Cymol: Vorkommen, Isolierung und Synthese
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Es sei hinzugefügt, daß von Jacobsen das Baryum-«-sulfonat mit3 Mol. H,0 kristallisiert angegeben wurde, der Schmelzpunkt des «-Sulfon-amids aus p-Methyl-n-propylbenzol zu 111—112°. Vgl. auch Töhl(B. 24, 16-19), welcher die Untersuchungen Widmans bestätigte. Durchdiese Resultate erfuhren die wichtigen Beobachtungen R. Meyers über dieOxydation des Cymols mit alkalischer Kaliumpermanganatlösung voll-kommene Bestätigung und die scheinbare Ausnahme über die Oxydationtertiärer Wasserstoffatome beseitigt. Gerade diese Oxydation, welche zurOxycuminsäure führt, ist für die Erkennung des p-Cymols von der größtenBedeutung.
Vom Jahre 1891 ab ist nun nachgewiesen, daß in dem in derNatur vorkommenden Cymol ein p-Methyl-isopropylbenzol vorliegt, welchesidentisch ist einmal mit dem aus den verschiedensten Bestandteilenätherischer Ole gewonnenen Cymol, sodann aber auch mit dem synthetischdargestellten p-Methyl-isopropylbenzol (dem „Isocymol"), daß es da-gegen verschieden ist vom p-Methyl-n-propylbenzol. Die Konstitutions-aufklärung des Cymols ist für die ätherischen Öle von der größten Wichtig-keit, eine Tatsache, welche diese ausführliche Wiedergabe der Geschichtedes Cymols bedingt hat. Nachdem die Konstitution des Cymols als Iso-propylverbindung im Jahre 1891 festgestellt worden war, ging man mit mehrAussicht auf Erfolg auch an die Konstitutionsaufklärung namentlich derhydnert-cyklischen Terpene und Kampferarten — letztere im weitestenSinne des Wortes gefaßt; von ihnen waren bis zu diesem Zeitpunkt nureinige olefimsche Verbindungen C 10 H 1B O, C 10 H 18 O usw. mit mehr oder wenigerSicherheit m ihrer Konstitution aufgeklärt worden (vgl. Geraniol, Citralusw.). Bereits im Jahre 1892 erfolgte die Aufklärung des Pulegons unddamit der Menthonreihe, 1893 die Aufstellung der neuen Kampferformel,1894 die Aufstellung der Formel für Terpineol, Limonen, Carvon undlanaceton, von denen aber nur die ersten drei als richtig im Jahre 1895bewiesen wurden. In allen Terpenen und Kampferarten (Terpenalkoholen,betonen, Aldehyden aliphatischer und hydriert-cyklischer Natur) kommteine lsopropylgruppe vor oder aber es ist das tertiäre C-Atom der lso-propylgruppe an der Ringbildung beteiligt bzw. haben wir es mit derlsopropenylgruppe zu tun. Aus allem diesem erkennen wir, daß das Benzol-derivat Cymol in engem Zusammenhange steht sowohl mit den aliphati-schen als auch mit den hydriert-cyklischen Bestandteilen ätherischer Öle.Wir können eine große Anzahl von letzteren mehr oder weniger glatt inl ymol überführen.
Aus diesem Übergang der Terpene und Kampferarten in Cymol hatian vielfach Beweise für die Konstitution der vorliegenden Verbindungenherleiten wollen; man hat vielfach geschlossen, daß der Übergang in Cymoleriorctere, daß der betreffende vorliegende Bestandteil eine Konstitution auf-sen müsse, die diesem Übergange in bequemer Weise Rechnung trage.bo wichtig nun die Feststellung der lsopropylgruppe im Cymol war, soverkehrt war der Schluß, daß eine derartige Gruppe in dem betreffendenBestandteil fertig gebildet vorhanden sein muß: ebenso falsch war auch