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Repetitorium der Chemie : mit besonderer Berücksichtigung der für die Medizin wichtigen Verbindungen, sowie des "Arzneibuches für das Deutsche Reich" und anderer Pharmakopöen, namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten
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Organische Chemie.

Formel dem Gesetz der paaren Atomzahlen entspricht,welches besagt, daß im Mol. jeder C-Verb. die Summe derungeradwert. Elemente (z. B. der ein wert. u. drei wert,wie H, Cl, Br, J u. N, P, As) eine gerade Zahl beträgt.

Das Gesetz findet seine Erklärung in der Vierwertigkeit desKohlenstoffs u. der Eigenseh. der Elemente, sich nach ihrerWertigkeit zu binden; so ist z. B. in der Zyanursäure, C 3 H 3 N 3 0 3 ,die Summe der N- u. H-Atome = 6, in dem trichloressigsaurenAmmonium, C 2 C1 3 (NH 4 )0 2 , die Summe der Cl-, N-u. H-Atome = 8;hätte sich nach der Analyse für die Zyanursäure die Formel C 3 H 2 N 3 0 3ergeben, so mußte ein Fehler bei der Analyse gemacht sein, denn dieSumme der ungeradwert.Elemente wurde = 5, alsoeineungeradesein.

Die ehem. Methoden der Mol.-Gew.-Bestimmungmüssen nach den ehem. Eigensch. der betr. Stoffe versch. sein.

Ist die Verb, eine Säure, so kann man, nach Fest-stellung ihrer Wertigkeit, durch Analyse ihrer Salze dasMol.-Gew. bestimmen, wobei man meistens die Silbersalzewählt, welche beim Glühen Silbermetall hinterlassen, das mandirekt wiegen u. dann aus seinem Gew. das Mol.-Gew. derSäure berechnen kann; von einer einbas. Säure entsprichtderen Gewichtsmenge, die an ein Atom Silber gebunden ist,ihrem Mol.-Gew. minus 1 Atom H.

Z. B. ist die Essigsäure, welche nach der Analyse (S. 348) dieFormel CH 2 0 oder ein Vielfaches davon haben kann, eine einbas.Säure u. ist daher in einem Mol. derselben nur 1 Atom H durch1 Atom eines einwert. Metalles ersetzbar; stellt man nun durchdie Analyse fest, wieviel Essigsäure an 1 Atom Silber gebundenist, so hat man das Mol.-Gew. der Essigsäure minus 1 Atom H.

100 T. Silberazetat hinterlassen beim Glühen 64,68 T. Silber,verlieren also 35,32 T., der mit einem Atom Silber (108 T.) imSilberazetat verbundene Essigsäurerest beträgt daher 59 T., denn64,68 (Silber): 35,32 = 108 (Atomgew. des Silbers): x (= 59).

Da nun in der Essigsäure 1 Atom H durch 1 Atom Ag ersetztist, so ist ihr Mol.-Gew. 59 4-1 = 60, entspr. der Formel C 2 H 4 0 2 ;die Formel kann nicht CH 2 0 sein, da sonst das Mol.-Gew. = 30sein müßte, ferner nicht C 3 H 9 0 3 , da dann das Silbersalz l'/a AtomeSilber enthalten müßte; die Formeln C 4 H 8 0 4 , C 6 H 12 0 8 usw. wärennur möglich, wenn die Essigsäure zwei-, drei- usw. basisch wäre.

Ist die Verb, eine Base, so kann man, nach Fest-stellung ihrer Wertigkeit, ebenfalls durch Analyse ihrerSalze das Mol.-Gew. feststellen; z. B. verbinden sich alleorg. Basen, analog dem Ammoniak NH 3 , durch direkteAddition mit Säuren zu Salzen; verwendet man nun zur Salz-bild. HCl, so entspricht bei einsäurigen (= ein wert.) Basen