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1 (1914)
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Schwefel und Schwefelverbindungen.

Schwefelsäure über die Koksstücke des Gloverturmes herab,während gleichzeitig in den unteren Teil des Turmes die mitschwefeliger Säure beladenen Gas;, deren Temperatur meist über300° beträgt, eintreten. Die Wärme dient dazu, um die herab-rieselnde Schwefelsäure zu konzentrieren, ferner wird hier auchdie Nitrose denitriert, d. h. die Röstgase entziehen ihr die Stick-stoffverbindungen, beladen sich mit ihnen und führen sie neuer-dings in den Betrieb ein. Ferner wird auch im Gloverturme selbstschon Schwefelsäure gebildet, da Stickoxyd entsteht und Sauerstoff,wie Wasserdampf vorhanden sind, endlich werden die Röstgaseauch auf etwa 80° abgekühlt, mit welcher Temperatur sie in dieerste Bleikammer eintreten.

Die Bleikammern sind mächtige Räume, die hergestelltwerden, indem man an einem Balkengerüste Bleiplatten befestigtund untereinander mittels des Knallgasgebläses verschmilzt.Meist sind drei bis vier solcher Kammern vorhanden, deren größteeinen Fassungsraum von etwa 4000 m 3 besitzt. Die einzelnenKammern sind durch weite Bleirohre untereinander verbundenund zu einem Systeme vereint. Mit einem solchen Systeme istman imstande, rund 10.000 kg ,,Kammersäure" in 24 Stundenherzustellen.

Die Röstgase treten zwar schon mit Stickoxyd beladenin die erste Kammer ein, doch ist es, um die unvermeidlichen Ver-luste auszugleichen, stets nötig, noch weitere Stickstoffverbin-dungen einzuführen. Dies geschieht, indem man die Gase ingeeigneter Weise mit Salpetersäure in Verbindung bringt, wobeisich Stickoxyd bildet, das dann in den Kreisprozeß eintritt. Gleich-zeitig wird Wasserdampf in die Kammer geleitet und Luft ein-treten gelassen; alle Kammern stehen untereinander und schließlichmit einem Schlote in Verbindung, um im Kammersysteme einenLuftzug zu erzeugen, der das Weiterrücken der Gase ermöglicht.Das Wasser muß den Gasen in fein verteilter Form zugeführtwerden, man läßt es daher mit Dampf durch Zerstäubungsapparateeintreten. Solche Zerstäuber werden in entsprechender Anzahlan den Kammerwänden angebracht, die Ausströmung des Wasser-dampfes erfolgt in der Richtung des Gasstromes, der dadurchebenfalls beschleunigt wird. Die Luft läßt man durch Rohreeinströmen, deren Querschnitt durch Schiebervorrichtungen regu-liert werden kann.

Die Umwandlung der schwefeligen Säure in Schwefelsäureverläuft am lebhaftesten in der ersten Kammer, in der sich un-

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