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Verseifbare Fette und Wachse.
Vor der eigentlichen Untersuchung muß die Probe zurEntfernung von Honig mit Wasser ausgekocht und im Heiß-wassertrichter filtriert werden. Mineralische Verfälschungsmittelbleiben im Heißwassertrichter zurück.
Die wichtigste Prüfung ist die Feststellung der Verhältnis-zahl nach v. H ü b 1. Diese gibt das Verhältnis der Säure- zurÄtherzahl an, das innerhalb enger Grenzen konstant (3,6—3,8)ist (s. Tab. 69 a S. 382).
3—4 g Wachs werden mit ca. 20 ccm 96 proz. Alkohol bis zumSchmelzen erwärmt und unter Schütteln warm mit % N. alkohol.Alkalilauge (Alkohol 96 proz.) und Phenolphthalein titriert. Manerhält so die Säurezahl des Wachses. Nach beendeter Neutralisationsetzt man noch 25 ccm Lauge hinzu, kocht zur Bestimmung derÄtherzahl 1 Stunde direkt über dem Drahtnetz am Rückflußkühler undtitriert nach Zusatz von 25 ccm 96 proz. Alkohol (zur Verhütungvon Dissoziation) zurück. Die Verseifung ist unter diesen Bedingungenvollständig. Längeres Kochen ist überflüssig. Die Säure-, Äther-und Verhältniszahlen der für Verfälschung hauptsächlich in Betrachtkommenden Stoffe sind in Tabelle 70 angegeben.
Tabelle 70.
Säurezahl
Ätherzahl
Verhältnizahl
Bienen wachs . .CarnaubawachsParaffin, CeresinJapanwachs . .
Talg.....
Harz.....
Stearinsäure . .
19—21
4—8
0
20
10
130—164
200
72—76
76
0
195
185
16—36
0
3,6—3,89,5—15,5
09,75
18,50,13—0,26
0
v. H ü b 1 zieht folgende Schlüsse aus den Verhältniszahlen:
1. Liegt die Verseifungszahl eines Wachses unter 92, dieVerhältniszahl zwischen 3,6 und 3,8, so muß Paraffin oder Ceresinzugegen sein.
2. Ist die Verhältniszahl größer als 3,8, so liegt Verdachtauf Japan wachs, Carnaubawachs oder Talg vor. Bei einer Säure-zahl weit unter 20 fehlt Japanwachs, bei einer Verhältniszahlunter 3,8 ist Gegenwart von Stearinsäure oder Kolophoniumwahrscheinlich.
Bei künstlich gebleichten Wachsen sind obige Normal-zahlen für reines Bienenwachs nicht mehr zutreffend.