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Vorlesungen über chemische Technologie
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Schwefel und Schwefelverbindungen.

Wesentlich aber bleibt die Ausdehnung der Flüssigkeit; denn schondadurch kommt ein gefährlicher Überdruck zustande.

Die Ausdehnung des flüssigen Schwefeldioxyds ergibt sich wiefolgt: 1 kg flüssiges Schwefeldioxyd entspricht bei10° 0,685 Liter,dagegen bei + 38,6° 0,754 Liter. Das gibt einen ungefähren Anhalt,und daraus abgeleitet ist der zweite Teil der oben zitierten Vorschriften,nach welchen die Behälter für jedes Kilogramm Schwefeldioxyd 0,8 LiterFassungsraum haben müssen. Dieser Raum ist so groß, daß auch beider erwähnten hohen Temperatur alle Flüssigkeit darin reichlich Platzfindet.

Gegen das Überladen kann man sich sichern durch gewisse Ein-richtungen der Behälter, z. B. durch seitliche Röhren, welche die Füllungnur bis zu einem gewissen Grade gestatten. Ein so eingerichteter Be-hälter ist durch Figur 13 (S. 49) veranschaulicht. Bei dem großen Verkehr,der mit verflüssigten Gasen stattfindet, werden aber diese Behälter zuunhandlich. Es gibt ja auch ein viel einfacheres und deshalb in derRegel angewendetes Verfahren. Man stellt regelmäßig das richtigeVerhältnis durch Wägen des leeren und des gefüllten Behälters fest,dessen Fassungsraum bekannt sein muß.

Eine gewisse Unsicherheit bleibt betreffs der Ventile. Sie sindnicht aus dem für den Behälter selbst vorgeschriebenen Stoff, sondernbald aus Messing, bald aus Bronze usw. angefertigt. Es fragt sich, obsie auf die Dauer der Einwirkung der Gase nachgeben können, aberman hat noch nichts Allgemeines darüber vorschreiben können. Beider Beförderung sind diese Ventile durch Kappen aus vorgeschriebenemStoff geschützt; zu beachten sind sie bei längerer Lagerung. Die etwastattfindende Einwirkung chemischer Art verrät sich dann durch dieFärbung des Metalls.

Dies alles betrifft Schwefeldioxyd ohne Wasser. Zur Herstellungvon schwefliger Säure, S0 3 H 2 , in Lösung kann nun natürlich so vor-gegangen werden, wie in dem Zusammenhange des flüssigen Schwefel-dioxyds bereits erörtert wurde. Außerdem ist aber zu berücksichtigen,daß bei manchen Anwendungen der gleich zu besprechenden Schwefel-säure das Dioxyd als feuchtes Gas entweicht, das zur Aufnahme inWasser sehr geeignet ist. Dies findet z. B. bei der Herstellung vonSulfaten bekannter Metalle statt, also wenn man die schwefelsaurenSalze von Kupfer, Quecksilber usw. herstellt.

Es folgen die Anwendung des Schwefeldioxyds undder schwefligen Säure.

Beide Verbindungen, sowie die Salze der schwefligen Säure, be-sonders das Calciumbisulfit, dienen im größten Umfange zum Bleichen,