure anzu-wenden, und im ganzen ist die Benutzung sehr groß.
Um die Beschaffenheit der erwähnten Gemenge festzustellen, dienenwesentlich zwei Mittel: Titrieren und Bestimmung des spezifischenGewichts.
Für die Säuren SO a + x S0 4 H 2 wird Titrierung angewendet, undzwar unter Berücksichtigung des Folgenden.